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  • 05.02.2012 · 17:18

Grosjean: Auf ersten Eindruck gespannt

Romain Grosjean blickt der ersten Ausfahrt mit dem E20 gespannt entgegen und erklärt ob er von Kimi Räikkönen lernen wird oder umgekehrt

(Motorsport-Total.com) - Im Rahmen der Präsentation des neuen Autos äußert sich Formel-1-Rückkehrer Romain Grosjeas zu seinem Aufstieg im Team, Teamkollege Kimi Räikkönen und der aktuellen Stimmung. Mit dem E20 greift der Franzose erstmals von Saisonbeginn an ins Geschehen ein und freut sich auf die Herausforderung.

Romain Grosjean

Erfolgreicher Aufsteiger: Romain Grosjean wurde 2011 Meister in der GP2-Serie

Frage: "Wie fühlt es sich an, wieder als Einsatzfahrer in der Formel 1 zu sein?"
Romain Grosjean: "Das wird mir erst langsam bewusst. Mit diesem Cockpit wird ein Traum Wirklichkeit. Ein fantastisches Gefühl, aber auch eine große Herausforderung. Das Team hat in Kimi und mir eine wirklich gute Fahrerpaarung. Ich glaube, ich werde das alles erst realisieren können, wenn ich in Melbourne bin und meinen Namen aus der Startliste lese. Jetzt bin ich erst einmal froh beim Team in der Fabrik zu sein, wo wir uns auf die Testfahrten vorbereiten."

Frage: "Es wird deine erste volle Saison als Formel-1-Pilot. Du musst dem ersten Test mit dem E20 schon sehr entgegenfiebern?"
Grosjean: "Es sind weniger als zwei Tage, dann werden wir in Spanien sehen, wo das Auto steht. Wir alle haben für dieses Jahr hohe Erwartungen. Ich konnte das Auto während des Baus von Beginn an begleiten. Es war schön, bei den Jungs zu sein. Wir sind alle gespannt, wie sich das Auto auf der Strecke schlagen wird. Die ersten vier Tage werden uns einen guten Eindruck vermitteln, wo wir in dieser Saison stehen."

Frage: "Es gibt sehr viel Aufregung. Bist du nervös?"
Grosjean: "Ich würde nicht nervös sagen. Wir alle blicken dem Test entgegen. Es gibt einen gewissen Druck, doch der gehört dazu. Wenn man ein neues Auto präsentiert, gibt es immer Druck. Man steigt nach einer langen Pause wieder ins Auto, hört am Morgen den Klang des Motors, verlässt die Boxengasse und geht auf die Strecke, worauf man lange gewartet hat."


Fotos: Präsentation des Lotus-Renault E20


Frage: "Mit welcher Einstellung gehst du an diese Saison heran? Vor zwei Jahren bist du ja nur eine Hälfte der Saison gefahren, ist das nun also so etwas wie ein halbes Rookie-Jahr?"
Grosjean: "Das ist schwierig zu sagen. Natürlich bin ich sieben Grands Prix an der Seite von Fernando gefahren, und diese Erfahrungen helfen mir auch heute noch. Andererseits gibt es einige neue Rennstrecken, die ich noch nicht kenne. Aber aufgrund meiner Erfahrung sehe ich mich eigentlich nicht als Rookie. Ich bin noch ein junger Fahrer, der eine Menge Dinge in der Formel 1 lernen muss, aber wir erwarten eine gute Saison."

Frage: "Wie genau ist deine Streckenkenntnis?"
Grosjean: "Ich kenne Albert Park, Shanghai, Kanada, Indien und Südkorea nicht, und Amerika kennt noch niemand. In der frühen Phase der Saison kenne ich bis auf Albert Park und Shanghai alle Strecken, auch Sepang und Bahrain."

Frage: "Wie unterscheidet sich der Romain Grosjean des Jahres 2012 von dem des Jahres 2009?"
Grosjean: "Ich bin zwei Jahre älter! Es gibt keinen großen Unterschied, aber viele kleine Verbesserungen, auch was die persönliche Reife betrifft. Die Erfahrung aus 2009 war sehr hilfreich, um zu verstehen, wo ich noch besser werden muss. Es war zwar eine schwierige, aber dennoch eine gute Zeit. Der Romain Grosjean von 2012 sieht das Leben etwas anders. Mein Ziel ist, meine große Leidenschaft, die Formel 1, zu genießen."


Launch des Lotus E20

Frage: "Wie bist du an den Vertrag für 2012 gekommen?"
Grosjean: "Das begann in der GP2. Ich wollte DAMS wieder an die Spitze zurückbringen und zeigen, dass ich ein Team-Leader bin. Natürlich wollten wir den Titel gewinnen, aber um Meister zu werden, müssen viele Dinge zusammenkommen. Dann war ich zweimal am Freitagmorgen in der Formel 1 im Einsatz. Das war ein wirklicher Test für mich. Ich konnte zeigen, dass ich schnell genug war und dem Team die gewünschten Rückmeldungen geben konnte."

"Das war sehr wichtig, es hat gut geklappt, aber dann hieß es erst einmal warten. Das war die schwierigste Phase, aber ich wusste, dass ich alles getan hatte, was ich tun konnte und hatte mir nichts vorzuwerfen. Ich musste abwarten und habe versucht an den Gesichtern der Teammitglieder abzulesen, wie die Entscheidung ausfallen wird. Das ist ein Teil des Jobs, man gewöhnt sich mit der Zeit daran."

Frage: "Wie verlief deine Saisonvorbereitung?"
Grosjean: "Meine Vorbereitung im Winter war nicht schlecht. Ich habe wie immer trainiert. Zum Glück ist es nicht allzu lang bis zum ersten Test am 7. Februar. Ich habe versucht, so oft wie möglich in der Fabrik zu sein, um Zeit mit den Ingenieuren zu verbringen, mit ihnen zu diskutieren oder auch einmal ein Bier mit ihnen zu trinken. Die Saison ist lang, 20 Grands Prix, dazu noch die Tests und du verbringst die meiste Zeit mit denselben Leuten. Daher ist es wichtig, dass du dich mit ihnen gut verstehst. Ich freue mich, Teil dieses Teams zu sein. Ich glaube, ich habe mich seit 2009 verändert, und das Team hat das auch registriert. Die Beziehung ist jetzt viel enger und viel besser."

Lotus

Die Lotus-Fahrer mit Teamchef Boullier Zoom

Frage: "Was glaubst du wird 2012 deine größte Herausforderung sein?2
Grosjean: "Die Formel 1 ist eine einzige große Herausforderung, aber die größte Hürde wird sein, jederzeit 100 Prozent aus dem Auto und mir selbst herauszuholen und keine Fehler zu machen. Das ist das Leben eines Formel-1-Fahrers. Du musst alles aus dem Auto herausholen, konzentriert sein dich Runde für Runde verbessern. Ich hoffe daher, dass wir von Saisonbeginn an ein gutes Auto haben werden, mit einem guten Gefühl ins erste Rennen gehen und uns während der gesamten Saison weiterentwickeln."

Frage: "Wie ist dein Eindruck vom neuen Auto?"
Grosjean: "Zumindest sind die Farben schon mal dieselben. Wie schnell es ist, sehen wir erst auf der Rennstrecke. Hoffentlich wird es ein gutes Auto sein, dem wir nach dem ersten Test einen netten Kosenamen geben können. Dann geht es darum, sich Runde für Runde und Sitzung für Sitzung zu verbessern."

Frage: "Bei deinem letzten Formel-1-Rennen gab es noch einen anderen Reifenlieferanten. Glaubst du, das wird einen großen Unterschied ausmachen?"
Grosjean: "Ich glaube, Pirelli hatte ein wirklich gutes erstes Jahr in der Formel 1. 2012 gibt es einige Änderungen, aber die Reifen werden wieder ein Schlüsselfaktor sein. Es kommt darauf an, sie ans Arbeiten zu bekommen, wenn es erforderlich ist, und sie zu schonen, wenn es möglich ist. Seit dem Ausstieg von Bridgestone hat sich eine Menge verändert. Die Reifen richtig zu behandeln, ist Teil der Show, und auf einigen Strecken haben wir große Unterschiede bei der Haltbarkeit der Reifen erlebt. Dadurch wurde die Formel 1 attraktiver als noch vor ein paar Jahren."

Frage: "Kimi ist ein Formel-1-Weltmeister. Da du den GP2-Titel gewinnen konntest, bist du ebenfalls ein Weltmeister. Das muss dir sehr viel Zuversicht geben."
Grosjean: "2011 war eine fantastische Saison für mich. Ich konnte den Titel in der GP2 gewinnen und Freitagvormittag mit dem Team verbringen. Ich war die ganze Zeit bei den Jungs im Team. Ich fühle mich gut und bin froh, einer der Fahrer zu sein."

Frage: "Denkst du, dass du von Kimi Räikkönen lernst, oder lernt er von dir?"
Grosjean: "Im Moment benötigen wir noch etwas mehr Wissen über die Pirelli-Reifen. Ich denke, dass ich sehr viel von ihm lernen kann. Wir müssen zusammenarbeiten, damit wir das Auto in der Startaufstellung so weit nach vorn wie möglich bringen können. Das ist unser Hauptziel. Ich bin sehr froh, neben ihm fahren zu können. Ich denke, dass es gut für mich und das Team ist. Hoffentlich können wir etwas Starkes aufbauen."

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