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  • 15.03.2015 · 07:14

  • von Dominik Sharaf

Harte Red-Bull-Kritik: "Renault bekommt es nicht auf die Reihe"

Adrian Newey hat die Nase voll: Es fehle an der nötigen Bereitschaft, einen konkurrenzfähigen Antrieb zu entwickeln - "Kein Licht am Ende des Tunnels"

(Motorsport-Total.com) - Red Bull und Renault schienen sich im Laufe des Jahres 2014 zusammengerauft zu haben, als die Franzosen ihren Lieblingskunden zum Quasi-Werksteam erklärten. Nach dem verhagelten Start in die neue Saison ist die Harmonie wie weggeblasen. Sechs kapitale Antriebsschäden an zwölf Test- und einem Filmtag haben einen neuen Keil zwischen das einstige Traumpaar getrieben. "Es gibt alle möglichen Probleme und kein Licht am Ende des Tunnels", beklagt Adrian Newey im Gespräch mit dem 'Guardian'.

Adrian Newey

Adrian Newey hat anscheinend die Nase voll von Renault Zoom

Der Stardesigner ist bedient. Er und seine vier neuen Stellvertreter im technischen Führungsstab können tun, was sie wollen, solange es an den nötigen PS fehlt. "Es ist frustrierend, dass wir in eine Situation gedrängt wurden, in der wir über einen Antrieb verfügen, der meilenweit zurück ist", hadert Newey und macht Renault den Vorwurf, den Anschluss verpasst zu haben: "Man kann sagen: Mercedes hat einen richtig guten Job gemacht, Ferrari ist jetzt besser und Renault bekommt es nicht auf die Reihe."

Newey will keinen einzelnen Grund für die Probleme ausmachen, vermutet aber, dass die Franzosen beim Wehklagen seines Teams auf Durchzug schalten. Nach Hoffnung auf Besserung klingen seine Aussagen nicht: "Es ist etwas ganz anderes, wenn man nicht konkurrenzfähig ist und der Partner nicht gewillt scheint, sich einzuschalten", so der Red-Bull-Berater, der mit Blick auf die 2015er Drehmomentwerte keinen PS-Zuwachs erkennt. Gerüchten zufolge soll Renault über zehn Prozent weniger Power verfügen als Mercedes.

Die neue Starre passt so gar nicht zu Red Bull, findet Newey. Er spricht gegenüber dem 'Independent' von der typischen Aufbruchstimmung im Team, die ein klarer Kontrast zu Vorgänger Jaguar sei. "Als wir aus ihrem Scherbenhaufen auferstanden sind, war es ihr Credo, dass alles zu schwierig sei." Trotzdem hält der Brite sich bedeckt, wenn es um einen neuen Antriebslieferanten geht. Er räumt aber ein: "Ich kann über mögliche Partner nicht sprechen."

Newey ärgert sich auch über die Regelhüter, die die Antriebsentwicklung nur dezent öffneten, weil es einen Formfehler im Reglement gab und damit den Mercedes-Vorsprung praktisch einbetoniert haben. "Ich denke auch, dass die FIA aktiver sein muss und nicht komplett untätig bleiben darf. Sie kann nicht sagen: 'Das ist nicht unser Problem'", faucht Newey und bemängelt außerdem, dass das Reglement den Designern nicht genügend Freiheiten lassen würde. Die Boliden glichen sich wie ein Ei dem anderen.

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