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Lowe hält nichts von Biturbos: "Lächerliche Idee"

Mercedes-Technikchef Paddy Lowe hält die Biturbo-Idee von Red Bull für unsinnig und unterstellt dem Team, es verfolge damit nur eigene Interessen

(Motorsport-Total.com) - In der Diskussion um die Motorentechnologie der Formel 1 hat sich Mercedes-Technikchef Paddy Lowe klar gegen den Vorschlag von Red Bull ausgesprochen, die seit diesem Jahr eingesetzten Hybrid-Antriebe ab 2016 zu V6-Biturbo-Motoren mit Einheits-KERS umzurüsten. Vor allem das von Red Bull vorgebrachte Argument der Kosteneinsparung hält Lowe für fadenscheinig. "Ein Biturbo soll also billiger sein als ein einzelner Turbo? Ich weiß noch nicht, wie das gehen soll", wird Lowe vom Formel-1-Journalisten Adam Cooper in dessen Weblog zitiert.

Paddy Lowe

Paddy Lowe spricht sich gegen Änderungen des Motorenreglements aus Zoom

Durch die Umrüstung der Hybrid-Antriebe auf reine Verbrennungsmotoren würden im Gegenteil zusätzliche Kosten entstehen. "Regeländerungen, insbesondere im Bereich des Antriebs, kosten in der Formel 1 Geld. Daher ist das die lächerlichste Idee zur Kosteneinsparung, von der ich je gehört habe", kanzelt Lowe den Vorschlag von Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko ab.

Der hatte argumentiert, durch diese Änderung der Motoren könnten die in der abgelaufenen Saison deutlich gestiegenen Kosten für die Antriebe drastisch gesenkt werden. "Das spart Geld. Wir haben ausgerechnet, dass ein Kundenteam höchstens acht Millionen Euro zahlen müsste", hatte Marko dem Fachmagazin 'auto, motor und sport' gesagt. 2014 zahlten die Teams pro Jahr mehr als 20 Millionen Euro für die Antriebe. Selbst Renault hatte aber bezweifelt, dass die Kosten durch den Vorschlag von Red Bull deutlich sinken würden.

Lowe vermutet deshalb völlig andere Motive hinter dem Vorschlag von Red Bull. "Wenn Leute kurzfristige Regeländerungen fordern, dann nur aus eigenem Interesse", so der Brite. Sein Verdacht: Red Bull will auf diesem Weg die Dominanz von Mercedes brechen, die über den besten Antrieb im Formel-1-Feld verfügen. Für Lowe ist das ein ziemlich fragwürdiges Vorgehen.

"Jemand meint, nur weil er nicht an der Spitze ist, seien die Regeln alle falsch", wirft der Technikchef Red Bull vor, ohne das Team beim Namen zu nennen. Für ihn ist das ein einmalige Vorgang. "Ich habe für Teams gearbeitet, die gute und schlechte Jahre hatten. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass jemals jemand Regeländerungen gefordert hätte, damit wir wieder gewinnen", so Lowe.

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