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Lob für Theo Pourchaire: "Extrem erwachsen, wahnsinnige Rennintelligenz"

Alfa-Romeo-Teammanager Beat Zehnder schwärmt von Sauber-Junior Theo Pourchaire in den höchsten Tönen und bestätigt einen baldigen Freitagseinsatz

(Motorsport-Total.com) - Der 19-jährige Franzose Theo Pourchaire gehört zu den vielversprechendsten Talenten im Unterbau der Formel 1, doch auf sein Debüt als Rennfahrer in der Königsklasse des Motorsports wird er vermutlich noch warten müssen. Das ist aber, findet Alfa-Romeo-Teammanager Beat Zehnder, für den weiteren Verlauf seiner Karriere kein Beinbruch.

Theo Pourchaire

Theo Pourchaire ist bereits seit 2019 Mitglied des Sauber-Juniorteams Zoom

Pourchaire liegt vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi an zweiter Position der Formel-2-Gesamtwertung 2022, kann aber auch rechnerisch nicht mehr Meister werden. Als Titelträger steht der Brasilianer Felipe Drugovich bereits fest.

"Eigentlich müsste er näher an Drugovich dran sein", sagt Zehnder im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. "Er hat in Dschidda ein Wochenende zum Vergessen gehabt. Er hatte, glaube ich, zwei oder drei Motorenschäden, einen Getriebeschaden." Aber: "Es ist vielleicht gut, dass er nicht Meister wird dieses Jahr, damit er noch ein Jahr in der Formel 2 weitermachen kann."

Denn: Der Meister in der Formel 2 darf im nächsten Jahr nicht mehr Formel 2 fahren, so sehen es die FIA-Statuten vor. Theoretisch könnte der ART-Pilot also ein drittes Jahr dranhängen - das hat er aber nicht vor: "Diese ist sicher meine letzte Saison in der Formel 2", sagt er. "Erstens wäre es finanziell nicht möglich, und zweitens sind zwei Jahre in einer Meisterschaft genug für einen Fahrer."

Was er stattdessen vorhat, ist noch unklar. Ein Freitagstraining bei Alfa Romeo ist für den Sauber-Junior "eingeplant", bestätigt Zehnder. Wo, das wurde zumindest offiziell noch nicht kommuniziert. Und 2023? Pourchaire selbst sagt gegenüber 'FranceRacing.fr': "Wenn ich nicht Formel 1 fahre, weiß ich noch nicht, was ich tun werde."

Erster Formel-1-Test auf dem Hungaroring

In der Sommerpause erhielt Pourchaire schon mal seinen ersten Formel-1-Test, in einem 2019er-Sauber mit Demoreifen von Pirelli. "Für mich ist ein Traum wahr geworden", sagte er danach. "Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben ein Formel-1-Auto gefahren. Davon habe ich geträumt, seit ich ein Kind war!"

Dass es mit dem Formel-2-Titel 2022 nach dem fünften Platz 2021 nicht geklappt hat, lag nicht nur an ihm. In Spa erlitt er einen Getriebeschaden; in Zandvoort crashte er im Qualifying, leistete sich einen Ausritt im Sprint und wählte im Hauptrennen die falsche Strategie; in Monza musste er seine schnelle Qualirunde wegen einer roten Flagge abbrechen, und im Hauptrennen wurde er in eine Kollision verwickelt.

Obwohl er seit seinem Sieg am Hungaroring in sechs Läufen nur fünf Punkte geholt hat, liegt Pourchaire in der Meisterschaft auf Rang 2, 29 Punkte vor Williams-Junior Logan Sargeant. Sein Talent steht ohnehin nicht in Frage. Zehnder beschreibt ihn als "für sein Alter extrem reif" und "extrem erwachsen", ausgestattet mit einer "wahnsinnigen Rennintelligenz".

"Beim Start positioniert er sein Auto so, dass er keine Plätze verliert. Er gewinnt häufig auch nicht viel, aber er riskiert nur so viel, wie er muss. Für mich ist er ein sehr intelligenter Fahrer", streut Zehnder dem Franzosen Rosen. Und er sagt: "Jetzt ist natürlich - wie so oft im Leben - der Zeitpunkt wichtig." Um zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein ...

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