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  • 31.03.2006 · 16:26

Fry: "Müssen sehen, wie man am besten Geld sparen kann"

Honda-Teamchef Nick Fry in der Pressekonferenz über die Rolle der GPMA, zukünftige Technologien in der Formel 1 und die Freitagstrainings

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Nick, was ist die neue Rolle der GPMA, nachdem man sich nun in die Formel-1-Weltmeisterschaft 2008 eingeschrieben hat?"
Nick Fry: "Ich denke, sie hat weiterhin eine Rolle, unabhängig davon, ob alles aussortiert ist. Ich denke, die großen Automobilhersteller geben in der Formel 1 eine Menge Geld aus, und ich denke, der Dialog unter ihnen war zum einen wesentlich besser, als er jemals war, und zum anderen erlaubt ihnen dies, dass sie sich untereinander einigen können, bevor man mit der FIA oder anderen Außenstehenden redet. Deshalb sehe ich eine anhaltende Rolle für diese Gruppe. Ob diese dann GPMA oder wie auch immer genannt wird, bleibt gleich, denn ich denke, es ist einfach eine konstruktive Sache"

Nick Fry

Nick Fry bezweifelt, dass ein Einfrieren der Motorenentwicklung funktionieren wird

Frage: "Was denkst du über die vorgeschlagenen Motorenregelungen mit der Einfrierung der Entwicklung?"
Fry: "Ich denke, dass die Einsparung von Geld etwas ist, was wir vollkommen unterstützen würden. Die Automobilhersteller kostet es eine Menge, die Motoren Jahr für Jahr zu wechseln, wenn man das also reduzieren könnte, wäre das auf jeden Fall etwas, was wir wollen. Ich denke, die Frage ist, wie man das angeht, und wir sind nicht vollends überzeugt, dass die Einfrierung sine gute Idee ist."#w1#

Einfrieren der Motoren in Nordamerika gescheitert

"Wir müssen den besten Weg herausarbeiten, wie man Geld sparen kann." Nick Fry

"Wie sie vielleicht wissen, wurde das im Ovalrennsport in Nordamerika versucht, und sofort führte das dazu, dass ein Hersteller sich zurückzog, und dann kurz oder einige Jahre später der Andere. Deshalb glaube ich nicht, dass es irgendeinen guten Beweis gibt, dass dies eine gute Sache für den Rennsport ist. Ich denke, was wir in den nächsten Monaten tun müssen, ist, dass wir uns in einer Gruppe zusammensetzen und den besten Weg herausarbeiten, wie man Geld sparen kann. Ich denke, das Meeting, das vergangene Woche bei Ferrari stattgefunden hat, war ein erster Schritt, aber ohne Zweifel werden zwischen jetzt und Juni mehrere solcher Meetings sein."

Frage: "Denkst du, dass das Qualifying noch ein wenig optimiert werden muss?"
Fry: "Ich denke, dass wir sehr glücklich sind mit dem, wie es derzeit ist. Ich denke, dass es nach zwei Rennen, in denen es gezeigt hat, dass es extrem aufregend war, noch etwas früh ist, um über Veränderungen zu sprechen, deshalb würde ich es momentan so lassen, wie es derzeit ist. Ich weiß, dass einige Leute gesagt haben, dass die ersten Minuten des dritten Abschnitts ein bisschen sinnlos sind, wenn nur herumgefahren wird, um Sprit zu verbrauchen, aber ich denke, dass es möglicherweise im zweiten Teil so viel Spannung gibt, dass zehn Minuten mit vielleicht etwas weniger Action, bevor sich dann eine Steigerung bis zum Ende ergibt, ganz nett sind, deshalb denke ich, dass man es so lassen sollte. Das wäre meine Empfehlung."

Ist Barrichello auf einem guten Weg?

Frage: "Denkst du, dass ihr den Problemen von Rubens Barrichello in den letzten Rennen auf den Grund gekommen seid?"
Fry: "Es gibt eine Menge Dinge am Auto, die sich sehr stark von dem Auto unterscheiden, das er zuvor gefahren ist. Ich erwarte nicht, dass sich das über Nacht ändert. Wir haben in Vallelunga vergangene Woche getestet, wo wir einige Änderungen an der Traktionskontrolle vorgenommen haben, die anders funktioniert. Diese sind zwar noch nicht die finale Lösung, aber es wird. Wir haben einige Modifikationen vorgenommen, die helfen werden, aber wir haben noch mehr Arbeit zu erledigen, und ich erwarte, dass sich Rubens' Leistung von Rennen zu Rennen verbessern wird, wenn er im Team immer vertrauter wird. Ich denke, dass es eine große Hilfe ist, dass dies richtige Änderungen am Auto sind, wenn es also Rubens hilft, dann wird es Jenson und Anthony genauso helfen, deshalb sehe ich das als eine Situation, in der alle profitieren."

Honda will nicht gegen sich selbst fahren

"Ich denke, dass man einen guten Kompromiss finden muss." Nick Fry

Frage: "Derzeit scheint es so, dass wir auf der einen Seite die FIA haben, die versucht, die Kosten einzudämmen, und auf der anderen Seite Honda, die eine freie Entwicklung wollen. Ist das etwas, was man niemals allen recht machen kann?"
Fry: "Ich denke, dass man einen guten Kompromiss finden muss. Wir glauben an eine liberalere Annäherung an das Thema der Entwicklung, denn es handelt sich für Honda hier sehr stark um ein Ingenieurs-Projekt. Dieses entwickelt die Ingenieure und die Technologien, die dann in die Straßenautos fließen, und das ist wichtig. Aber letztendlich wollen wir nicht übrig bleiben und gegen uns selbst fahren."

"Deshalb denke ich, dass eine gemeinsame Basis gefunden werden kann, und das dreht sich alles darum, was ich nützliche Technologie nenne, und was in der Umgebung eines Straßenautos oder auf anderen Gebieten eingesetzt werden kann. Deshalb denke ich, dass wir untereinander die Spreu vom Weizen trennen müssen - zum Beispiel ist die Materialentwicklung teilweise sehr gut anwendbar, und ein anderer Teil ist das weniger. Und wir sind sehr glücklich, dass wir ein Teil dieses Prozesses sind."

Gibt es in fünf Jahren alternative Antriebe in der Formel 1?

"Die Formel 1 muss mit der Zeit gehen und auf die Straßenautos übertragbar sein." Nick Fry

Frage: "Du hast von Dingen gesprochen, die in Straßenautos einsetzbar sind. Meinst du damit Hybridsysteme, die verschiedene Arten von Energie verwenden? Denn wenn immer mehr standardisiert wird, wie beispielsweise Motoren, Reifen, die Aerodynamik und so weiter, wie wollen wir dann Überholmanöver sehen?"
Fry: "Beim Hybridantrieb beispielsweise glaube ich, dass die Formel 1 mit der Zeit gehen und auf die Straßenautos übertragbar sein muss. Und ich denke, dass jetzt, wo Straßenautos immer umweltfreundlicher und effizienter werden, die Formel 1 in die gleiche Richtung gehen muss. Und das ist etwas, was nach und nach passieren muss, denn die Kosten einer solchen Technologie sind enorm."

"Honda ist in der Hybridtechnologie sehr bewandert, deshalb mag es sein, dass wir in einer wirklich vorteilhaften Position sein könnten, aber ich denke nicht, dass wir dafür sind, das schnell zu tun, denn die Kosten sind so enorm. Aber ich bin mir sicher, dass wir in fünf Jahren ein Umfeld sehen werden, in dem diese Art Technologie in Formel-1-Autos verbaut wird."

Die Unterhaltung ist wichtiger als die Technik

Frage: "Wir alle haben in der Formel 1 bereits viele verschiedene Auto- und Antriebskonzepte gesehen. Was wäre dein bevorzugtes Rennauto, unabhängig von den derzeitigen Regeln oder der FIA?"
Fry: "Ich denke, dass was auch immer dabei herauskommt, das Können des Fahrers und diese Dinge müssen sich schnell anhören, schnell aussehen, und es soll Überholmanöver geben, es soll unterhalten und ein großer Spaß sein, und ich glaube nicht, dass es dabei auf die technischen Details ankommt."

"Ich glaube nicht, dass wir uns zu viele Gedanken über die technischen Details machen müssen." Nick Fry

"Ich glaube nicht, dass wir uns zu viele Gedanken über die technischen Details machen müssen, aber wir müssen darüber nachdenken, mit was wir starten können, um zu unterhalten, und von da aus müssen wir uns zurückarbeiten. Ich denke, ein Übermaß an Leistung gegenüber Haftung hilft tendenziell. Vielleicht könnten wir uns alle ein Auto aus den 'Whacky Races'-Cartoons aussuchen, und solange wir Penelope Pit Stop haben können, werden wir glücklich sein."

Freitagstrainings nicht zum ersten Mal kritisiert

Frage: "Gibt es einen Weg, wie man die Freitagstrainings interessanter und spannender gestalten kann?"
Fry: "Es ist sehr interessant, denn ungefähr vor einem Jahr, als die Teams begannen, in der GPMA, oder wie auch immer der Vorgänger davon hieß, zusammenzuarbeiten, war eines der ersten Themen, die wir uns angesehen haben, dass man am Freitag einfach etwas anders machen müsste, und wir kamen zu dem Ergebnis, dass Pat Symonds schon angesprochen hat."

"Nämlich, dass aus der Sicht des Rennens der Freitag unnötig ist, und eine der Ideen für den Freitag ist, dass man mehr einen spaßigen Tag für die Sponsoren und zu Werbezwecken daraus machen und andere Aktivitäten an der Strecke durchführen könnte. Die Teams wären schon anwesend, aber sie würden sich viel mehr der Außenwelt zuwenden und der Öffentlichkeit und den Fans einen näheren Zugang zu den Teams geben. Aber nicht unbedingt in der Art, wie wir das derzeit tun, und das ist etwas, was wir bedenken sollten. Ich denke, wir sind alle dafür, mehr Rennen und weniger Tests zu fahren, und Dinge zu tun, die eine höhere Anziehungskraft haben als das, was wir im Moment tun."

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