powered by Motorsport.com
  • 14.03.2015 · 14:40

  • von Dieter Rencken

Manor-Marussia-Teamchef: Wussten, dass es eng wird

Manor-Marussia-Teamchef John Booth spricht über das vorerst gescheiterte Comeback seines Teams und erklärt, woran der Einsatz in Australien gescheitert ist

(Motorsport-Total.com) - Das Comeback des Manor-Marussia-Teams in der Formel 1 findet vorerst nur auf dem Papier statt. Der Rennstall stellte in Melbourne zwar zwei Autos auf die Räder, doch die technische Abnahme war der einzige Auftritt der umgebauten Vorjahresautos. Auf die Strecke gingen Roberto Merhi und Will Stevens nicht, weshalb sich das Team bei den Rennkommissaren erklären muss. Teamchef John Booth spricht im Interview über die Gründe.

John Booth, Graeme Lowdon

Der Kraftakt von John Booth und seiner Mannschaft fand kein Happy End Zoom

Frage: "John, Sie wussten, dass es schwierig werden würde, aber hatten Sie erwartet, dass das Wochenende so verläuft?"
John Booth: "Wir wussten schon bei der Abreise, dass die Chance, am Qualifying teilzunehmen, sehr gering war. Die modernen Formel-1-Autos sind unglaublich komplex. Wir hatten drei Wochen, um das Auto auf die Regeln des Jahres 2015 umzubauen, hatten aber kaum Zeit, um die Steuerungscomputer und all die notwendige Infrastruktur aufzubauen."

Frage: "Wie ist Ihre jetzt Stimmung? Eine Mischung aus Stolz über das, was Sie erreicht haben, und Traurigkeit?"
Booth: "Wir waren unglaublich stolz, als wir am Donnerstag die Technische Abnahme bestanden haben. Aber das, was seitdem passiert ist, war natürlich enttäuschend und frustrierend. Aber mehr konnten wir mit unseren Ressourcen einfach nicht tun."

Frage: "Wie sieht nun der Plan für Malaysia aus? Haben Sie genug Fortschritte gemacht, um dort auf die Strecke gehen zu können?"
Booth: "Auf jeden Fall. Wir sind nun deutlich weiter als zu Beginn der Woche. Alle Steuer- und Kontrollsysteme funktionieren, wir können mit den Autos kommunizieren. Die Anzeigen am Kommandostand funktionieren ebenfalls. Wir haben im Laufe der Woche kolossale Fortschritte gemacht, aber es hat trotzdem nicht gereicht."


Fotos: Manor Marussia, Großer Preis von Australien


Frage: "An wie vielen Stunden ist es letztlich gescheitert?
Booth: "Wir wussten heute gegen vier Uhr morgens, dass wir es nicht schaffen würden."

Frage: "Und wie viel Zeit hätten Sie noch benötigt? Einen Tag?"
Booth: "Ja. Wir werden am Montag vor dem Rennen nach Malaysia gehen und denn am Dienstag die IT in Betrieb nehmen, damit wir am Freitag bereit zum Fahren sind."

Frage: "Und was sind Ihre Ziele in Malaysia? Geht es nur darum, so viel wie möglich zu fahren? Sehen sie das als einen Test an?"
Booth: "Das mechanische Setup des Autos wird im wesentlichen identisch wie im Vorjahr sein. Wir kennen auch die Motoren und Systeme, daher brauchen wir keinen Tests, sondern müssen die Autos nur wieder zum Fahren bringen. Es gibt recht viele neue Leute im Team, daher müssen wir die Arbeitsabläufe einüben. Es geht einfach darum, wieder in Schwung zu kommen."