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  • 03.02.2012 15:19

Green: "Auto sieht raffinierter aus"

Technikdirektor Andrew Green spricht über die technische Herangehensweise an den Force India VJM05 - Der 2011 eingeschlagene Weg wurde konsequent fortgesetzt

(Motorsport-Total.com) - Force India hat sich im Vorjahr im vorderen Mittelfeld etabliert und eine starke zweite Saisonhälfte hingelegt. Man hatte sich vor zwölf Monaten für eine andere Philosophie entschieden. Ab Barcelona wurde ein neues Aerodynamikpaket vorgestellt. Als es funktionierte, machte man in jedem Rennen Jagd auf WM-Punkte. Über den Winter hat das Team, das künftig auf Paul di Resta und Nico Hülkenberg setzt, diesen Weg konsequent fortgeführt. Herausgekommen ist ein optisch umstrittenes, aber ausgereiftes Rennauto. Technikdirektor Andrew Green schildert die Gedanken hinter dem VJM05.

Andrew Green

Technikdirektor Andrew Green ist gespannt, wie sich der VJM05 schlagen wird Zoom

Frage: "Wie würdest du das neue Auto zusammenfassen?"
Andrew Green: "Ich würde sagen, dass das Auto im Vergleich zu den Vorgängern viel raffinierter aussieht. Es sieht knackiger aus und viel zielgerichteter. Man kann erkennen, dass das Aerodynamik-Konzept jetzt viel besser durchkommt. Es sieht auch anders aus als in den Vorjahren, was gut ist. Bislang war die Performance im Windkanal ermutigend. Es bleibt noch die Unbekannte, wo die anderen stehen. Vor Melbourne werden wir das auch nicht wissen."

Frage: "Welchen Einfluss hatten die Regeländerungen?"
Green: "Die Regeländerungen im Bereich der Nase haben für die größten sichtbaren Veränderung gesorgt. Dann gibt es noch die Änderung beim Auspuff. Der Rest ist recht trivial."

Frage "Einige Teams haben sich im Vorjahr intensiver als andere mit den angeblasenen Diffusoren beschäftigt. Macht es das für euch leichter, in diesem Bereich einen Schritt zurückzugehen?"
Green: "Unsere Entwicklungszeit beim angeströmten Diffusor war limitiert. Wir haben es bis Ende 2010 nicht zum Funktionieren gebracht. Dann überdachten wir die Situation im vergangenen Winter komplett. Wir hatten nur wenig Entwicklungszeit damit verbracht und ich weiß, dass wir nie das volle Potenzial ausgelotet haben. Es könnte jene Teams, die länger als wir daran gearbeitet haben, stärker treffen."


Fotos: Präsentation des Force India-Mercedes VJM05


Frage: "Was kannst du uns über das neue McLaren-Getriebe erzählen?"
Green: "Es ist schmaler und leichter. Es ist wieder ein nettes kleines Paket, so wie wir es von McLaren erwarten."

Frage: "Das KERS von Mercedes war für euch im vergangenen Jahr neu. Bist du zufrieden wie es funktioniert hat?"
Green: "Es war fast eine nahtlose Integration ins Auto. Es ist ein fantastisches System und wir sind sehr glücklich damit. Es wurden kleine Details geändert, aber prinzipiell ist das Paket gleich geblieben."

Frage: "Im Vorjahr war das Auto auf allen Rennstrecken konkurrenzfähig. In den Jahren davor war es hauptsächlich auf schnellen Strecken, die wenig Abtrieb verlangen, stark. Wie wird es in dieser Saison sein?"
Green: "Die Philosophie stimmt immer noch. Ich glaube, wir sind im Vorjahr etwas zu stark in die andere Richtung gegangen. Uns ist bewusst, dass wir in Monza nicht besonders konkurrenzfähig waren. Wir müssen sichergehen, dass wir uns in dieser Saison darum kümmern."

Der neue Force India VJM05 wurde in allen Details überarbeitet Zoom

Frage: "Im Vorjahr musstet ihr die Charakteristiken der Pirelli-Reifen lernen. Inwieweit sind diese Erfahrungen in das neue Auto geflossen?"
Green: "Wir haben extrem viel über die Reifen gelernt und alles wurde beim Design des VJM05 berücksichtigt. Wir haben uns bei den Radaufhängungen mehr Freiheiten beim Design und der Charakteristik verschafft. Das wird uns auf den verschiedenen Strecken helfen, auf die Bedürfnisse der Reifen besser einzugehen. Wir wollen diesen Bereich ausschöpfen."

Frage: "In anderen Worten, im Vorjahr wolltet ihr Dinge einstellen, die ihr aber nicht verändern konntet?"
Green: Genau. Im Vorjahr hatten wir uns in manchen Bereichen in eine Ecke designt. Wir hatten früh begriffen, dass wir uns hinaus manövrieren wollten, aber wir konnten nicht. All diese Dinge wurden beim 2012er-Auto berücksichtigt."

Paul di Resta, Nico Hülkenberg, Jules Bianchi

Das Force India Fahrer-Trio: Jules Bianchi, Nico Hülkenberg und Paul di Resta Zoom

Frage: "Vor zwölf Monaten wurde DRS heiß diskutiert. Gibt es in diesem Bereich Änderungen?"
Green: "Zu Beginn der Saison gab es extrem viele Entwicklungen beim Heckflügel. Gegen Jahresende ebbte das etwas ab. Es sollte jetzt nicht der gleiche Fokus darauf liegen wie 2011. Wir setzten die Entwicklung des Vorjahres fort, es ist ein relativ konkurrenzfähiges Paket. Wir wollen es früh in der Saison verbessern, aber es werden nur kleine Veränderungen sein."

Frage: Da die Regeln relativ konstant geblieben sind, ist es noch schwieriger, kleine Verbesserungen zu finden, oder?
Green: "Ja. Die Verbesserungen, die wir im Windkanal finden, werden immer kleiner und kleiner. Sie sind auch immer schwieriger zu finden. Man muss auch mehr darüber nachdenken. Man muss sich andere Wege überlegen, wie man Abtrieb generiert. Es gibt einige Bereiche, die wir gerade erforschen, und es sieht sehr fruchtbar aus."

Frage: "Normalerweise rückt das Feld immer dichter zusammen, wenn die Regeln gleich bleiben. Bedeutet das für dich und dein Team eine Extraportion Motivation?"
Green: "Ja, es wäre natürlich gut, wenn wir näher an der Spitze fahren würden. Es gab im Vorjahr sicherlich eine eigene erste Liga. Wir wollen ihnen auf den Fersen sein, das ist unser Plan."


Fotos: Rollout des Force India-Mercedes VJM05


Frage: "In diesem Jahr mussten die Crashtests schon vor dem ersten Test absolviert sein. Hat das bei der Entwicklung etwas verändert?"
Green: "Dieses Auto wurde vor zwei, drei Monaten designt. Jetzt kümmere ich mich um die Entwicklungsteile. Wir planen alle neuen Teile für den letzten Test oder das erste Rennen. Auf diese Sachen können wir uns konzentrieren. Das Schöne ist, dass wir dem Auto bis Melbourne Leistung hinzufügen können. Wir haben die Kapazitäten, dass wir im Februar in viel kürzerer Zeit die Entwicklung vorantreiben können, weil alles andere fertig aussortiert ist. Wir bereiten uns für das erste Rennen vor. Es wird ein etwas anderes Auto sein als jenes, mit dem wir den ersten Test fahren."

Frage: "Was sagst du über eure Fahrerpaarung?"
Green: "Ich freue mich darauf Nico im Auto zu sehen. Es wird Pauls zweites Jahr. Ich glaube nicht, dass wir uns eine stärkere Fahrerpaarung wünschen hätten können. Das gibt uns einen weiteren Vorteil. Sie werden mehr Performance aus dem Auto herausholen als andere Fahrer. Das ist toll für uns. Ich freue mich jetzt auf das Racing."

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