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Montoya: "Schumacher ist definitiv nicht fair"

Das Duell zwischen Michael Schumacher und Juan-Pablo Montoya scheint endgültig etwas hitziger zu werden

(Motorsport-Total.com) - Es musste ja so kommen. Das war wohl durch die Köpfe vieler Formel-1-Fans gegangen, als es in Brasilien wieder mal kurz nach dem Start zwischen Juan-Pablo Montoya und Michael Schumacher krachte. Dabei hatte alles noch so gut angefangen. Nach dem Start kamen die beiden Konkurrenten problemlos durch das tückische "Senna-S": "Der Start war ein perfektes Duell zwischen Schumacher und Montoya. Es wurde von beiden beinhart geführt, blieb aber jederzeit fair", lobte Ex-Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck auf 'Premiere World' die beiden nach dem Rennen.

Juan-Pablo Montoya

Montoya war nach dem Rennen stinksauer auf Michael Schumacher

Doch am Ende der ersten Geraden berührte Juan-Pablo Montoya mit dem Frontflügel seines Autos einen Hinterreifen von Michael Schumachers Ferrari ganz leicht, was den Frontflügel abbrechen ließ. Die Schuldfrage ist dieses Mal völlig klar. Schumacher zuckte nach links, um das Angriffmanöver Montoyas abzuwehren und blieb dann sogar auf dieser Linie, obwohl er für die erste Kurve etwas nach rechts hätte ziehen müssen, damit er sie optimal durchfahren kann.

Montoya versuchte im letzten Moment noch nach rechts zu fahren, doch es war schon zu spät. Dem Ferrari-Piloten, der seine Linie nicht mehr als das erlaubte eine Mal wechselte, ist keine Schuld zu geben, Montoya trägt die alleinige Schuld, weil er sich schlichtweg verschätzte. Schumacher musste einen Tick früher bremsen, da er die Linkskurve ganz von innen anfuhr und nicht ausgeholt hatte. Vermutlich hat diese Tatsache den Kolumbianer überrascht.

War es in Malaysia Michael Schumacher, der im Duell mit Montoya seinen Frontflügel verlor, so war es dieses Mal Montoya. Zugegebenermaßen, in beiden Situation ging Michael Schumacher als der Glücklichere aus der Situation hervor: "Wir hatten Angst, dass Michaels Hinterräder vielleicht einen Platten bekommen würden, denn er hat ihn ziemlich hart getroffen", spricht Ferraris Technischer Direktor die wirklich zu erwartende Folge der Feindberührung aus, die wie durch ein Wunder nicht eintrat. Glück gehabt.

Montoya zeigte sich nach dem Unfall wenig einsichtig: "Ich dachte, dass er ein fairer Junge ist, aber das ist er definitiv nicht", schäumte der 26-Jährige, der immerhin noch als Fünfter ins Ziel kam, obwohl er die Box mit einem ziemlich lädierten BMW-Williams ansteuerte, an dem sich auch noch eine Union-Jack-Flagge verheddert hatte. "Ich habe ihm in den ersten beiden Kurven Raum gegeben, das ist ein wenig enttäuschend. Ich zog nach innen, war hinter ihm und dann machte er mir die Türe zu. Ich hatte genügend Speed drauf, um ihn dort zu überholen."

Für die Experten stand nach dem Rennen fest, dass Montoya eindeutig die Schuld an dem Zwischenfall trägt. "Die Rennleitung muss jetzt endlich einmal ein Machtwort sprechen", analysierte Ex-Formel-1-Pilot Jean Alesi im 'RTL'-Studio und forderte eine "richtige Strafe", damit sich "Michael oder Montoya nicht irgendwann einmal dabei wehtun." Auch der ehemalige Jordan-Pilot sieht die Schuld beim Kolumbianer. Angesichts der Worte Montoyas ist zu befürchten, dass er demnächst in ähnlichen Situationen wie in Brasilien im "Senna-S" Schumacher keinen Raum mehr geben wird und es krachen wird.

Vielleicht war es aber nur der Ärger über die zu Unrecht in Malaysia erhaltene Strafe, die Montoya so auf die Palme brachte, dass er den Blick für die Realität ein wenig verloren hat: "In der letzten Woche gabelte ich seinen Frontflügel auf, obwohl ich ihm Raum gegeben hatte und wurde dafür bestraft. Jetzt macht er vor mir die Türe zu wie es Rubens im Rennen zuvor mit Ralf getan hat. Ich war sogar viel dichter an ihm dran. Wer muss dafür bezahlen? Ich! Und er fährt einfach weiter."