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Hockenheim hofft auf "Euphorie" wegen Mick Schumacher

Liberty Media hat die große Chance verpasst, Mick Schumacher zum Zugpferd für den Ticketverkauf in Hockenheim zu machen - Bisher 48.000 Eintrittskarten verkauft

(Motorsport-Total.com) - Mit 71.000 Zuschauern am Rennsonntag war der Grand Prix von Deutschland 2018 erstmals seit Jahren ein durchschlagender Erfolg für den Veranstalter. Die Stimmung um Sebastian Vettel, der zu dem Zeitpunkt mittendrin steckte im WM-Kampf, war hervorragend und erinnerte an beste "Schumi"-Zeiten. Jetzt hofft die Hockenheim-Ring GmbH auf eine Wiederholung.

Mick Schumacher

Mick Schumacher würde gern schon 2019 in Hockenheim fahren Zoom

Aber das Ergebnis von 2018 zu egalisieren oder gar übertreffen, wird nicht einfach: "Wir liegen derzeit bei rund 48.000 verkauften Tickets. Damit liegen wir rund 8.000 Karten unter dem Vorverkauf des vergangenen Jahres", räumt Geschäftsführer Georg Seiler im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' ein (Sponsored: Karten für den Grand Prix von Deutschland 2019 in Hockenheim jetzt in unserem Formel-1-Ticketshop kaufen!).

Das hat mehrere Gründe. Erstens hilft nicht, dass Mercedes in den ersten vier Rennen vier Doppelsiege gefeiert hat. Da bleiben viele Vettel- und Verstappen-Fans lieber zu Hause. Zweitens: "Wegen der verzögerten Vertragsverhandlungen für 2019 konnten wir mit dem Vorverkauf erst spät starten", bedauert Seiler.

Hockenheim stand für 2019 zunächst gar nicht im provisorischen Kalender. Nach dem tollen Formel-1-Fest 2018 gelang es aber doch noch, mit Rechteinhaber Liberty Media eine Lösung für 2019 zu finden. Statt am Rennsonntag im Juli lief der Vorverkauf so aber erst im September an.

Später Vorverkauf als Handicap

"Das wäre bei dem wunderbaren Grand Prix im vergangenen Jahr ein besserer Start gewesen als ein paar Wochen später, als die Situation in der WM für Sebastian Vettel nicht mehr so gut ausgesehen hat", bedauert Seiler. "Im Juli war die Euphorie noch da. Da wären sicher ein paar tausend Tickets gleich abgesetzt worden."

Ein Publikumsmagnet für Hockenheim wäre Mick Schumacher. Das Interesse an der Karriere des Sohnes von Michael Schumacher, das merken auch Fachpublikationen wie wir, ist gigantisch. Wenn "Schumi jun." in der Formel 2 auf Pole steht, wollen das mehr Menschen wissen als wenn Vettel den Grand Prix gewinnt.

Jorn Teske, Marketingchef am Hockenheimring, erklärt: "Als Mick Schumacher bei uns in der Formel 3 gewonnen hat, wurde zum ersten Mal die Welle der Euphorie sichtbar. Da haben wir zur Formel 1 gesagt: 'Denkt dran, das wäre ganz wichtig für uns, dass die Formel 2 fährt!' Als bekannt wurde, dass er für Prema Formel 2 fahren wird, haben wir Liberty noch einmal kontaktiert."


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Aber: "Mit der Veröffentlichung des Formel-2-Kalenders haben wir erfahren, dass es kein Rennen in Hockenheim geben wird", bedauert Teske, der die Absage zunächst nicht kampflos hinnehmen wollte: "Selbst da hatten wir das Gefühl, dass es möglicherweise noch Hoffnung geben könnte."

"Irgendwann später haben wir ein Statement bekommen, dass es unter den finanziellen Rahmenbedingungen nicht möglich ist, ein weiteres Formel-2-Rennen zu realisieren", erzählt er. Seiler wirft ein: "Wir hätten uns auch vorstellen können, einen Teil beizutragen."

Doch Liberty Media ging gar nicht so weit, mit Hockenheim über die Finanzierung eines zusätzlichen Formel-2-Wochenendes zu sprechen. Dass das Geld kostet, leuchtet ja ein: Die Teams müssen eine zusätzliche Reise bezahlen, Hotelkosten für die Mitarbeiter, es fallen operative Kosten für den Einsatz der Autos am Rennwochenende an.

Hockenheim in Gespräche "nicht direkt involviert"

In Hockenheim bringt man dafür Verständnis auf. Aber so ins Detail ging die Diskussion mit Liberty Media nie: "Bis dato wurde mit uns nie über irgendwelche Beträge gesprochen. Die Formel 2 ist für uns sehr wichtig und löst etwas aus in Deutschland. Man hat uns dann gesagt, dass man daran arbeite. Wir waren aber in die Gespräche nicht direkt involviert."

Darüber, dass man mit der Veröffentlichung des Formel-2-Kalenders zunächst "vor vollendete Tatsachen gestellt" wurde, ärgert sich Teske. Das habe man den Verantwortlichen bei Liberty Media auch mitgeteilt. Denn mit Mick Schumacher als Zugpferd für den Ticketverkauf wären inzwischen sicher mehr als 48.000 Eintrittskarten verkauft.


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Andererseits gab es laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' seitens des Rechteinhabers noch Bemühungen, einen Hockenheim-Termin irgendwie in den Formel-2-Kalender zu bekommen, als die Saison bereits begonnen hatte. Letztendlich scheiterte der Versuch. Dass dieser zumindest unternommen wurde, rechnet man Liberty Media in Hockenheim hoch an.

Noch besser als ein Formel-2-Start von Schumacher wäre ohnehin sein erster offizieller Einsatz an einem Formel-1-Wochenende. Zum Beispiel als Freitagsfahrer beim Ferrari-Kundenteam Alfa Romeo, anstelle von Antonio Giovinazzi. Darüber wurde vor einigen Wochen in deutschen Medien spekuliert.

Für Hockenheim wäre das ein absolutes Wunschszenario: "Wir haben das den Medien entnommen. Aber das ist für uns nur eine Hypothese. Wir wurden um eine Meinung gefragt, wie wir dazu stehen. Sollte es dazu kommen, wäre das natürlich sehr schön für die deutschen Fans", sagt Teske.

"Aber offiziell wissen wir dazu nichts. Natürlich haben wir der Formel 1 gesagt, dass es wichtig und gut für uns wäre, wenn es eine Fahrt mit Mick in einem Formel-1-Auto gäbe. Ob es dazu kommt, wissen wir aber nicht", erklärt er.

Trainingseinsatz im Rahmen der Formel 1 unwahrscheinlich

Also haben wir bei den Beteiligten nachgefragt: Alfa Romeo habe von sich aus keine Pläne, Schumacher in Hockenheim einzusetzen. Und von außen wurde man bisher nicht gefragt. Liberty Media lässt nur wissen, dass man einem Formel-1-Team nicht vorschreiben könne, welche Fahrer es einzusetzen habe.


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Und Sabine Kehm? Die Schumacher-Managerin schweigt eisern zu allen Gerüchten. Versetzt man sich in sie hinein, hätte ein Formel-1-Training ausgerechnet vor vollem Haus in Hockenheim aber auch Nachteile. Wenn es ihr Ziel ist, Schumacher behutsam heranzuführen und ihn keinem unnatürlichen Druck auszusetzen, dann ist die Hockenheim-Idee ziemlich kontraproduktiv.

Wie sehr der Mick-Faktor ziehen würde, das haben die Verantwortlichen spätestens bei Schumachers Pressekonferenz in Bahrain erkannt, als dutzende Journalisten in den Formel-2-Paddock kamen, um mit dem deutschen Formel-2-Rookie zu sprechen. Obwohl von Kehm zu nichtssagenden Worthülsen gebrieft, gingen die Storys anschließend um die Welt.

"Spätestens da muss der Formel 1 klar geworden sein, welchen Impact Micks Präsenz in der Formel 2 haben kann. Nicht nur in Deutschland, sondern auch international", sagt Teske. "Ich glaube, dass unsere Stimmen mehr Gewicht bekommen haben. Aber für dieses Jahr ist der Zug leider abgefahren."

Bleibt noch die Idee, Schumacher wie bereits im August 2017 beim Grand Prix von Belgien in einem alten Formel-1-Boliden seines Vaters auf ein paar Demorunden zu schicken. Ob das die gleiche Strahlkraft hätte wie der erste Einsatz unter Wettbewerbsbedingungen an einem Rennwochenende, sei aber dahingestellt.

Und so setzt Hockenheim 2019 auf Zugpferde aus dem Ausland. Zum Beispiel auf die Leclerc-Fans: "Ein Erfolg von Leclerc ist durchaus bei uns spürbar. Da melden sich Kunden aus Frankreich in einem überproportionalen Ausmaß", sagt Teske. Oder auf die Verstappen-Fans. 2018 kamen rund 10.000 Holländer nach Deutschland. Und auch dieses Jahr erwartet man "regen Zulauf" der Oranjes ...

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