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'Lehman Brothers' kann Formel-1-Anteile behalten

Formel-1-Hauptanteilseigner 'CVC' hat zugestimmt, dass die bankrotte Investmentbank 'Lehman Brothers' ihre Formel-1-Anteile behalten kann

(Motorsport-Total.com) - 'CVC', jenes Finanzunternehmen, das die Mehrheit an den kommerziellen Rechten der Formel 1 hält, hat zugestimmt, dass die bankrotte Investmentbank 'Lehman Brothers' ihren Anteil von 15 Prozent an den kommerziellen Rechte am Sport behalten darf.

Lehman Brothers am New Yorker Times Square

'Lehman Brothers' kann die Anteile an der Formel 1 behalten Zoom

Die Einigung wird am Mittwoch durch das US-Insolvenzgericht formell bestätigt. Damit findet ein harter Kampf ein Ende, der begann, als 'CVC' versuchte, im Zuge des Bankrotts im Oktober vergangenen Jahres die Formel-1-Anteile von 'Lehman Brothers' zu pfänden.#w1#

'Lehman Brothers' wurde 2002 ein Anteilseigner der Formel 1, als man einen Anteil übernahm, der sich zuvor im Besitz des Medienkonzerns Kirch befunden hatte, als dieser bankrott ging und nicht mehr in der Lage war, einen Kredit zurückzuzahlen, der von der Bank zur Verfügung gestellt worden war.

'Lehman Brothers' verkaufte ihren Anteil im Jahr 2006 an die 'CVC', reinvestiert dann jedoch in die neue Formel-1-Holding 'Delta Topco' und übernahm 550 Millionen US-Dollar (umgerechnet 395 Millionen Euro) des 2,8-Millionen US-Dollar Kredits (2 Milliarden Euro), den 'CVC' für den Kauf der Rechte benötigt hatte.

Die Satzung von 'Delta Topco', also jene Bestimmungen, nach denen das Unternehmen operiert, verleiht den Direktoren das Recht, jeden Anteilseigner, der insolvent wurde, dazu zu zwingen, seine Anteile zu einem fairen Preis an ein Unternehmen seiner Wahl zu verkaufen.

Am 10. Oktober vergangenen Jahres, fünf Tage nach 'Lehman Commercial Paper', meldete jene Firma Konkurs an, welche den Formel-1-Anteil der Bank direkt besaß. Sie erhielt einen Brief von 'Delta Topco', in dem verlangt wurde, dass sie ihre Anteile an bestimmten Fonds zu einem fairen Preis verkauft.

Dokumente des US-Insolvenzgerichts enthüllen jedoch, dass 'Lehman Brothers' darauf reagierte, indem man sagte, dass "der faire Preis einen Rabatt für eine Minderheitsbeteiligung anwendet", wohingegen "der Marktwert einen Kaufpreis für das Formel-1-Investment hervorbringen würde, der deutlich über dem fairen Preis liegt". Dementsprechend entschied man sich dazu, die Anteile und das Recht der Rückzahlung der Schulden auf eine neue Holding zu übertragen, welche die wertvollen Vermögenswerte in 'Lehmans' Portfolio enthielt.

'CVC' stimmte zu, im speziellen Fall dieses Verkaufes auf seine Rechte zu verzichten, und ein Insider erklärte, dass der Grund dahinter jener ist, dass "sie nicht an eine dritte Partei verkaufen, sie es lediglich von der linken in die rechte Hand wechseln. Effektiv stellt dies keine Veränderung dar".

Auch wenn 'CVC' gegen den Verkauf nicht vorgeht, glaubt 'Lehman Brothers', dass das US-Insolvenz-Gesetz seine Obligationen durch die Satzung sowieso außer Kraft setzen würde, da das Gesetz besagt, "dass ein Schuldner nach Bekanntgabe und Anhörung außerhalb des gewöhnlichen Geschäftsablaufs Besitztum verwenden, kaufen oder verpachten kann".

Zudem heißt es, dass Gerichte verlangen, dass dies auf vernünftigem geschäftlicher Einschätzung erfolgt, und dass der Verkauf an 'Lehman Brothers' neuem Bereich zum Wohle des Unternehmens durchgeführt wird.

Der Verkauf ist ein Zeichen dafür, dass der Formel-1-Besitz trotz der Bedrohung einer Konkurrenzserie immer noch als wertvoll angesehen wird, und dass eine Rückzahlung der Schulden wahrscheinlich ist.

'Lehman Brothers' muss davon ausgehen, dass die Schulden zurückgezahlt werden und die Anteile an Wert zulegen, ansonsten hätte man sich von ihnen einfach getrennt, so wie man Immobilien-Besitzer loswerden muss, die sich Rückzahlungen nicht leisten können. Als Außenstehender sieht es danach aus, als befände sich die Formel 1 in einer ähnlichen Position.

Sollten die FOTA-Teams eine Konkurrenzserie starten, so wie sie dies angedroht haben, dann würden dies Einnahmen der Formel 1 parallel zum Wert der Anteile des Sports kollabieren, was dazu führen könnte, dass der Schuldenberg nicht mehr zurückgezahlt werden könnte, der nun bei 2,3 Milliarden Dollar (1,65 Milliarden Euro) steht.

Kürzlich aufgetauchte Berichte lassen vermuten, dass eine Konkurrenzserie der FOTA nun wieder eine Möglichkeit ist, aber der Eifer von 'Lehman Brothers', die Formel-1-Anteile und Schulden behalten zu können, ist ein Hinweis darauf, dass es wohl nicht dazu kommt.

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