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  • 26.06.2001 · 11:16

  • von Fabian Hust

Michelin mit hohen Erwartungen zum Heimrennen

Mit Spannung blickt Michelin auf das so wichtige Heimrennen beim Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours

(Motorsport-Total.com) - Auch wenn sich Michelin, immerhin einer der drei größten Reifenkonzerne der Welt, als "Global Player" betrachtet: Der Große Preis von Frankreich gehört für ein französisches Unternehmen zu den Höhepunkten des Formel-1-Jahres. Im Jahr eins des Wiedereinstiegs in die Formel 1 setzt der Hersteller mit dem Bibendum als Markenzeichen ganz besondere Hoffnung auf das Rennen in Magny-Cours: Auf keiner anderen Grand Prix-Strecke konnte Michelin in der Vorbereitungsphase ausführlicher testen als auf dem 'Circuit de Nevers'. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an den französischen WM-Lauf, der nur sieben Tage nach dem Großen Preis von Europa bereits am kommenden Wochenende stattfindet.

Michelin

'Bibendum' heißt das Logo des Michelin-Konzerns

Auf Pierre Dupasquier, den Motorsport-Direktor von Michelin, wartet vor dem Großen Preis von Frankreich ausnahmsweise keine große Unbekannte: Nach den Formel-1-Rennen in Monaco, Kanada und auf dem Nürburgring gastiert der Grand Prix-Zirkus am kommenden Wochenende auf einer Strecke, die dem Reifenhersteller bestens bekannt ist. "Wir kennen den Kurs von Magny-Cours besser als jeden anderen, auf dem wir bislang in diesem Jahr angetreten sind", erläutert der Rennchef die Ausgangssituation vor dem zehnten Saisonlauf. "Die Rundenzeiten, die wir bei unserem letzten Test auf dem 'Circuit de Nevers' Ende Mai erzielt haben, waren schon sehr konkurrenzfähig. Nichtsdestotrotz gibt es für uns noch viel zu tun."

Dem knapp verpassten möglichen Sieg am vergangenen Sonntag trauert Dupasquier nicht lange hinterher: "Wir sind sehr zufrieden mit dem zweiten Rang, den Juan-Pablo Montoya am Nürburgring erzielte", fasst er den Großen Preis von Europa aus Michelin-Sicht zusammen. "Zumal Juan-Pablo obendrein auch noch die schnellste Rennrunde gedreht hat und Ralf Schumacher klar zeigen konnte, dass er schneller als sein Bruder war. 15 Runden lang hat er Michael das Leben ganz schön schwer gemacht, leider ohne ihn überholen zu können. Der Grand Prix hätte auch anders ausgehen können."

Während Montoya und Schumacher mit den Plätzen zwei und vier insgesamt neun wichtige WM-Punkte auf die Konten ihres BMW-Williams-Teams und des Reifenpartners Michelin buchen konnten, untermauerten auch die ebenfalls von Michelin bereiften Raubkatzen von Jaguar den erfreulichen Aufwärtstrend der vergangenen Rennen. "Die Früchte unserer harten Arbeit zahlen sich allmählich aus", stellte Eddie Irvine erfreut fest. Der Nordire war als Zwölfter des Qualifyings gestartet und hatte als Siebtplatzierter die Punkteränge im Kampf gegen den McLaren-Piloten Mika Häkkinen nur knapp verpasst ? obwohl er mit seinen Michelin-Pneus überaus zufrieden war. "Wir haben den Rückstand im Rennen auf unsere Wettbewerber reduzieren können. Jetzt müssen wir im Abschlusstraining noch besser werden. Unser hartes Entwicklungsprogramm sollte es uns schon bald ermöglichen, weiter vorn in der Startaufstellung zu stehen. Dies könnte in Magny-Cours bereits der Fall sein."

Der 'Circuit de Nevers' besitzt den glattesten Asphaltbelag aller Formel-1-Pisten und erlaubt deswegen andere Feder- und Dämpfer-Abstimmungen. Schnelle Schikanen und langsame bis mittelschnelle Kurven dominieren den Streckenverlauf. Sam Michael, Chief Operations Engineer des BMW-Williams-Teams: "Nach unserem Test in Magny-Cours Ende Mai glauben wir, dass Michelin einen guten Reifen für dieses Rennen produziert hat. Die Griffigkeit des Belags schwankt stark, abhängig von Temperatur und Bewölkung. Das heißt, das Timing für die Qualifikationsversuche entscheidet."


Ralf Schumacher: "Die Strecke von Magny-Cours mag ich ganz gern, denn in der Vergangenheit war ich dort stets recht flott unterwegs. Die einzige Kurve, die die Reifen besonders beansprucht, ist die sehr schnelle, langgezogene Rechts nach Start und Ziel. Da nach dieser Ecke die längste Gerade der Strecke folgt, ist sie ganz besonders wichtig: Hier heißt es Schwung mitnehmen. Dafür muss der linke Vorderreifen ein konstantes Grip-Level bieten."