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Lauda: "Wir sind in der Steinzeit gefahren"

Nach seinem Test im Jaguar R2 am Sonntag in Valencia findet Niki Lauda moderne Formel-1-Autos "außerirdisch"

(Motorsport-Total.com) - Am vergangenen Sonntag gab Ex-Formel-1-Weltmeister Niki Lauda sein Formel-1-"Comeback". Der Österreicher kletterte im spanischen Valencia in den Jaguar R2 aus dem letzten Jahr und drehte insgesamt zehn Runden auf der 4,005 Kilometer langen Strecke. Nachdem sich der 52-Jährige zwei Mal in den ersten drei Runden gedreht hatte, lief es besser und er erzielte eine Bestzeit von 1:29.481 Minuten. Damit lag der 171-fache Grand-Prix-Teilnehmer aber deutlich unter seiner Vorgabe, nur vier Sekunden hinter den Zeiten der Jaguar-Racing-Fahrer Eddie Irvine und Pedro de la Rosa zu sein. Der Nordire drehte im Mai des vergangenen Jahres eine Runde von 1:13.817 Minuten, zu der der Teamchef 15,6 Sekunden Rückstand hatte.

Niki Lauda

Jaguar-Racing-Teamchef Niki Lauda fühlte sich im Jaguar R2 auf Anhieb wohl

Trotzdem zeigte sich der 25-fache Grand-Prix-Sieger mit seinem Comeback zufrieden. In einem Interview mit der Tageszeitung 'Die Welt' erklärte der Wiener: Es lief "prachtvoll, hat Spaß gemacht", so der Weltmeister von 1975, 1977 und 1984. "Ich war zwar nicht der Schnellste, bin aber trotzdem froh, es gemacht zu haben." Schließlich wollte er vor allem ein modernes Formel-1-Auto besser verstehen können, um in den Besprechungen mit seinen Fahrern deren Aussagen besser begreifen zu können.

Obwohl Niki Lauda den Vorjahres-R2 in Valencia steuerte, fühlte er sich "im Auto auf Anhieb wohl", freut sich der Jaguar-Racing-Teamchef, der noch schneller hätte fahren können, wenn er die Technik im Griff gehabt hätte. "Ich gehe davon aus, wenn ich die Bedienung der ganzen Technik, die ja für mich neu und irgendwie ungewohnt ist, wie ein aktueller Formel-1-Fahrer hundertprozentig im Griff hätte, wäre es mit meinen Zeiten munter nach vorn gegangen."

Obwohl der 24-fache Pole-Setter in der Vergangenheit mehrmals im McLaren-Mercedes-Doppelsitzer Prominente chauffiert hat, war die Technik zum größten Teil neu für ihn. "Man muss im Vergleich zu früher die Hände gar nicht mehr vom Lenkrad nehmen", fasst der Wiener zusammen. "Bis auf das Lenken und das Gasgeben macht die Elektronik praktisch alles. Rauf- und Runterschalten braucht man auch nicht mehr, beim Runterschalten kannst du die Gänge am Lenkrad vorher einsortieren. Alles sehr ordentlich, sauber und komfortabel."

Niki Lauda simulierte auch einen Start und zeigte sich beeindruckt, da dank der Startautomatik die Hinterräder praktisch nicht mehr durchdrehen können. "Beim Start gibst du nur Vollgas und drückst einen Knopf", erklärte Niki Lauda. "Mit der Launch-control einen Start in Monte Carlo zu versauen, ist unmöglich. Das entspannt natürlich bei einem sonst stressigen Grand-Prix-Start maximal." Für Niki Lauda, der zwischen 1971 und 1985 als Formel-1-Rennfahrer aktiv war, ist es ein völlig neues Fahrgefühl gewesen, einen modernen Formel-1-Renner zu steuern. "Im Vergleich zu meiner Zeit", resümiert er, "ist so ein modernes Formel-1-Auto außerirdisch. Oder anders gesagt: Wir sind im Vergleich dazu technisch in der Steinzeit gefahren."

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