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  • 05.03.2003 · 15:35

Haug sieht Silberstreif am Horizont

Mercedes-Sportchef Norbert Haug über die Chancen des McLaren-Teams in Melbourne und das neue Format der Königsklasse

(Motorsport-Total.com/sid) - Mit einem "renovierten" Silberpfeil aus dem Vorjahr will McLaren-Mercedes in der Formel-1-WM zu altem Glanz zurückfinden. "Das Ziel ist natürlich immer, um den WM-Titel zu fahren. Wir haben eine Fünf-Jahres-Bilanz, die sich nach wie vor sehen lassen kann. Und wir werden auch wieder dahin kommen, wo wir waren", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug vor dem Abflug zum Saisonauftakt am Sonntag in Melbourne im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Norbert Haug

Mercedes-Sportchef Haug glaubt an ein baldiges Comeback der Silberpfeile

Haug hat große Hoffnung, dass die Ferrari-Herrschaft bald endet: "Wenn jemand in der Formel 1 an der Spitze ist, wird er irgendwann abgelöst werden. Das war die Regel und wird auch in der Formel-1-Zukunft so sein. Ferrari war jetzt drei Jahre ganz oben. Aber jede Dominanz geht zu Ende und dauert nicht ewig."

McLaren-Mercedes hatte sich schon sehr früh in der vergangenen Saison festgelegt, 2003 mit einem stark modifizierten Rennwagen an den Start zu gehen. Haug: "Wir haben mit diesem Auto rund 20.000 Kilometer in der Winterpause getestet und sollten deshalb ganz solide in die neue Saison starten."

Der Mercedes-Sportchef räumte aber ein, dass sein Team zunächst kein Sieganwärter sei. Dies sei keine Tiefstapelei, sondern vielmehr eine realistische Einschätzung. Dafür wolle man dann mit dem neuen Silberpfeil einen großen Schritt nach vorn machen. Noch aber steht die Premiere des neuen McLaren-Mercedes in den Sternen. Haug: "Das neue Auto wird dann kommen, wenn es schnell und ausgereift ist. Und wenn das zwei, drei Rennen länger dauert, können wir es auch nicht ändern."

Es wird spekuliert, dass der neue McLaren-Mercedes erst beim zweiten Europa-Grand-Prix am 4. Mai in Barcelona seine Feuertaufe erleben wird. Doch Haug wehrt ab: "Es gibt noch keinen genauen Einsatztermin. Ein neues Auto sofort einzuordnen, birgt auch Risiken. Ein Auto muss einfach ins Ziel kommen, um Punkte zu machen."

Durch die geänderten Regeln ist diese Saison laut Haug auch ein völlig neues Spiel: "Wir werden eine komplett andere Formel 1 haben. Anders als alles, was wir in der Vergangenheit gesehen haben." Aber trotz allem sei Ferrari der große Favorit. Haug: "Und wenn jemand so überlegen wie Michael Schumacher Weltmeister geworden ist, dann ist er doppelt Favorit."

Haug hofft, dass mit dem ersten Rennen auch die Wortgefechte um die neuen Regeln verstummen: "Das Wichtigste ist, dass die Formel 1 jetzt Sport bietet und nicht Politik am grünen Tisch macht. Es ist jetzt lange genug über Reglements diskutiert worden. Deshalb sagen wir: Wir fahren jetzt mit den Regeln, die wir haben."

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