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Lewis Hamilton für Änderung des Formel-1-Wochenendes

Seit Jahren ist der Ablauf eines Formel-1-Wochenendes praktisch gleich - Es gibt Gespräche über Änderungen, doch niemand kennt den optimalen Weg für die Zukunft

(Motorsport-Total.com) - Seit vielen Jahren ist der prinzipielle Ablauf an einem Formel-1-Wochenende gleich. Es gibt am Freitag zwei Freie Trainings, am Samstag ein Freies Training und das Qualifying, und am Sonntag den Grand Prix. Vor allem das Qualifying war in den vergangenen 15 Jahren eine große Baustelle. Fast im Jahrestakt wurden neue Formate und Ideen ausprobiert, bis schließlich 2006 die erste Version mit den Abschnitten Q1-3 eingeführt wurde. Mit einigen Detailänderungen ist dieses Format bis heute gültig.

Nico Rosberg

Der Start um 14:00 Uhr hat bei den Europa-Rennen Tradition Zoom

Ansonsten hat sich der Ablauf eines Rennwochenendes kaum verändert. Das Warmup wurde zur Saison 2004 gestrichen und die Parc-Ferme-Regel nach dem Qualifying eingeführt. In der Strategiegruppe wurde auch in diesem Jahr darüber gesprochen, ob man das Wochenendformat verändern sollte, um den Sport aufregender und spektakulärer zu gestalten. Es gibt im Fahrerlager immer wieder lose Gespräche darüber, aber derzeit keine konkreten Pläne für Änderungen.

"Es ist eine schwierige Frage", meint Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff auf die Frage, ob die Formel 1 grundsätzlich das Wochenendformat überdenken sollte. "Es gibt Gespräche darüber, aber die Meinungen sind unterschiedlich. Es gibt eine Gruppe, und da gehöre ich dazu, die sagen, dass die Formel 1 ein bekanntes Produkt ist." So ist zum Beispiel bei Europarennen die Startzeit um 14:00 Uhr in den Köpfen fest verankert. "Es ist wie bei einem Fußballspiel über 90 Minuten", vergleicht der Österreicher. "Auch wir sollten dabei bleiben."

Vor allem in einer Rennserie in Europa wurde das Wochenendformat in jüngster Zeit mehrfach verändert. Zunächst schaffte die DTM die Freitagstrainings ab und konzentrierte sich nur auf Samstag und Sonntag. "Man hatte das Gefühl, dass dieses Zwei-Tage-Format nicht den vollen Wert bot", meint Wolff kritisch. Die DTM wechselte schließlich von einem Extrem mit kaum Fahrbetrieb ins andere Extrem: Training am Freitag, sowie am Samstag und Sonntag je ein Qualifying und Rennen.


Fotostrecke: F1 Backstage: Sotschi

"Die gute Sache ist, dass ich diese Dinge in der DTM gesehen habe. Wir haben Änderungen durchgeführt, um Kosten zu senken", so Wolff. Bisher bekam die DTM positive Rückmeldungen, die beiden Rennen ab einem Wochenende kommen gut an. Weltmeister Lewis Hamilton würde sich auch für die Formel 1 Änderungen wünschen: "Als Formel-1-Fan stimme ich zu 1.000 Prozent zu", verdeutlicht der 42-fache Sieger. "In meinen neun Jahren in der Formel 1 waren Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag immer gleich."

Würde es beispielsweise zwei Rennen - ein kurzes Sprint- oder Qualifikationsrennen am Samstag - geben, wäre das ein Bruch mit der Tradition. Aber auch wenn sich Hamilton Veränderungen wünscht, weiß er nicht, wie sie aussehen könnten. "Ich habe keine Ahnung wie die Lösung wäre. Viele von uns könnten mit einer Idee kommen, aber 99 Prozent davon wären nicht gut." Man erinnert sich noch daran, wie viele Jahre mit dem Qualifying herumexperimentiert wurde, bis man zu einer Lösung kam.

Anhand der aktuellen Schwierigkeiten in der Formel 1 steht eine Änderung des Wochenendformats weit unten auf der Liste der Tagesthemen. "Es gibt Gespräche, aber ich weiß nicht, welche Richtung in Zukunft richtig wäre", meint Wolff. "Brauchen wir überhaupt Qualifyingrennen oder umgedrehte Startaufstellungen? Aber egal was besprochen wird, es landet in der Öffentlichkeit und viele Leute meinen, dass die Personen in der Strategiegruppe verrückt sind. Man sollte also zunächst herausfinden was die Leute denken, um den Sport weiterzuentwickeln und attraktiver zu machen."

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