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  • 05.10.2015 · 14:07

Sauber: Olympischer Gedanke in Sotschi zu wenig

Das Sauber-Team kommt mit gemischten Gefühlen nach Russland und erwartet endlich den Befreiungsschlag - Ein wichtiger Faktor könnten die Reifen spielen

(Motorsport-Total.com) - "Dabei sein ist alles", lautet der berühmte Gedanke hinter den Olympischen Spielen. Für das Sauber-Team wird das beim Grand Prix von Russland in Sotschi zu wenig sein. Zuletzt kratzte man immer nur knapp an den ersten Zehn, Punkte im zweistelligen Bereich sind seit dem Saisonauftakt in Australien (14 Punkte) Wunschdenken. Wie legen die Schweizer nun das Gastspiel im Olympischen Park an?

Marcus Ericsson, Felipe Nasr

Wird man die Blau-Gelben in Russland wieder weiter vorne sehen? Zoom

Für Markus Ericsson war 2014 das Rennen im flächenmäßig größten Land der Erde auch sein letztes mit dem Caterham-Team. Er hat gute Erinnerungen an die Strecke und hofft auf ein zweites gutes Russland-Wochenende. "Wir müssen erneut hart daran arbeiten, unser Aerodynamik-Update weiter zu optimieren. Und natürlich lautet unser Ziel - zurück in die Top 10 zu kommen", so der Schwede.

Für Teamkollegen Felipe Nasr ist das Autodrom Formel-1-Neuland. Er wird dort im ersten Freien Training am Freitag seine allerersten Runden mit einem Formel-1-Boliden drehen, Erfahrungen konnte er dort im Vorjahr schon mit dem GP2-Renner sammeln.

"Dieser Kurs ist ein Mix aus permanenter Strecke und Stadtkurs. Es ist beeindruckend, dass dieses Autodrom inmitten des Olympischen Parks gebaut wurde", was das gesamte Umfeld interessanter mache.

"Der Kurs besteht hauptsächlich aus langsamen sowie mittelschnellen Kurven. Da braucht es eine gute Bremsstabilität. Ein entscheidender Faktor ist auch das Herausbeschleunigen aus den Kurven. Während des Rennwochenendes werden wir weiterhin die Daten unseres Aero-Pakets auswerten", analysiert der Brasilianer.


Fotos: Sauber, Großer Preis von Japan


Giampaolo Dall'Ara, Leitender Ingenieur an der Rennstrecke, bemerkt, dass der Kurs sehr schonend mit den Pirelli-Pneus umgeht. "Die Gründe dafür liegen im speziellen Asphaltbelag, den eher kühlen Bedingungen und dem Fehlen von Hochgeschwindigkeitskurven", erklärt er. "Pirelli hat sich dieses Mal für die Reifenmischungen weich und superweich entschieden - ganz im Gegensatz zu den Medium- und weichen Reifen vor einem Jahr. Es wird interessant, welche Auswirkungen diese neue Reifenwahl auf die Autoabstimmung und die Rennstrategie haben wird."

"Im ersten und letzten Sektor sind Traktion und Bremsen sowie Leistung auf den Geraden gefragt", erläutert Dall'Ara. "Während es im mittleren, anspruchsvollen Abschnitt darauf ankommt, dass die Fahrer in den aufeinanderfolgenden Kurven ihren Rhythmus finden."