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Mercedes: "Keine Ahnung", wie Hamilton schnellste Runde gefahren ist

Bei Mercedes hat man selbst keine Ahnung, wie Lewis Hamilton auf abgefahrenen Hards die schnellste Runde drehen konnte - Erklärung zur Bottas-Strategie

(Motorsport-Total.com) - In der letzten Rennrunde von Silverstone überraschte Lewis Hamilton alle. Der Brite stellte sich gegen die Entscheidung von Mercedes, noch einmal an die Box zu kommen und sich frische Reifen abzuholen, um auf die Jagd nach der schnellsten Rennrunde zu gehen. Der Brite schaffte es trotzdem - auf 32 Runden alten, harten Reifen.

Lewis Hamilton

Mit Überqueren der Ziellinie holte sich Lewis Hamilton noch die schnellste Runde Zoom

"Wir haben echt keine Idee, wie Lewis das gemacht hat", rätselt auch Mercedes-Chefstratege James Vowles. "Der härteste Reifen, komplett abgefahren - und trotzdem fährt er am Ende so eine fantastische Runde. Gut gemacht, keine Ahnung", so der Mercedes-Mann ungläubig.

Eigentlich wollte Mercedes Hamilton noch reinholen, weil er trotz eines Boxenstopps keine Position verloren hätte - doch der Brite wollte nicht. "Er fühlte sich mit dem Verhalten seines Reifens noch wohl, und darum haben wir ihn noch draußen gelassen. Aber wie ihr gesehen habt, hat er die schnellste Runde trotzdem geholt", so Vowles.

Und dabei hat er sogar Teamkollege Valtteri Bottas geschlagen, der kurz zuvor an die Box gefahren war und sich frische Soft-Reifen abgeholt hatte. Der Finne hatte Pech und musste noch einmal zum Stopp, weil er zuvor zwei Stints auf Medium-Reifen absolviert hatte und laut Regeln noch einen Stint auf einem anderen Reifen benötigte.

Darum war Bottas zweimal auf Medium

Doch die Frage ist, warum Mercedes Bottas nicht im zweiten Stint auf Hard gesetzt hat und durchgefahren ist - wie bei Hamilton. Vowles erklärt: "Vor dem Rennen hatten wir eine Zweistoppstrategie geplant. So wie Ferrari und so wie Red Bull. Ein Stopp war möglich, aber man hätte einige Risiken eingehen müssen, von daher war es nicht unsere bevorzugte Strategie."

So würde man dafür den Hard über eine große Distanz fahren müssen - "ein Reifen, den wir im Freien Training nicht angerührt hatten", wie Vowles anmerkt. Zusätzlich bestärkt wurde man durch die Konkurrenz: Als Bottas in die Box ging, hatte Red Bull schon beide Piloten reingeholt, Ferrari einen. "Und alle waren auf Medium gegangen, mit Ausnahme von Gasly, der auf Hard war."


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Bottas hatte also freie Fahrt nach dem Stopp, und Mercedes entschied sich für die vermeintlich schnellste Strategie zu dem Zeitpunkt: Medium - Medium - Hard. Beim anderen Auto hatte man am Morgen ausgemacht, dass man im zweiten Stint auf Hard gehen würde.

Denn einerseits wollte man sich die Möglichkeit für einen Stopp offen halten, sollten die Umstände es zulassen, und andererseits sollte es so für eine Möglichkeit sorgen, dass beide Fahrer auf der Strecke kämpfen können.

"Lewis wäre ohne das Safety-Car hinter Valtteri auf den Hard-Reifen wieder rausgekommen, und ich denke, dass wir ein unglaublich aufregendes Rennen gesehen hätten", so Vowles.

Warum stoppte Bottas nicht auch unter dem Safety-Car?

Doch das Safety-Car ruinierte diesen Kampf und gab Hamilton die Möglichkeit zur bequemen Führung. Der Brite holte sich Hard und fuhr durch, während Bottas später noch einmal zum Stopp kommen musste. Doch warum holte Mercedes nicht auch den Finnen rein, um ihn mit Hard durchfahren zu lassen?


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Die Antwort lautet: Sebastian Vettel. "Wir haben Valtteri nicht reingeholt, weil er zu dem Zeitpunkt hinter Vettel lag", sagt Vowles. "Beide Autos wären reingekommen und beide Autos hätten die harten Reifen genommen. Und das hätte Valtteris Position wohl bis zum Ende des Rennens zementiert."

Da die Mediums erst vier Runden alt waren und das Auto gut performte, sah man in der Zweistoppstrategie die beste Chance für Bottas, zumindest auf Rang zwei zu kommen.

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