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Formel-1-Training Bahrain 2015: Mercedes- vor Ferrari-Duo

Im Freien Training hatten die Mercedes-Stars Rosberg und Hamilton die Nase vorne, doch Ferraris Tempo mit vollem Tank war alarmierend - Vettel patzte doppelt

(Motorsport-Total.com) - Nach drei sportlichen Niederlagen und einem handfesten Teamzoff mit Lewis Hamilton hatte es sich Nico Rosberg fest vorgenommen, beim Bahrain-Grand-Prix zurückzuschlagen. Das zweite Freie Training am Freitag war ein Schritt in diese Richtung: Der Deutsche drehte in 1:34.647 Minuten die schnellste Runde des Tages und war 0,115 Sekunden schneller als sein Silberpfeil-Kollege (Ergebnis in der Übersicht!), der mit dem zweiten Rang vorliebnehmen musste. Mit vollen Tanks beeindruckte Ferrari aber.

Im Nachgang zeigt sich Rosberg trotz eines Telemetrieproblems kurz vor Schluss zufrieden: "Wir sind zuversichtlich. Es war insgesamt ein guter Tag. Wir haben viele Runden abgespult, und es lief wirklich rund." Der Wiesbadener hofft, zu alter Stärke im Kampf gegen die Uhr zurückzufinden, nachdem sich Hamilton 2015 bisher alle Pole-Positions sicherte: "Das Qualifying wird sehr wichtig sein. Das haben wir in den vergangenen Rennen gesehen. Ich bin optimistisch: Ich war schnell auf einer einzelnen Runde, aber auch auf einem Longrun."

Rosberg verdankt seine Bestzeit auch der Tatsache, dass Hamilton bei seiner schnellsten Runde einen Fahrfehler machte. Denn die Zeiten der Silberpfeile mit leeren Tanks scheinen längst nicht das Ende der Fahnenstange zu sein, schließlich war der Brite 2014 im Freien Training bei ähnlichen Bedingungen nochmals schneller unterwegs (1:34.325 Minuten). Der Trend zeigt: Im Vergleich fallen die Rundenzeiten gewöhnlich, weil die Teams ihre Autos nach der Antriebsnovelle deutlich optimiert haben.

Hamilton, Vettel und Rosberg drohen Strafen

Hamilton wirkte nach der Session unzufrieden. Er denkt an den Patzer: "Ich habe mich vor Kurve 8 verbremst. Da habe ich Zeit verloren. Da wäre ganz bestimmt mehr möglich gewesen. Allerdings sind wir im Mittelsektor noch nicht gut genug. Insgesamt ist es aber okay, wir sind zufrieden", so der Weltmeister. Ihm könnte noch Unheil seitens der Rennleitung drohen, weil er genau wie Kimi Räikkönen den Sauber-Piloten Marcus Ericsson kurz vor Schluss in der Boxengasse weit rechts überholte (alle Informationen!).

Sebastian Vettel (4., +0,630 Sekunden) wäre im teaminternen Vergleich mit Räikkönen (3., +0,527 Sekunden) der Schnellere gewesen, wäre ihm in seinem vierversprechendsten Umlauf in der letzten Kurve nicht ein Fehler unterlaufen. Anschließend löste der Deutsche eine Rote Flagge aus, damit Teile seines Boliden eingesammelt werden konnten. Die hatte Force-India-Pilot Sergio Perez verteilt, als er ihm in der ersten Kurve den Frontflügel abrasiert hatte. Der Mexikaner trug an dem Vorfall keine Schuld.

Die Bremsen an Vettels Ferrari streikten direkt nach der Boxenausfahrt. Wie die Reaktionen der Scuderia-Crew deutlich zeigten, war nach dem Losfahren ein Rad nicht festgezogen, weshalb der Deutsche am ersten Bremspunkt nicht verzögern konnte. Es kam zur Kollision: "Ich hatte einen Bremsdefekt, dann ist mir der verdammte Perez über den Frontflügel gefahren. Unglaublich", schimpfte Vettel in einer ersten Reaktion. Nach den Buchstaben des Reglement handelt es sich um ein so genanntes Unsafe Release, welches mit einer Sanktion geahndet wird. Sieht die Rennleitung das genauso, droht dem Heppenheimer eine Strafe.

Spielt der Reifenverschleiß keine Rolle?

Später hatte auch Vettel eingesehen, dass Perez in der Szene machtlos war. Er trabte zum Force-India-Kommandostand und erstattete Abbitte. "Ich wollte mich bei Sergio entschuldigen, aber er war noch im Auto", räumt Vettel ein, ohne sich um die Bremsen zu sorgen: "Wir haben viele Tests und Rennen ohne Probleme absolviert."

Kommt Vettel ungeschoren davon, ist er ein heißer Tipp für den Rennsieg, schließlich war das Ferrari-Tempo auf Longruns beeindruckend. "Auf dem Papier waren sie sogar schneller als die Mercedes", staunt 'Sky'-Experte Marc Surer über durchschnittlich 0,6 Sekunden Unterschied pro Runde auf weichen Reifen. Der Schweizer wundert sich über Ferrari: "Ob sie da nicht ein bisschen leichter waren? Ich würde aber sagen: Das wird spannend!" Vettel schielt auf den Sonntag: "Wir wissen, dass Mercedes einen großen Schritt machen kann. Im Qualifying drehen sie die Motoren auf. Sie sind immer noch ein bisschen voran."

Rosberg ist gewarnt, schließlich entpuppte sich der rote Renner bei Hitze als Reifenflüsterer: "Das Tempo der Ferrari macht uns Sorgen. Im Qualifying sollten wir um ein gutes Stück schneller sein, aber im Rennen wird Ferrari stark sein", befürchtet er, sagt aber auch: "Die Wahl der Reifen ist nicht weiter kompliziert. Das ist sicherlich kein interessanter Aspekt. Es geht hier wirklich nur um das Tempo des Autos." Das Freie Training zeigte: Pirellis weiche Mischung ist in Bahrain gut für zwei schnelle Runden.

Williams brüllt, Red Bull und McLaren hüsteln weiter

Williams scheint in Bahrain dritte Kraft zu sein, was Valtteri Bottas (5., +0,633 Sekunden) mit seiner Leistung deutlicher untermauerte als Felipe Massa (10., +1,237 Sekunden). Bei der Neo-Krisentruppe Red Bull sorgte Daniel Ricciardo (6., +0,802 Sekunden) für Beruhigung, jedoch täuschte das Freie Training schon öfter über das Formtief der Österreicher hinweg. Weiterer Beleg: Am Auto von Daniil Kwjat (9., +1,236 Sekunden) wurde lange gearbeitet und umfassend umgebaut. Das Problem hing offenbar mit dem Abtrieb zusammen, am Funk rätselte der junge Russe aber nur.


Fotos: Großer Preis von Bahrain, Freitag


Erfreulicher war der Freitag für Lotus-Zahlemann Pastor Maldonado (7., +0,827 Sekunden) und Sauber-Neuling Felipe (8., +1,146 Sekunden), die die Top 10 vervollständigten. Bei McLaren läuft es weiter nicht gut: Fernando Alonso (12., +1,544 Sekunden) fuhr nur 22 Runden, Jenson Button (19., +4,562 Sekunden) hatte einen technischen Defekt zu beklagen und kam auf schmale 15 Umläufe. Offenbar handelte es sich beim Briten um "Anomalien der Motorendaten", nicht um defekte Hardware. Der Emmericher Nico Hülkenberg (15., +2,158 Sekunden) blieb im gesamten Freien Training unauffällig, aber knapp vor Teamkollege Perez.

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