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Hembery lobt Red-Bull-Nachwuchsprogramm

Pirelli-Chef Paul Hembery lobt das Junior-Programm von Red Bull und glaubt, dass der Sport davon profitiert - Über Vettels Abgang war er selbst überrascht

(Motorsport-Total.com) - Mit kurzem Zögern und einem dezenten Lächeln antwortet Pirelli-Chef Paul Hembery am Samstag nach dem Qualifying zum Grand Prix von Japan auf die Frage, ob er überrascht war von Sebastian Vettels Entscheidung Red Bull zu verlassen, mit einem knappen "Ja".

Franz Tost, Paul Hembery

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost im Gespräch mit Pirelli-Chef Paul Hembery Zoom

"Das ist die Zeit des Jahres, wo Fahrerverträge öffentlich werden. Und es ist normal, wenn ein wichtiger Fahrer wechselt, dass das einen Effekt auf alle Teams hat", so Hembery. Anscheinend war Vettel erst der Anfang, wie der Brite andeutet: "Das ist der erste von möglicherweise mehreren Fahrerwechseln."

Er kommt dabei auch auf Vettels Nachfolger Daniil Kwjat zu sprechen, der nach kaum einem Jahr in der Formel 1 schon in das Top-Team Red Bull wechseln wird. "Ich denke, von der sportlichen Sichtweise aus sollte man Red Bull Anerkennung entgegenbringen für ihren Glauben in ihr Nachwuchsprogramm", meint Hembery. Dieses wurde zusammen mit dem Toro-Rosso-Team über die Jahre aufgebaut.

"Kwjat kam aus dem Junior-Team, und das zeigt, dass es möglich ist, wenn du in dein Nachwuchsprogramm glaubst." Das Programm hat auch schon den derzeitigen Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo hervorgebracht und wird mit Max Verstappen im kommenden Jahr ein weiteres junges Talent in die Formel 1 bringen. Aber auch schon viele andere schafften aufgrund des Red-Bull-Junior-Kaders den Sprung in den internationalen Motorsport. Sebastian Vettel war der erste Red-Bull-Junior, der einen Formel-1-Grand-Prix für sich entscheiden konnte, in Monza 2008. Der erste Junior, der einen Formel-1-Vertrag unterzeichnen durfte, war Christian Klien im Jahr 2003.


Fotostrecke: Daniil Kwjat - Vollgas durch die Königsklasse

Derzeit sind neben Max Verstappen auch noch drei weitere Nachwuchstalente bei Red Bull unter Vertrag: Carlos Sainz Jr., Pierre Gasly und Alex Lynn. Sainz (Rang eins mit 227 Zählern) und Gasly (Rang drei mit 172 Zählern) kämpfen derzeit um den Titel in der Formel-Renault 3.5, Lynn führt die GP3-Serie überlegen an.

"Das ist sehr beeindruckend", schildert Hembery. "Wir müssen als Sport darauf schauen. Man muss sich nur die Liste an Fahrern ansehen, die sie rausgebracht haben. Möglicherweise sind nicht alle in der Formel 1, aber in anderen Kategorien im Motorsport." Seiner Meinung nach verdient sich Red Bull für deren Nachwuchsarbeit viel Anerkennung. Er fügt hinzu: "Jeder Sport ist nur so gut, wie die jungen Fahrer, die hineinkommen. Wir müssen diese 'Pyramide des Erfolgs' auch beibehalten."