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  • 01.04.2002 · 13:35

  • von Fabian Hust

Honda in der Krise

Nur einer von vier Honda-Piloten sah in Brasilien die Zielflagge und die Probleme von Honda wurden dieses Mal offensichtlich

(Motorsport-Total.com) - Mit viel Ehrgeiz gab Honda in der Saison 2000 offiziell das Comeback als Werkspartner von BAR bekannt, doch auch in diesem Jahr fahren die einst so dominanten Japaner (71 Siege, 74 Poles) der Konkurrenz hinterher. Die Einschätzung der Experten, wonach nur noch der Asiatech-Motor von Minardi über weniger PS verfügt als der neue Zehnzylinder von Honda, scheint nicht ganz abwegig zu sein. Man munkelt von lediglich 770 PS, die Honda dem Motor zurzeit entlocken kann. Damit hätte man mindestens ein PS-Manko von 90 PS gegenüber den Top-Aggregaten.

Giancarlo Fisichella

Giancarlo Fisichellas Jordan-Honda hatte bereits in Runde 6 ausgeraucht

Der neunte Platz von Takuma Sato im Jordan-Honda war das einzige Ergebnis, das man vorweisen konnte. Denn Honda mangelt es derzeit nicht nur an PS sondern auch an Zuverlässigkeit. Jacques Villeneuve im BAR-Honda und Satos Teamkollege Giancarlo Fisichella mussten ihre Autos beide mit Motorschäden abstellen. Olivier Panis im zweiten BAR-Honda stoppte ein Getriebeproblem. Bitter: Fisichella strandete schon in Runde sechs mit rauchendem Motor. Sicher waren die mäßigen Rundenzeiten im Qualifying und im Rennen nicht alleine auf Honda zu schieben, die im Vergleich zur Konkurrenz deutlich schlechteren Top-Speeds auf der Start- und Zielgeraden wohl aber schon.

Shuhei Nakamoto, Leiter des Renn- und Testteams der Honda Racing Development-Abteilung, muss zugeben, dass man noch viel Arbeit vor sich hat: "Wir hatten heute einen wirklich harten Tag, und es tut mir leid, dass unser Motor Giancarlo daran hinderte, das Rennen zu beenden. Jacques und Takuma haben heute alles gegeben, und es war sehr hart für Jacques, so kurz vor Ende aufgeben zu müssen. Olivier war heute der einzige Honda-Fahrer, der eine Ein-Stopp-Strategie verfolgte, und es ist sehr schade, dass er nicht die Möglichkeit hatte herauszufinden, ob sich seine Strategie bewährt hätte. Wir müssen weiter am Ball bleiben - angefangen mit den Testfahrten in Valencia in dieser Woche bis zum Rennen in San Marino."

Besonders Jacques Villeneuve traf es hart, der eine Runde vor Schluss ausfiel, allerdings auch auf Rang 10 liegend keine Chance auf WM-Punkte hatte: "Der Wagen war tatsächlich besser bei diesem Rennen und etwas schneller als gestern. Ich hatte während des Boxenstopps Probleme, den ersten Gang einzulegen und habe dort etwa 5 Sekunden verloren. Der Wagen war zwar recht gut abgestimmt, aber einfach nicht schnell genug. Ich habe Druck gemacht, so gut ich konnte, aber es war nicht möglich, noch mehr aus dem Wagen herauszuholen. Dann trat gegen Ende des Rennens ein Problem auf, und ich musste nur eine Runde vor Schluss mit Motorschaden aufgeben."

Während Olivier Panis feststellte, dass man die Zuverlässigkeit immer noch nicht im Griff hat ("Wir hatten schon geglaubt, wir hätten die Zuverlässigkeitsprobleme gelöst. Das ist aber scheinbar nicht der Fall"), war das Rennen von Fisichella von Anfang an völlig verkorkst: "Heute war kein guter Tag für mich. Ich hatte schon gleich zu Beginn Probleme mit der Startautomatik, so dass ich manuell starten musste; dadurch bin ich im Startfeld um einige Positionen zurückgefallen. In der ersten Runde beschädigten einige Fahrzeugteile aus dem Unfall zwischen Juan Pablo Montoya und Michael Schumacher meinen Frontflügel, und ich musste zum Auswechseln an die Box. Schließlich musste ich aufgeben, als der Motor kaputt ging. Ich hatte keinen guten Start in die Rennsaison. Ich hoffe, dass mir das Glück in Imola wieder hold ist."

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