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Kaltenborn verteilt Sauber-Versagen auf mehrere Schultern

Für die enttäuschende erste Saisonhälfte will Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn niemandem die Schuld zuweisen - Ein Fahrer-Urteil will sie noch nicht fällen

(Motorsport-Total.com) - Nach den ersten elf Rennen der Formel-1-Saison 2014 muss Sauber ein ernüchterndes Fazit ziehen: Ein nicht konkurrenzfähiges Auto, keinen einzigen Punkt und in der Gesamtwertung ein Platz hinter Marussia. Die Schuld dafür sucht Teamchefin Monisha Kaltenborn aber weder beim Motorenlieferanten Ferrari noch bei den Fahrern Adrian Sutil und Esteban Gutierrez. Das gesamte Team habe versagt. Für ein Urteil über die Fahrkünste der beiden Piloten sei es aufgrund des schwachen C33 ihrer Meinung nach noch zu früh.

Monisha Kaltenborn

Hat noch Vertrauen in ihre Fahrer: Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn Zoom

"Es gibt keine zwei Seiten bei uns", betont Kaltenborn gegenüber 'Formula1.com' und will sich weder enttäuscht noch zufrieden mit ihren Piloten zeigen. "Wir sind ein Team, das aus vielen verschiedenen Mitgliedern besteht, und die Fahrer gehören dazu. Wenn man die Fahrer als eine Gruppe sehen würde und das Team als eine andere, dann bräuchte ich erst einmal ein zufriedenstellendes Auto, um die Fahrer bewerten zu können. Das haben wir aber im Moment nicht. Ich denke deswegen nicht, dass es die richtige Zeit ist, um zu sagen, ob wir glücklich sind oder nicht."

So habe an der derzeitigen Situation eben nicht ein einzelner Schuld, sondern eben alle. Mal gab der Bolide den Geist auf, mal ließ die Antriebseinheit das Team im Stich, und dann waren da auch noch einige Fahrfehler in diesem Jahr zu beobachten, beispielsweise in Monaco, wo sowohl Sutil als auch Gutierrez leichtfertig die Chance auf Punkte vergaben. "Wo wir im Moment stehen, hat neben den technischen Problemen auch etwas mit den Fehlern der Fahrer und des Teams zu tun", so Kaltenborn. "Wir zeigen also nicht mit dem Finger auf jemanden und behaupten, es wäre mehr deren Schuld als unsere - wir hängen da gemeinsam drin!"

Giedo van der Garde

Niederländer im C33: Giedo van der Garde stünde als Ersatz bereit Zoom

Die Frau am Sauber-Kommandostand denkt daher noch gar nicht an einen Fahrerwechsel, etwa durch den lauernden Niederländer Giedo van der Garde: "Die Situation ist genau so, wie wir sie bekanntgegeben haben: Giedo ist unser Test- und Ersatzpilot. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass unseren Fahrern etwas zustößt, würde Giedo einspringen. Es war aber sehr gut zu sehen, wie schnell Giedo schon bei dem ersten Mal in Bahrain mit dem neuen Auto umgehen konnte. Wir wissen, wie schwierig die neuen Autos zu fahren sind - vor allem unseres - und er hat das sehr gut gemacht."

Auch bei van der Garde bleibt Kaltenborn verständnisvoll und verzeiht im auch seinen Unfall in Silverstone, wo er, ähnlich wie Kimi Räikkönen im Rennen, die Leitplanke beschädigte: "Bei den Tests in Silverstone wollten wir vielleicht zu viel, das war natürlich nicht ideal und hat Arbeit produziert, die wir wirklich nicht gebrauchen konnten. Aber er hat auf der anderen Seite auch einen guten und beständigen Job erledigt. Er gibt gutes Feedback."