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Marko kritisiert Formel-1-Struktur: Teams sollten nicht mitreden

Helmut Marko fordert neue Entscheidungsstrukturen in der Formel 1 - Für den Geschmack des Österreichers ist die Verantwortung auf zu viele Schultern verteilt

(Motorsport-Total.com) - Braucht die Formel 1 eine "Diktatur"? Zumindest Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko ist der Hinsicht, dass die Teams keinen Einfluss auf die Regeln der Königsklasse haben sollten. Der Österreicher ist der Meinung, dass der Sport dadurch unnötig teuer und kompliziert wird. Stattdessen fordert er eine größere Beachtung der Fan-Wünsche und erhält dabei unter anderem Unterstützung vom viermaligen Weltmeister Alain Prost.

Helmut Marko

Helmut Marko ist der Meinung, dass die Teams sich weniger einmischen sollten Zoom

"Ich glaube, die Entscheidungsstruktur ist nicht richtig aufgebaut", sagt Marko bei 'ServusTV' und erklärt: "Man kann nicht die Teams mitreden lassen, denn jedes Team, das glaubt einen Vorteil zu haben, verteidigt diesen. Auf der anderen Seite haben wir die FIA und wir haben Bernie Ecclestone, der die kommerziellen Rechteinhaber vertritt. Das sind einfach viel zu viele Interessen und da kommt man auf keinen grünen Zweig."

Markos Vorschlag: "Was man simpel machen muss: Man muss zum Beispiel das Publikum befragen und dann keine Ingenieure, sondern eine Gruppe von Leuten mit Hausverstand das umsetzen lassen. Denn sobald man Ingenieure ins Spiel bringt wird es unendlich kompliziert und noch unendlich viel teurer." Prost pflichtet ihm bei: "Man sollte die Ingenieure nicht die Regeln bestimmen lassen. Sie denken nicht an Kosten und andere Dinge, das geht immer in die falsche Richtung."

"Sobald man Ingenieure ins Spiel bringt wird es unendlich kompliziert und noch unendlich viel teurer." Helmut Marko

Auch Ex-Teamchef Eddie Jordan hat eine ähnliche Meinung. "Ich habe einen Bernie-Ecclestone-Hintergrund", verrät der heutige TV-Experte und zieht Vergleiche zu anderen Sportarten: "Die größten Erfolge hat man immer unter einem 'Diktator' erzielt. Bernie Ecclestone ist natürlich ein absoluter Diktator, aber es wird ihm gerade aus der Hand genommen."

"Die Macht liegt nicht mehr nur noch bei ihm", erklärt Jordan das potenzielle Problem, das auch Marko erkannt haben will. "Ich würde sagen, dass wir da wieder hin müssen, dass er entscheidet. Er ist ein Purist, ein Rennfahrer und er hat es geliebt, wenn die Leute gegeneinander kämpfen", so Jordan, der ebenfalls vermutet, dass sich die Ingenieure der unterschiedlichen Teams bei wichtigen Fragen nie einig werden.

"Manchmal liebe ich ihn und manchmal hasse ich ihn. Aber eins weiß ich: Er hat es in der Vergangenheit besser hinbekommen, als es heute ist", sagt der Brite abschließend über Ecclestone. Der mittlerweile 84-Jährige ist seit mehr als 40 Jahren in entscheidender Position in der Formel 1 aktiv, musste allerdings vor allem in jüngerer Vergangenheit auch immer wieder Kritik einstecken.

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