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  • 04.06.2004 · 10:03

Jock Clear: "Langsam schließen wir die Lücke"

Jock Clear, Takuma Satos Renningenieur bei BAR-Honda, über die Zukunftschancen des Japaners und die Fortschritte bei BAR-Honda

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Du musst als einer, der seit Anbeginn bei BAR ist, zufrieden sein, dass das Team nun zu den stärksten in der Saison gehört."
Jock Clear: "Absolut. Ich denke, man muss auch erklären, dass wir nie erwartet hätten, so konkurrenzfähig zu sein. Wir wussten, dass wir Fortschritte machen würden, aber wir haben nicht erwartet, an Williams und McLaren vorbeizugehen. Ferrari ist aber noch immer frustrierend - sie müssen noch eingeholt werden, aber langsam schließen wir die Lücke."

Takuma Sato mit Jock Clear

Jock Clear ist mit der Entwicklung von Takuma Sato sehr zufrieden

Frage: "War dies all die harte Arbeit und das fünfjährige Warten wert?"
Clear: "Ja, absolut. Es gibt einige Leute, die von Anfang an bei BAR dabei sind, und die Kritik in den ersten Jahren tat weh. Niemand mit einer realistischen Erfahrung in der Formel 1 hat erwartet, dass wir im ersten Jahr gewinnen würden. Wir wussten sehr genau, wie lange der Weg zum Erfolg dauern würde, und fünf Jahre sind dafür schon realistisch. Nach all der Kritik ist es noch schöner, wenn man Jenson (Button) auf dem Podest oder in der ersten Startreihe stehen sieht."#w1#

Frage: "Könnt ihr die Lücke zu Ferrari wirklich schließen, oder hängt das von der Leistungsfähigkeit der Reifen von Michelin und Bridgestone ab?"
Clear: "Das ist ein und dasselbe. Es hängt viel von Michelin ab, aber Michelin ist auch von uns abhängig. Uns obliegt die Verantwortung, die Reifen mit unserem Auto zu entwickeln. Wenn wir glauben, dass wir das nicht können, und wir aus irgendeinem den Kampf verlieren - ob nun wegen der Motorleistung, der Aerodynamik oder der Reifen - dann liegt es an uns, zu reagieren."

Frage: "Bist du auch persönlich als Renningenieur von Takuma Sato zufrieden, wie er sich in den letzten Rennen entwickelt hat?"
Clear: "Ja, das macht Freude. Es ist natürlich eine andere Herausforderung als die Arbeit mit Jacques Villeneuve, denn Jacques und ich wuchsen zusammen in diesen Sport hinein. Das ist eine komplett andere Situation. Ich habe nun viel mehr direkte Erfahrung im Ingenieurswesen der Formel 1 und Taku ist ein Neuling mit frischem Enthusiasmus und anderen Fähigkeiten als Jacques - nicht unbedingt besser oder schlechter, einfach anders. Wir haben im letzten Jahr in Suzuka begonnen und hatten ein gutes Rennen. Dieser Schwung hat sich bis in dieses Jahr gehalten, und man konnte sehen, dass in den letzten Rennen alles zusammenkam."

Frage: "War es der Plan, Taku langsam beginnen zu lassen, damit er in den ersten Rennen Vertrauen aufbauen kann?"
Clear: "Es gab keinen Plan. In unseren wildesten Träumen haben wir gehofft, dass wir nach Melbourne gehen, Jenson verblasen und das Rennen gewinnen. Aber wir alle wissen, dass Jenson sehr gut ist, im letzten Jahr hat er sich dramatisch verbessert und es gibt, abgesehen von Michael Schumacher, keinen, der besser ist. Es ist schon eine harte Aufgabe, von Taku zu verlangen, dass er zu einem neuen Team kommt und von Anfang an Seite an Seite kämpft."

"Wir haben schon erwartet, dass es eine Lücke geben wird, aber wir haben auch erwartet, dass Taku darauf reagiert. Und genau das hat er getan. Er wurde ja nicht vorgeführt und er hat auf Jensons Vorstellungen reagiert. Noch holt natürlich Jenson die Ergebnisse, aber der nächste Schritt für uns ist, Taku auf das Podest zu bekommen - das muss das nächste Ziel für ihn sein."

Frage: "Die nächsten beiden Rennen finden in Nordamerika statt und es scheint, als ob ihr dort weitere Erfolge einfahren könntet, denn die Strecken sollten euch liegen."
Clear: "Wenn man sich die bisherige Saison anschaut, dann hatten wir unser stärkstes Resultat in Imola, und Montreal ist eine sehr ähnliche Strecke bezüglich des Gripniveaus der Reifen, der Kurventypen, des Bremens und der langen Geraden. Wir werden mit der Erwartung dorthin reisen, mindestens genauso leistungsfähig wie in Imola zu sein. Natürlich war der San Marino-Grand-Prix erst das vierte Rennen der Saison, Taku war noch nicht ganz bei der Musik dabei, Jenson war alleine. Wir erwarten, dass in Montreal Jenson und Taku den Kampf mit Ferrari aufnehmen werden."

Frage: "Du hast in der Vergangenheit mit einem Weltmeister gearbeitet. Hat Taku die nötigen Fähigkeiten, um es ganz an die Spitze zu schaffen?"
Clear: "Das ist sehr schwer zu sagen. Diese Frage wird mir immer gestellt, aber wenn ich eine Sache von Jacques gelernt habe, dann die, dass sich die Fähigkeit, eine Weltmeisterschaft zu gewinnen, erst dann zeigt, wenn man die Chance dazu hat. Wer hat bis 1996 jemals erwartet, dass Damon Hill die Fähigkeit hätte, den Titel zu holen. Als er aber die Chance dazu hatte, war er beeindruckend. Niemand hätte ihn in diesem Jahr geschlagen, er war ein komplett anderer Charakter als die Jahre zuvor. Nur die Zeit wird zeigen, ob das Taku auch schaffen kann."

Frage: "Hoffentlich kommt BAR-Honda in eine Situation, in der Taku eine Antwort auf diese Frage geben kann."
Clear: "Absolut. Taku muss an sich selbst glauben, wir müssen an ihn glauben, und daher müssen wir ihn in eine Position bringen, in der er um die Meisterschaft kämpfen kann - dann werden wir sehen, ob er es schafft. Aber Taku ist von einer solchen Situation nicht übermäßig eingeschüchtert. Er sieht die Entwicklung und den Fortschritt und ich bin sicher, dass er zu Hause sitzt und sich Gedanken macht. Er kann sich in naher Zukunft einer Takuma Sato vorstellen, der in einem BAR um die Weltmeisterschaft fährt."

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