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Lotus spielt Renault-Mappings herunter: "Kimi hasste sie"

Während Ross Brawn glaubt, dass das Verbot neuer Renault-Motorenmappings Red Bull und Lotus hart trifft, spielt das Team aus Enstone deren Bedeutung herunter

(Motorsport-Total.com) - Red Bull und Lotus hinterließen bei den bisherigen Testfahrten einen hervorragenden Eindruck. Danach machte das Gerücht die Runde, dass dies auf illegale Motoreneinstellungen zurückzuführen sei. Die Franzosen waren der Ansicht, dass man auch dieses Jahr - wie nach der Hockenheim-Kontroverse im Vorjahr festgelegt - eines der Mappings der ersten vier Saisonrennen in der verbleibenden Saison benutzen darf. Die FIA stellte daraufhin klar, dass die Teams 2013 keine neuen Referenzmappings festlegen dürfen, sondern mit den Einstellungen seit dem Ungarn-Grand-Prix 2012 weiterfahren müssen.

Romain Grosjean

Grosjean war angeblich nur am letzten Tag mit den neuen Mappings unterwegs Zoom

Sind Red Bull und Lotus also in eine Sackgasse gerannt? Die beiden Renault-Teams setzen im Gegensatz zur Konkurrenz auf eine Heckpartie ohne Flaschenhals-Form, was in der Bremsphase als aerodynamischer Nachteil gilt. Daher wurde vermutet, dass man dies mit den Mappings wettmachen wollte.

Renault-Mappings überbewertet?

Bei Lotus spielt man dies aber nun herunter. "Diese Vermutung ist absoluter Unsinn", sagt Lotus-Einsatzleiter Alan Permane gegenüber der 'BBC'. Er gibt aber zu, dass sein Team die neuen Einstellungen tatsächlich in Barcelona ausprobiert hat: "Renault brachte alternative Motorenmappings mit, um diese auszuprobieren. Sie sprachen darüber mit der FIA, aber Charlie Whiting will nicht, dass wir sie benutzen."

Dies hätte aber keinen Einfluss auf die starke Testperformance gehabt, behauptet Permane: "Kimi hat die neuen Einstellungen einmal bei einer Installationsrunde benutzt - er hasste sie. Romain probierte es bei feuchter Strecke vergangene Woche am letzten Tag aus, und es war in Ordnung. Als es trocken war, fuhren wir aber immer ohne diese Einstellungen."

Liegt Brawn falsch?

Von einem großen Vorteil könne nicht die Rede sein, es gehe vielmehr um "Kleinigkeiten". Mercedes-Teamchef Ross Brawn war allerdings anderer Meinung. Der Brite vermutete, dass die Heckpartien von Red Bull und Lotus ohne die verbotenen Motormappings nicht den erwünschten Effekt bringen würden. "Wenn Ross so etwas sagt, dann ist das doch kompletter Schwachsinn."

Lotus-Technikchef James Allison schlägt in die gleiche Kerbe wie Permane. "Wir haben am letzten Testtag mit einem Motormapping experimentiert und haben der FIA erklärt, was wir machen", schildert er die Geschehnisse. "Nachdem wir es benutzt hatten und ohnehin der Meinung waren, dass es nicht sehr gut funktioniert hat, erfuhren wir, dass die FIA damit nicht so glücklich ist. Daher setzen wir es nicht ein."