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Kolumne: "Rush" - Kinofilm mit Gänsehaut-Garantie

Redakteur Stefan Ziegler hat "Rush - Alles für den Sieg" bereits gesehen und schildert seine Eindrücke zum neuen Formel-1-Kinofilm von Ron Howard

Rush

James Hunt und Niki Lauda im Formel-1-Kinofilm "Rush - Alles für den Sieg" Zoom

Liebe Leser,

Hand aufs Herz: Wann seid Ihr zum letzten Mal im Kino gesessen und hattet eine Gänsehaut? Schon eine Weile her? Dann freut Euch auf den 3. Oktober 2013. An diesem Tag läuft nämlich der jüngste Film von Hollywood-Regisseur Ron Howard an. Und dieser 122-minütige Streifen hat es mächtig in sich. Das habe ich bei der Presse-Premiere von "Rush - Alles für den Sieg" am eigenen Leib erfahren.

"Rush". Das ist der Film über das Leben mit der Gefahr. Über die Formel-1-Saison 1976. Über einen beinharten Zweikampf. Über die Geschichte von James Hunt und Niki Lauda. Howard hat daraus ein bildgewaltiges Abenteuer gemacht, das den Zuschauer begeistert, fesselt, mitreißt. Zugleich ist, was auf der Leinwand zu sehen ist, auch abschreckend. Vielleicht ist es gerade deshalb so aufregend.

Oder um es mit den Worten von James Hunt zu sagen: "Je näher du dem Tod bist, umso lebendiger fühlst du dich." Und damit wären wir auch schon mittendrin in diesem Film, der die grausame und für heutige Verhältnisse erschreckende Realität der Formel 1 in den 1970er-Jahren aufzeigt. Niki Lauda fragt darin zu Recht: "Jedes Jahr sterben zwei von uns. Welcher Menschenschlag übt einen solchen Beruf aus?"

Der Playboy und der Realist

"Rush" bietet eine Antwort. Oder sogar mehrere Antworten. Denn die beiden zentralen Figuren in diesem Motorsport-Drama könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite: James Hunt (Chris Hemsworth). Der smarte Playboy aus Großbritannien. Der Frauenschwarm. Der leidenschaftliche Partyhengst. Einem Gläschen Schampus oder einem Bier nie abgeneigt. Doch auf der Strecke ein beherzter Racer.

Und auf der anderen Seite: Niki Lauda (Daniel Brühl). Der kühle Realist aus Österreich. Der Analytiker. Der in allen technischen Belangen absolut Versierte. Nicht müde werdend, sein Fahrzeug und seine Möglichkeiten immer weiter zu optimieren. Um auf der Strecke, abwägend zwischen Risiko und Chance, nach dem Erfolg zu greifen. Und das ist den beiden Formel-1-Piloten gemein: Sie geben alles. Für den Sieg.


Eine Rivalität zwischen diesen beiden Platzhirschen scheint vorprogrammiert. Und schon die erste Begegnung endet mit giftigen Worten. Es ist der Beginn eines erbitterten Zweikampfs, der in der Formel-1-Saison 1976 seinen Höhepunkt finden wird. James Hunt im McLaren, Niki Lauda im Ferrari. Von Howard meisterhaft und atmosphärisch in Szene gesetzt, mit historischen Autos und Kulissen.

Die 1970er-Jahre in all ihren Facetten

Und so lebt er auf, der Geist der 1970er-Jahre. In all seinen Facetten. Von Prügeleien im Fahrerlager bis hin zur grausamen Realität im Rennbetrieb. Untermalt vom herrlichen Motorensound der V8- und V12-Aggregate im Heck der Fahrzeuge. Und begleitet vom gelungenen Soundtrack von Hans Zimmer, der die entscheidenden Momente in die passenden Töne kleidet. So wird die Spannung greifbar!

Rush

In den "Rush"-Hauptrollen: Chris Hemsworth als James Hunt, Daniel Brühl als Niki Lauda Zoom

Das sage ich nicht nur so dahin. Ich habe es wirklich gespürt. Der Schock, als der Ferrari von Niki Lauda beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring abfliegt und in zu einem Feuerball wird. Das Entsetzen über die intensiven Bilder der folgenden Sekunden. Oder das Erschaudern über die Szenen im Krankenhaus, als sich Niki Lauda, dem Tod näher als dem Leben, zurückkämpft.

Der blanke Horror, den diese Filmsequenzen vermitteln, weicht aber auch wieder der Faszination. Als über 20 Fahrzeuge im strömenden Regen an den Start rollen und die kühnen Fahrer sich ins Rennen stürzen. Das ist nur einer dieser Gänsehaut-Momente, von denen dieser Streifen so viele bietet. Wie auch ganz am Schluss, als James Hunt und Niki Lauda im fernen Fuji zur Titelentscheidung antreten.

Emotionscocktail in 122 Minuten

Da ist aber auch viel Humor in diesem Emotionscocktail, den Oscar-Preisträger Howard mit "Rush" serviert. Wenn James Hunt zum Beispiel auf einmal barfuß im Krankenhaus steht, nachdem er sich im Streit eine blutige Nase geholt hat. Oder wenn der zurückhaltende Niki Lauda den Gasfuß im privaten Straßenauto auf einmal doch ganz durchdrückt. Keine Frage: Spaßig waren die 1970er-Jahre allemal!

Wie ein Schleier über allem liegt aber der trotz allem dramatische Unterton des Films. Das Risiko. Die Gefahr. Und der Versuch, Vernunft walten zu lassen. Wie am Morgen des tragischen Nürburgring-Rennens, als Niki Lauda in der Fahrerbesprechung versucht, einen Grand Prix auf nasser Strecke zu verhindern. Und es ist ausgerechnet James Hunt, der die "Opposition" der Fahrerkollegen anführt.


"Rush"-Weltpremiere am 2. September in London

Am Ende aber steht der Wandel. James Hunt und Niki Lauda. Als erbitterte Gegner in die Saison 1976 gegangen, lernen sie, Respekt voreinander zu haben. Als "Arschloch" und "Ratte" hatten sie sich zuvor noch gegenseitig bezeichnet. Doch als im fernen Fuji das Saisonfinale ansteht, begegnen sie sich auf Augenhöhe. Im Moment vor dem entscheidenden Moment. Und dann spüren sie ihn wieder. Den "Rush".

Spüre den "Rush" am eigenen Leib!

Und was soll ich sagen? Mir ging es genauso, als ich an diesem August-Nachmittag in einem Münchner Kino saß und mich für zwei Stunden in der Formel 1 der 1970er-Jahre verloren habe. In einer Geschichte, die zugleich berührt wie fasziniert. Auch ich habe ihn gespürt. Diesen besonderen "Rush". Oder wie James Hunt sagen würde: "Es ist eine wundervolle Art zu leben. Und die einzige Art zu fahren."

Ich wünsche Euch viel Vergnügen mit "Rush"!

Beste Grüße,


Stefan Ziegler

PS: Einen ersten Vorgeschmack bietet unsere Fotostrecke!

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