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  • 25.01.2016 · 20:56

  • von Dieter Rencken & Dominik Sharaf

Michelin: Formel-1-Comeback nicht ad acta gelegt

Sportchef Couasnon zeigt sich an einer Rückkehr weiter sehr interessiert, wünscht jedoch eine Abkehr von Reifenschonung und moderatere finanzielle Vorstellungen

(Motorsport-Total.com) - Michelin hat nach der verlorenen Formel-1-Ausschreibung für 2017 bis 2019 einen Wiedereinstieg in die Königsklasse nicht ad acta gelegt. Wie Pascal Couasnon 'Motorsport-Total.com' am Rande der Rallye Monte Carlo sagt, würden sich die Franzosen erneut um den Status als Einheitsausrüster für Reifen bewerben, sofern Bernie Ecclestone und die FIA an den Rahmenbedingungen schrauben: "Wir sind an einer Rückkehr interessiert", meint Couasnon, "aber eben nicht um jeden Preis."

Michelin

Michelin hat weiter Interesse, mit seinen Trucks in das Formel-1-Paddock zu rollen Zoom

Michelin wünscht neben angemessenem finanziellen Aufwand den "Einklang mit der Philosophie" des Unternehmens. Darunter ist wohl zu verstehen, dass die Regelhüter nicht Reifen fordern, mit denen es den Piloten unmöglich ist, eine Grand-Prix-Distanz trotz Boxenstopps unter Vollast zu absolvieren. "An unserer Position ändert sich nichts", unterstreicht Couasnon und plädiert für mehr Seriennähe. "Wenn wir Rennen haben, die ein guter Mix zwischen Technologie und Show sind, dann wäre das wirklich prima. Und wir brauchen 18-Zoll-Reifen, dieser Schritt muss kommen."

Mit haltbaren und leistungsfähigen Pneus will Michelin bei Endkunden Werbung für seine Produkte machen: "Wir wollen der Öffentlichkeit, den Fans und dem Formel-1-Zirkel zeigen, zu was wir in der Lage sind", betont Couasnon. Dass die serienmäßige Ausrüstung von Straßenautos - etwa die der in der Formel 1 engagierten Marken - das Ziel wäre, verneint er: "Es wäre interessant, Kontakte zu Herstellern zu knüpfen, aber bestimmt nicht der einzige Vorteil und der entscheidende Grund."


Fotostrecke: Schwarzes Gold: Alle Reifenhersteller der F1

Obwohl sich Michelin laut seinem Sportchef damit anfreunden könnte, nicht als Einheitsausrüster zu fungieren, sondern sich einem "Reifenkrieg" wie schon in den Jahren 2001 bis 2006 zu stellen, wünscht sich Couasnon keine Situation wie damals: "Unsere Philosophie ist es, jedem gegenüber fair zu sein", kommentiert er in Bezug auf die Entwicklung von Reifen speziell für Renault, die Fernando Alonso im Kampf gegen Bridgestone-Lieblingskind Ferrari unterstützt hatte.

Michelin bemühte sich im vergangenen Sommer um ein Comeback als Reifenherstellerin in der Formel 1, zog aber gegen Platzhirsch Pirelli den Kürzeren. Der Vertrag mit den Italienern wurde nach der offiziellen Ausschreibung um drei Jahre bis Ende 2019 verlängert. Beide Unternehmen hatten die sportlichen Kriterien erfüllt, doch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone entschied sich aus kommerziellen Gründen für Pirelli.

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