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  • 15.03.2016 · 11:14

  • von Dominik Sharaf

"Hände gefesselt": Ecclestone drängt auf Formel-1-Verkauf

CVC solle sich bezüglich seiner Mehrheitsanteile entscheiden, um den Weg für Innovationen zu ebnen, fordert Ecclestone - Führungsstil einer Aktiengesellschaft

(Motorsport-Total.com) - Zampano Bernie Ecclestone drängt auf einen Verkauf der Formel-1-Anteile des Mehrheitseigners CVC Capital Partners. Wie der 85-Jährige im Gespräch mit dem britischen 'Telegraph' sagt, wirke sich die Unsicherheit über künftige Besitzverhältnisse der Königsklasse negativ auf die Flexibilität ihres Geschäftsmodells aus. Eine Entscheidung müsse fallen: "Ich hoffe, dass Donald Mackenzie sich entschließt, ob er die Firma nun loswerden will oder nicht", erklärt Ecclestone in Richtung des CVC-Bosses.

Bernie Ecclestone und Donald Mackenzie

Bernie Ecclestone und Donald Mackenzie: Auch künftig noch Geschäftspartner? Zoom

Er wünscht sich mehr Freiheiten bei der Amtsführung, die eine auch in Zukunft tragfähige Lösung mit sich bringen könnte: "Wenn nicht, dann werden wir vielleicht einen anderen Weg einschlagen als aktuell", argumentiert Ecclestone und spricht von vielen im Raum stehenden Verbesserungen, auch für die Show und damit zum Wohle der Motorsport-Fans. Er hätte zuletzt "teilweise mit gefesselten Händen" als Formel-1-Geschäftsführer agiert, moniert er und macht dafür die Business-Struktur verantwortlich.

"Ich führe das Unternehmen weiter wie ein börsennotiertes", meint Ecclestone über die Formel 1, deren geplanter Schritt auf das Parkett in Singapur seit Jahren ein Projekt ist. Dennoch befände er sich in Abhänigigkeit von den Anteilseignern: "Es gibt vieles, was ich wirklich liebendgerne tun würde, aber nicht getan habe, weil CVC keinen Zweifel daran gelassen hat." Inwiefern große Regelnovellen wie eine umgekehrte Startaufstellung oder ein Alternativmotor dazugehören, lässt er offen.

CVC Capital Partner gehören 35,5 Prozent an der Formel-1-Mutterfirma Delta Topco, was das in Luxemburg beheimatete Unternehmen zum Mehrheitseigner macht. Ziel Mackenzies und seiner Private-Equity-Firma ist es jedoch, die Königsklasse eines Tages gewinnbringend zu veräußern. Als Kandidat auf eine Übernahme wird der US-amerikanische Milliardär Stephen Ross (zum großen Porträt!), der ein Konsortium aus den Vereinigten Staaten und dem Emirat Katar anführen soll, gehandelt.