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Honda-Boss: Wie sehr die Misserfolge am Stolz kratzten

Dass das Comeback der Partnerschaft McLaren-Honda nicht auf Anhieb ein Hit wurde, kratze laut Honda-Projektleiter Yusuke Hasegawa an der japanischen Ehre

(Motorsport-Total.com) - Es sollte das glorreiche Comeback einer einst so erfolgreichen Partnerschaft werden: Als Hersteller Honda 2015 wieder mit McLaren fusionierte und sich dem Abenteuer Hybridmotoren stellte, wurde in Woking bereits wieder von Titeln geträumt. Die Ernüchterung kam schnell. Das erste Jahr wurde zur Pannenserie, im zweiten mussten Top-10-Platzierungen wie Siege gefeiert werden. Das hat an der japanischen Ehre gekratzt, wie Honda-Projektleiter Yusuke Hasegawa jetzt zugibt.

Yusuke Hasegawa

Zufriedenheit kann sich beim japanischen Motorenhersteller noch nicht einstellen Zoom

"In Sakura hatte jeder das Selbstvertrauen verloren", beschreibt er gegenüber dem Racer-Magazin die Stimmung in der Fabrik. "Der Druck war unheimlich groß und schwer zu beschreiben. Denn er kam nicht nur von McLaren oder Ron Dennis, sondern auch von Honda selbst, von unseren Werten und unserem Stolz."

Honda war mit einem Jahr Verspätung zur neuen Turbo-Ära in der Formel 1 gestoßen. Mit den McLaren-Piloten Fernando Alonso und Jenson Button hatte man zwar Weltmeister als Aushängschilder, konnte ihnen jedoch kein konkurrenzfähiges Paket bieten. Zusammen fielen sie 2015 in 19 Rennen 13-mal aus. Hinzukamen unzählige Strafversetzungen, weil Teile der anfälligen Antriebseinheit gewechselt werden musste. Und Alonsos fünfter Platz in Ungarn blieb das Highlight zwischen zu vielen Mittelfeld-Platzierungen. Nichts erinnerte mehr an die titelsammelnde Partnerschaft der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre


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Spott musste Honda daher gar aus den eigenen Reihen ertragen. 2016 ging es aber zumindest ein wenig bergauf. Den insgesamt nur 27 Punkte auf der Vorsaison (Platz 9 unter den Konstrukteuren) konnte man nach 21 Rennen 76 WM-Zähler entgegensetzen (Platz 6). Die 16 Top-10-Platzierungen sorgten für einen kleinen Aufschwung. Zuvor hatte Hasegawa im Winter das Amt des operativen Projektleiters von Yasuhisa Arai übernommen.

"Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich etwas verändert habe, denn ich habe einfach getan, was ich für richtig hielt", räumt Hasegawa ein. "Wir brauchten eine Basis. 2015 war eine Herausforderung, denn wir mussten einen Motor zur Verfügung stellen, waren dabei nicht zuversichtlich und konnten doch nicht mehr zurück. Wir waren die ganze Zeit damit beschäftigt, uns vorzubereiten und Probleme zu lösen. Deswegen habe ich im Winter von den Mitarbeitern verlangt, eine Basis zu schaffen."

Es galt, die fehlende Power zu finden und die Boliden öfter ins Ziel zu bekommen. "Über den Winter wurde klar, dass die Zuverlässigkeit, der Verbrennungsmotor und der Turbo die drei Hauptprobleme waren, die es zu lösen galt", beschreibt es der Japaner. "Die Zuverlässigkeit war am schwierigsten zu lösen, weil Probleme von überall her kommen können. Deswegen haben wir auch in diesem Jahr noch Probleme damit gehabt."


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Über den Winter 2016/2017 träumt man in Woking wie in Sakura nun von dem endgültigen Durchbruch: Mit der aerodynamischen Neuregelung und den fast ausgereizten Motorenentwicklungen soll die Lücke zur Spitze geschlossen werden können. Hasegawa steht dabei voll hinter seinen Mitarbeitern: "Man muss auch sagen, dass sie in der kurzen Zeit sehr gute Arbeit geleistet haben. Trotz der vielen Probleme haben wir gute Fortschritte machen können und darauf bin ich stolz."

Und die Steigerung von 2015 auf 2016 gibt Mut für die Zukunft: "In einem solchem Wettbewerb ist es schwierig, exakte Ergebnisse vorherzusagen. Aber mir war klar, dass wir uns beweisen und Fortschritte zeigen mussten. Daher denke ich, dass wir und recht gut weiterentwickeln konnten. Wenn wir uns nicht verbessert hätten wäre das ein Desaster gewesen."

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