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  • 05.10.2015 · 15:17

  • von Ryk Fechner

McLaren vor Sotschi 2015: Loblied auf die Einigkeit

McLaren hakt die Formel-1-Saison 2015 als Lernjahr ab und begreift Sotschi als Entwicklungsrennen - Erinnerungen an 2014 dienen als sportlicher Ansporn

(Motorsport-Total.com) - Seit den Wirrungen um die eigene Fahrerbekanntgabe für die Formel-1-Saison 2016 scheint es wieder ruhiger bei McLaren geworden zu sein. Jenson Button bleibt der Formel 1 ein weiteres Jahr erhalten, um die Aufbauarbeit in Woking und Sakura voranzutreiben - zum Leidwesen der Ersatzpiloten Stoffel Vandorne und Kevin Magnussen, die sich Chancen auf sein Cockpit ausrechnen. Währenddessen hofft man ab dem Russland-Grand-Prix auf weitere Zielankünfte beider Fahrzeuge, wie dies beim Grand Prix von Suzuka gelang und versucht, den Funkspruchskandal von jenem Rennen durch Fernando Alonso zu kitten.

Fernando Alonso, Jenson Button

Fernando Alonso und Jenson Button brauchen weiterhin einen langen Atem Zoom

"Suzuka war für uns ein herausforderndes Rennen, doch die Unterstützung der Fans war unglaublich. Daraus können wir immer noch etwas Positives ziehen", findet Alonso, der im Boxenradio den Honda-Antrieb mit einem GP2-Motor verglich, während hochrangige Honda-Funktionäre auf ihrer hauseigenen Strecke anwesend waren: "Wir arbeiten hart an der Zuverlässigkeit und es war ermutigend, dass wir mit dem Auto das gesamte Wochenende keine Probleme hatten."

Geraden: Gift für die McLaren-Performance

Ähnlich diplomatisch äußert sich Button: "Suzuka war wegen der Natur der Strecke ein herausforderndes Rennen, aber in Japan vor Hondas heimischem Publikum zu fahren war eine unglaubliche Erfahrung, die bei uns allen die Stimmung hob." Ebenso beschwört man für Sotschi b im Hause McLaren Einigkeit.

"Sotschi ist eine großartige Strecke mit engem Straßenkurslayout. Die Kurven muss man exakt ansteuern, weswegen es toll ist, hier zu fahren", erläutert Alonso das geringe Gripniveau der Fahrbahnoberfläche. "Die zwei Geraden sind lang. Die Höchstgeschwindigkeiten bedeuten, dass es für uns nicht einfach wird, jedoch ist unser Auto gut ausbalanciert. Daher hoffe ich auf ein gutes Wochenende", geht der Spanier darauf ein, dass das PS-Defizit der Honda-Antriebseinheit in Sotschi wieder einen Schritt zurück in der Startaufstellung bedeuten könnte.

Rennwochendenen als Testfahrten

Teamchef Eric Boullier bremst nach den Turbulenzen von Japan die Erwartungen für Russland. "Jedes Wochenende ist für uns eine Gelegenheit um zu lernen, zu entwickeln und um die Erfahrungen in das kommende Auto einfließen zu lassen. In Sotschi wird das nicht anders sein", so Boullier, der in Suzuka durch Buttons Vertragspoker und Alonsos Aussagen vor versammeltem Formel-1-Publikum alle Hände voll zu tun hatte.


Fotostrecke: Top 10: Funksprüche in der Formel 1

Mit diesen Aussagen stellt Boullier zugleich dar, dass man sich in der (Konstrukteurswertung) wenig Hoffnung auf einen versöhnlichen Abschluss macht. Sauber auf Platz acht hat dort neun Punkte Vorsprung auf die einstigen Weltmeistermacher. Obwohl auch Sauber in Suzuka krisengeschüttelt war, haben die Schweizer im Gegensatz zu McLaren in diesem Kampf bessere Startvoraussetzungen.

"Wir kennen die Einschränkungen unseres Pakets." Eric Boullier

Felipe Nasr und Marcus Ericsson waren noch in Suzuka mit dem dritten Antriebsstrang der Saison unterwegs. Unwahrscheinlich, dass es bei dieser Zuverlässigkeit plötzlich Gridstrafen für die Ferrari-befeuerte Mannschaft hagelt. Hingegen muss McLaren seine Zuverlässigkeitsprobleme, die sich auch negativ auf die Leistung auswirken, schnell abstellen, denn sowohl Alonso als auch Button nutzten jeweils ihren neunten erlaubten Verbrennungsmotor.


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Für 2014, als McLaren häufig im Mittelfeld landete, zieht Boullier Sotschi als sportlichen Erfolg heran. "Im Vorjahr hatten wir ein starkes Wochenende", kommentiert er den vierten und fünften Platz von 2014 durch Button und Magnussen: "Wir kennen die Einschränkungen unseres Pakets und wir sind weiter unermüdlich dabei, an unserer Zuverlässigkeit und Performance zu arbeiten, um bestmögliche Resultate einzufahren."