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Motorkosten sollen 2018 für Privatteams deutlich sinken

Spätestens 2018 sollen die Motorkosten für die Privatteams auf zwölf Millionen Euro fallen - Momentan machen die Kosten rund 20 Prozent der Budgets aus

(Motorsport-Total.com) - Ende Januar einigten sich die Strategiegruppe und die Formel-1-Kommission auf die Eckpunkte des Motorenreglements, das bis 2020 gelten soll. Ein Alternativmotor für Privatteams ist endgültig vom Tisch. Die Kosten für die 1,6-Litver-V6 Turbomotoren sollen sinken und maximal nur noch zwölf Millionen Euro pro Saison ausmachen. Derzeit kostet das Antriebspaket zwischen 15 und 17 Millionen Euro. Außerdem sollen Werksteams und die jeweiligen Kunden die gleiche Motorspezifikation erhalten. So wie Toro Rosso aktuell den Vorjahresantrieb von Ferrari verwendet, soll es ab 2018 nicht mehr geben.

Felipe Massa

Die Motorkosten sollen für die Privatteams auf maximal 12 Millionen Euro fallen Zoom

"Wir haben im letzten Meeting der Strategiegruppe darüber gesprochen", sagt Williams-Teamchefin Claire Williams über die geplante Kostenreduzierung. "Die Vorschläge, die auf dem Tisch liegen, werden uns näher an eine signifikante Reduktion der Motorenkosten 2018 bringen. Wir versuchen, die Kosten zu drücken, damit die Kundenteams schon 2017 einen Vorteil daraus ziehen. Das wäre großartig."

Allerdings weiß die Britin auch, dass es auf dem Markt freien Wettbewerb gibt: "Man wird es nie schaffen, Ferrari, Mercedes und die anderen Motorenlieferanten dazu zu bringen, einem fixen Preis zuzustimmen. Sie müssen ihre Kosten kalkulieren, wie in jedem Unternehmen. Sie müssen ihre Kosten analysieren." Die Kritik der Privatteams lautet, dass die Hersteller auf der einen Seite ihre Technologie in die Auslage stellen. Die Privatteams bezahlen mit ihren Rechnungen einen Teil der Entwicklungskosten.

Unabhängiger Motorhersteller ein Fragezeichen

Das Kerngeschäft von Williams, Force India, Sauber, Red Bull und Manor ist die Formel 1. Red Bull benutzt den Rennsport als Marketinginstrument. Motorentwicklung und Hybridtechnik spielen für diese Teams eine untergeordnete Rolle, während das für Mercedes, Renault und Honda elementare Punkte für das Formel-1-Engagement sind. Deswegen kam ein kostengünstiger Alternativmotor für Kundenteams auf den Tisch.

Claire Williams

Claire Williams sieht bei einem Alternativmotor mehr Fragen als Antworten Zoom

Wesentlich für die Privatteams ist, dass die Kosten sinken. "Wir hoffen, dass diese Antriebseinheiten in Zukunft weniger unseres Gesamtbudgets ausmachen", sagt Williams und betont: "Im Moment kosten uns die Motoren rund 20 Prozent unseres Budgets. Das ist ein großer Teil. Wir müssen zu einem Punkt kommen, womit wir uns wohlfühlen und treffen uns dann bei einem Punkt, an dem sich auch die Hersteller wohlfühlen. Der Vorschlag besagt zwölf Millionen für 2018. Diese Zahl liegt auf dem Tisch."

Wäre für Privatteams theoretisch ein unabhängiger Motorenhersteller die beste Lösung? Der Cosworth V8-Motor war von Mitte der 1960er-Jahre bis Anfang der 1980er das Rückgrat der Formel 1 und vor allem der vielen Privatteams. "Das klingt alles sehr gut, aber wir wissen nicht, was das genau bedeuten würde", hält Williams dagegen. "Wie viel kostet der Motor? Wer baut ihn? Ist er gleich konkurrenzfähig oder nicht? Wenn das der Fall ist, müsste man sich das anschauen, aber sonst würde das nur eine Zweiklassengesellschaft verursachen. Die Hersteller wären vorne, die Privatteams würden hinterher fahren. Sie könnten nie konkurrenzfähig sein."

Reglement 2017: Verzögerungen kosten Geld

Das Motorenreglement von 2018 bis 2020 ist ein Gegenstand der Diskussionen. Ein weiterer ist das Technische Reglement ab 2017. Die Autos sollen breiter, schneller und spektakulärer werden. Am 30. April müssen die Details dafür endgültig festgelegt werden. Die Zeit drängt, denn je später die Entscheidung fällt, desto höher werden die Kosten. Das trifft wieder die privaten Teams, denn sie haben weniger Budget und vor allem weniger Mitarbeiter als Ferrari oder Mercedes.

Max Verstappen

Auch beim Aerodynamik-Reglement für 2017 drängt die Zeit Zoom

So sagt Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost: "Für ein kleines Team ist jede Regeländerung schwierig. Das ist der Unterschied zu großen Teams, die doppelt so viel Geld und doppelt so viele Ingenieure haben. Bei einer Regeländerung können sie viel schneller reagieren als wir. Ich hoffe, dass wir für das neue Reglement gute Ideen finden, damit wir sofort gut aufgestellt sind. Hoffentlich wird das Chassis so gut wie das aktuelle. In schnellen Kurven sieht unser Chassis sehr gut aus. Ich bin überzeugt, dass unser Team rund um James Key auch gute Lösungen für 2017 finden wird."

In allen Teams wurden bereits Studien für die neuen Autos angefertigt. In der Regel werden die Eckpunkte eines Autos für das nächste Jahr bereits festgelegt, wenn das Auto für die aktuelle Saison noch gar keinen Testkilometer zurückgelegt hat. "Mit dem nächstjährigen Auto werden wir bald beginnen, ich kann aber keine Details verraten", sagt Tost. "Die ersten Studien wurden bereits erstellt. Es ist wichtig, dass man diese Entscheidungen so früh wie möglich trifft."

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