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McLaren übernimmt Mitverantwortung für Ricciardos Scheitern

"Beide Seiten haben alles versucht": Andreas Seidl spricht über die vorzeitige Trennung von Daniel Ricciardo und gibt sich und McLaren eine Mitschuld

(Motorsport-Total.com) - McLaren sieht sich in der Mitverantwortung dafür, dass es mit Daniel Ricciardo nicht geklappt hat. Das Formel-1-Team gab am Mittwoch offiziell die einvernehmliche Trennung zum Ende der aktuellen Saison bekannt, obwohl Ricciardos Vertrag noch ein Jahr, also bis einschließlich 2023, gelaufen wäre.

Andreas Seidl, Lando Norris, Daniel Ricciardo

Teamchef Andreas Seidl bedauert, dass es mit Ricciardo nicht geklappt hat Zoom

Auch wenn der 33-Jährige sein wahres Potenzial bei McLaren nur selten zeigen konnte, ist sich das Team darüber im Klaren, dass es ihm nicht die ganze Schuld an der Situation geben kann. Teamchef Andreas Seidl sagt sogar, dass die Verantwortung für den Verlauf der Dinge zwischen beiden Seiten geteilt werden müsse.

"Am Ende müssen wir anerkennen, dass wir es nicht geschafft haben, es gemeinsam zu schaffen, trotz all des Engagements von Daniels Seite, von der Seite des Teams und trotz all der Anstrengungen, die wir alle unternommen haben", betont Seidl.

Es sei gewiss nicht das Ergebnis, das man sich gewünscht habe, sagt der Teamchef weiter. "Aber gleichzeitig ist es wichtig, dass wir uns jetzt auf die verbleibenden neun Rennen konzentrieren und als Team noch einmal alles geben. Daniel wird dasselbe tun und versuchen, unsere Beziehung auf einem Hoch zu beenden."

Dabei gehe es vor allem um den "engen Kampf mit den Alpine-Autos". Alpine liegt in der Konstrukteurswertung derzeit auf dem vierten Platz, vier Punkte vor McLaren.

Seidl: "Als Teamchef mitverantwortlich"

Obwohl Ricciardo in den 18 Monaten, die er beim Team ist, gelegentlich Anzeichen für eine vielversprechende Entwicklung gezeigt hat, vor allem bei seinem Sieg in Monza, konnte er nicht zum Niveau seines Teamkollegen Lando Norris aufschließen.

Trotz der vorzeitigen Trennung ist es Seidl ein Anliegen, hervorzuheben, dass der Rennstall alles versucht habe, Ricciardo zu helfen: "Ich denke, es ist sehr wichtig zu betonen, dass es von meiner Seite aus, auch von der Seite des Teams, ein riesiges Engagement und eine Menge Aufwand gab, damit das funktioniert."


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"Das Gleiche gilt für Daniel. Das Wichtigste für mich ist, dass wir immer mit unseren Kollegen, aber auch mit den Rennfahrern zusammenarbeiten. Wir haben intern einen offenen, ehrlichen und transparenten Dialog untereinander. Den hatten wir immer."

"Wir haben von beiden Seiten alles versucht, was möglich war. Leider haben wir es nicht hinbekommen, und dafür bin ich als Teamchef natürlich verantwortlich. So sehe ich das."

Brown von Ricciardos Problemen überrascht

McLaren-CEO Zak Brown gibt indes zu, dass das Team nie mit solchen Schwierigkeiten gerechnet hatte, nachdem man Ricciardo Ende der Saison 2020 von Renault abgeworben hatte. "Wir sind alle überrascht, dass er nicht mehr Ergebnisse und mehr Performance wie in Monza abgeliefert hat", grübelt der US-Amerikaner.

Und Brown ergänzt: "Er hat einen fantastischen Lebenslauf und kam als siebenfacher Grand-Prix-Sieger zu uns und verlässt uns als achtfacher Grand-Prix-Sieger mit noch neun ausstehenden Rennen. Wer weiß, was später in diesem Jahr passiert. Hoffentlich findet er in einem neuen Umfeld zu seiner Form zurück."