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  • 20.08.2001 · 15:31

Mercedes gratuliert mit Humor und gibt sich kämpferisch

Mercedes-Benz gratulierte Michael Schumacher zum Weltmeistertitel und gibt sich für die letzten Rennen kämpferisch

(Motorsport-Total.com/dpa) - Nach der bitteren Niederlage in Budapest zeigte sich Mercedes als fairer Verlierer mit viel Humor. Der Stuttgarter Automobilkonzern erwies am Montag dem alten und neuen Weltmeister öffentlich seine Ehrerbietung: "Herzlichen Glückwunsch Michael Schumacher zum frühzeitigen Gewinn des 4. WM-Titels." In einer Werbeanzeige sitzt Schumacher im Safety-Car, dem einzigen "Silberpfeil", der in der Formel 1 niemals überholt werden kann. "Ein seltenes Bild: Rot fährt Silber", so die Schwaben, die sich selbst auf die Schippe nahmen: "Fahrstunde mit dem Weltmeister."

Norbert Haug

Norbert Haug: Michael Schumacher und Ferrari haben einen besseren Job gemacht Zoom

"Michael Schumacher und Ferrari haben einen besseren Job gemacht. Und wir haben einige Fehler gemacht", analysierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. McLaren-Teamchef Ron Dennis stellte selbstkritisch fest: "Dieses Jahr können uns die Fahrer Vorwürfe machen, aber wir werden aus unseren Fehlern lernen." Das einst so erfolgsverwöhnte Team hat allerdings viel Arbeit vor sich. Immerhin hat die Vorbereitung auf die neue Saison schon seit vier Monaten begonnen. Die Arbeit soll nun forciert werden, auch in der Fahrerdiskussion sollte bald Klarheit geschaffen werden.

"Michael Schumacher ist einfach schneller: Er kommt nicht nur früher ins Ziel, er holt auch früher den Titel. Aber wir tun alles, damit es diese Saison noch einige spannende Rennen gibt - und in der nächsten erst recht", kündigte Mercedes in der "Schumi-Anzeige" die Rückkehr zur alten Stärke an. "Wir dürfen uns nicht zufrieden geben, mit dem Ruhm der Vergangenheit", forderte Dennis.

"Mein Auto war nicht so schnell wie der Ferrari", klagte David Coulthard (51 Punkte), der sich mit Schumachers Teamkollegen Rubens Barrichello (46) und seinem Bruder Ralf (44) im Williams-BMW um die Vize-Weltmeisterschaft streitet. Für die Fahrer ein Titel ohne Wert: "Der Zweite ist trotzdem der erste Verlierer", sagte Ralf Schumacher.

"Ich glaube, dass ich in diesem Jahr besser als je zuvor war, aber wir kamen oft nicht ins Ziel", stellte Coulthard fest. Der Schotte und sein Teamkollege Mika Häkkinen (Finnland) mussten in den bisherigen 13 Rennen dieser Formel-1-Saison insgesamt neun Ausfälle verkraften. Die beiden Ferraris von Schumacher und seinem Teamkollegen Rubens Barrichello kamen nur fünf Mal nicht ins Ziel.

Für den britisch-schwäbische Rennstall, der auch im Kampf um die Marken-WM Ferrari vorzeitig unterlag, könnte es noch schlimmer kommen. Williams-BMW hat vor den letzten vier Rennen in Spa, Monza, Indianapolis und Suzuka nur 13 Punkte Rückstand. Der zweite Platz ist in Gefahr. "In den letzten fünf Jahren war es ein Fight zwischen McLaren-Mercedes und Ferrari. Jetzt ist ein drittens Team dabei", sagte Haug, der auch weiß, dass Konkurrenz das Geschäft belebt.

Schon in der zweiten Saison nach ihrer Rückkehr in die Königsklasse des Motorsport haben die Münchner bislang drei Saisonsiege durch Ralf Schumacher verbucht. Den Wettstreit der deutschen Mitbewerber bewertete Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo gewohnt diplomatisch: "BMW war unglaublich, McLaren sehr stark."

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