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  • 03.08.2014 11:43

Guter Deal: Ecclestone kauft sich für 100 Millionen Dollar frei

Bernie Ecclestone zückt das Scheckbuch und beendet seinen Bestechungsprozess - Damit bleibt er auch weiterhin der starke Mann der Königsklasse

(Motorsport-Total.com/SID) - Für Bernie Ecclestone, der einst auf dem Schulhof Brötchen und Bleistifte verkaufte, sind 100 Millionen Dollar (rund 75 Millionen Euro) im gesetzten Alter von 83 Jahren nicht viel mehr als die berühmten Peanuts. Der Milliardär mit dem legendären Geschäftssinn wird die neunstellige Summe mit einem Lächeln überweisen, um am Dienstag das Münchner Landgericht als freier Mann zu verlassen. Der Deal sichert "Mr. E" zudem weiterhin seine Position als uneingeschränkter Herrscher der Formel 1.

Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone wird seinen Prozess mit einer Finanzspritze beenden Zoom

"Ich kann das für die Formel 1, für Mercedes und alle anderen Teams nur begrüßen, weil Bernie sich dann wieder voll auf die Formel 1 konzentrieren und zusammen mit den Teams die bestehenden Probleme lösen kann", sagt Niki Lauda, Aufsichtsratschef des Mercedes-Werksteams, der 'Süddeutschen Zeitung': "Hätte Bernie aufhören müssen, dann wäre das eine Katastrophe für die Formel 1 gewesen."

Die "Katastrophe" für die Formel 1 wird wohl nicht eintreten. Was aber der geplante Deal zwischen Ecclestone und der Staatsanwaltschaft für ein Licht auf die deutsche Justiz wirft, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Ecclestone steht in München wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall vor Gericht - und das Verfahren wird wohl gegen eine Zahlung von 100 Millionen Dollar eingestellt. Ecclestone gilt dann als nicht vorbestraft. Dagegen wurde der Banker Gerhard Gribkowsky, der im Zuge des Verkaufs von Formel-1-Anteilen der BayernLB an den britischen Investor CVC 44 Millionen US-Dollar (32,5 Millionen Euro) von Ecclestone kassiert hatte, zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.


Fotos: Großer Preis von Ungarn, Girls


So weit wird es Ecclestone, der pro Jahr allein rund 100 Millionen Dollar "Unterhalt" von seiner geschiedenen Frau Slavica bekommt, nicht kommen lassen. Wie die 'SZ' berichtete, habe Ecclestone am Freitag in München persönlich mit der Staatsanwaltschaft im Beisein seiner Anwälte den 100-Millionen-Dollar-Deal ausgehandelt. Das letzte Wort hat die fünfte Strafkammer des Landgerichts München I unter Vorsitz von Richter Peter Noll. Für die BayernLB selbst ist zudem eine Ausgleichszahlung in Höhe von 25 Millionen Euro im Gespräch.

"Wenn der Prozess eingestellt wird, wenn Bernie nicht verurteilt wird, dann sind alle Vorwürfe vom Tisch, dann hat er alles richtig gemacht", sagt Lauda: "Dann hören auch alle Spekulationen um Bernie und um die Zukunft der Formel 1 auf. Kontinuität an der Spitze der Formel 1 ist wichtig."

Geht es nach Lauda, kann nur der langjährige Chef-Promoter der Königsklasse die aktuell drängenden Probleme lösen, wie etwa den Rückgang der Besucherzahlen und die kritisierten neuen Regeln. "Er hat die Formel 1 drei Jahrzehnte lang aufgebaut. Er ist der einzige, der alles kennt, das Geschäft, die Sorgen der Teams, er hat alles im Kopf. Er ist das Bindeglied zwischen den Teams und den Investoren, er ist der Garant für die Investoren", sagt Lauda. In Ecclestone gebe es einen Partner, mit dem man reden könne, "da spreche ich auch für Mercedes".

Und für alle, die in den letzten gut acht Jahrzehnten gute Geschäfte mit "Mr. E" gemacht haben.

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