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Mögliche Marques-Ersatzfahrer im Testduell

Andrea Piccini und Alex Yoong sind ihrem möglichen Formel-1-Debüt mit einem Test für Minardi näher gekommen

(Motorsport-Total.com) - Bei ihrem Debüt im Formel-1-Auto hatten der Malaie Alex Yoong und der Italiener Andrea Piccini gleich namhafte Konkurrenz auf der Ferrari-Strecke von Mugello unter sich. Tagesschnellster war Jacques Villeneuve im BAR-Honda mit einer Bestzeit von 1:26.063 Minuten. Der Kanadier drehte insgesamt 82 Runden. Das European-Minardi-Team hatte zwei Fahrer vor Ort, die beide die Chance haben, noch in dieser Saison den enttäuschenden Tarso Marques zu ersetzen. Dabei gilt Alex Yoong, der erste Malaie in der Formel 1 überhaupt, als großer Favorit.

Alex Yoong

Alex Yoong gilt als heißer Favorit auf das Cockpit von Marques

Die zweite Variante, Andrea Piccini, war heute mit 1:31.227 Minuten nach 14 Runden mit 2.776 Sekunden Vorsprung deutlich schneller als Yoong, doch der 22-jährige Italiener hatte bereits am Tag zuvor 25 Runden gedreht und verfügte damit über einen nicht zu unterschätzenden Erfahrungsvorsprung. Ganz nebenbei arbeitete Minardi noch an neuen Software- und Aerodynamikentwicklungen.

Für Piccini war der zweite Testtag bereits vorerst der letzte gewesen: "Das war eine tolle Erfahrung", schwärmte der Mann aus Sansepolcro. "Ich begann gestern noch langsam und lebte mich allmählich ein. Es ging hier sehr ruhig zu, was gut war, denn so konnte ich an meinem eigenen Speed arbeiten. Ich bin mit meiner schnellsten Runde von 1:31.2 sehr zufrieden, auch wenn ich denke, dass eine 1:30.5 möglich gewesen wäre. Wo ich etwas Zeit verlor war einer der schnelleren Teile der Strecke, wo der Abtrieb eines Formel-1-Autos wirklich zum Tragen kommt. Es war heute Nachmittag auch sehr heiß und somit fast unmöglich, die Rundenzeiten zu verbessern."

"Das Auto war großartig, besonders das Getriebe und die Bremsen. Es fühlt sich im Gegensatz zu meinem Formel-3000-Chassis völlig anders an, was bei langsamer Geschwindigkeit viel schwieriger zu lenken ist. Da die Geschwindigkeit den Abtrieb an einem Formel-1-Auto aufbaut, ist das Lenken bei hohen Geschwindigkeiten viel schwerer als in einem Formel 3000 und aus diesem Grund erfordern die schnellen Kurven mehr körperliche Anstrengungen. Ich wurde vorgewarnt, dass ich mit meinem Nacken ein paar Probleme haben könnte aber es war alles in Ordnung. Wenn überhaupt, dann muss ich bei meiner Kraft in den Armen zulegen. Das Lenkrad ist in einem Formel 1 höher als in einem Formel 3000 montiert, somit benötigt man andere Muskeln. Ich bin sehr zufrieden, dass ich dem Team helfen konnte und es war definitiv ein guter Start."

Generaldirektor Gian Carlo Minardi war zufrieden: "Andrea hat sich bei seiner ersten Ausfahrt im Formel-1-Auto sehr gut geschlagen. Er hat ein Testprogramm ausgeführt, das die Ingenieure vorbereitet hatten, ohne einen Fehler zu machen und hat gute Kenntnisse über das Auto bewiesen. Er fuhr insgesamt 65 Runden bei diesem zweitägigen Test und wir werden mit Sicherheit eine weitere Möglichkeit wahrnehmen, bei einem der nächsten Test seine Fähigkeiten am Steuer des PS01 auszuloten.

Für den 24-jährigen Alex Yoong war es heute der erste Testtag auf dem ganz und gar nicht leichten Mugello-Kurs gewesen. Nach der Formel Asia, der Formel Renault, Formel 3, Formel 3000 und Formel Nippon erfolgte jetzt der logische Schritt in die Formel 1: "Das Auto war einfach fantastisch", schwärmte der Malaie aus Kuala Lumpur, der am Freitag noch einmal testen darf. "Die Karbonbremsen und der Abtrieb sind zwei Dinge, die einem sofort auffallen - sie sind einfach unglaublich. Die Kraftentwicklung war sehr gut und ich hatte keine Probleme, mich zu akklimatisieren. Die Runden am Nachmittag dienten mir zunächst einmal dazu, den Kurs zu lernen und mich an das Bremsen mit dem linken Fuß zu gewöhnen. Es ist das erste Mal, dass ich diese Technik benutzte und im Moment ist mir das fremd, aber ich denke, dass ich mich mit weiteren Runden morgen daran gewöhnen werde."

"Ich habe die heutige Erfahrung sehr genossen und ich kann es kaum erwarten, wieder in das Auto zu steigen und so viele Runden wie möglich zu drehen. Es ist eine großartige Möglichkeit, sowohl für mich als auch für die Magnum Corporation (Sponsor von Yoong, d. Red.), die mich in diesem Formel-1-Programm großzügig unterstützen."

Teamchef Paul Stoddart gab sich ebenfalls zufrieden: "Alex hat genau das getan, was wir von ihm wollten und er scheint sich mit beachtlicher Zuversicht an die Formel 1 zu gewöhnen. Er fuhr am Nachmittag 20 Runden um sich primär mit dem Mugello-Kurs vertraut zu machen und das Auto zu beherrschen, was sehr verschieden zu dem ist, was er bisher bewegt hat. Morgen sieht der Plan vor, dass er weitere 50 bis 60 Runden fahren wird, während denen er eine volle Renndistanz wird zurückgelegt haben. Wir sind mit den Fortschritten sehr zufrieden."

Alex Yoong gilt wegen exzellenter Sponsorenverbindungen momentan als heißer Favorit auf den Platz von Tarso Marques. Noch in dieser Saison wird höchstwahrscheinlich einer der beiden Fahrer den Argentinier ersetzen. Dass der 24-Jährige aber schon beim Großen Preis von Ungarn am 19. August im Minardi sitzen könnte, wie oftmals spekuliert wurde, dementierte ein Sprecher des Teams gegenüber F1Total.com am Donnerstag. Zunächst einmal wird Yoong die Superlizenz erwerben müssen.

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