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  • 30.04.2016 · 15:21

  • von Dieter Rencken & Dominik Sharaf

Formel-1-Regeln 2017: Spritlimit soll angehoben werden

Auf 105 statt 100 Kilo einigten sich die Teams, um schwereren und schnelleren Autos mit mehr Abtrieb Rechnung zu tragen - Mercedes und Kunden waren dagegen

(Motorsport-Total.com) - Eine aggressivere Aerodynamik für deutlich mehr Abtrieb, breitere Reifen und kostengünstigere, aber lautere Antriebe sind für die Saison 2017 durchgewunken. Jetzt erfuhr 'Motorsport-Total.com' am Rande des Russland-Grand-Prix' in Sotschi: Die Formel 1 will im Zuge dessen auch das 100-Kilogramm-Spritlimit um fünf Kilogramm anheben, weil die Teams einen höheren Verbrauch unter den neuen Regeln befürchten - zumindest alle, die nicht mit Mercedes-Power ausgestattet sind.

Sebastian Vettel

Geht den Boliden der Generation 2017 möglicherweise wieder der Sprit aus? Zoom

Darauf haben sich die Mannschaften hinter den Kulissen bereits verständigt, allerdings stimmten die Silberpfeile sowie ihre Kunden Williams, Force India und Manor gegen den Vorschlag. Der niedrigere Verbrauch ist aktuell einer ihrer großen Wettbewerbsvorteile und alle vier Teams starten die Rennen offenbar nicht vollgetankt. Diesen Bonus wollten sie sich bewahren, denn mit dann 722 Kilogramm Gesamtgewicht wäre die Konkurrenz 2017 sonst wohl in arge Nöte gekommen.

John McQuilliam erklärt, was hinter der Novelle steckt: "Die Autos werden mehr Abtrieb haben und in der Lage sein, in einer Runde mehr Abschnitte mit Vollgas zu fahren - ergo könnten wir mehr taktische und sportliche Sparmaßnahmen beim Sprit erleben", so Manors Chefdesigner, der keine Bedenken hat, einen größeren Tank auf dem Zeichenbrett zu verwirklichen: "Was die Gestaltung der Boliden angeht, wird das aber keinen großen Unterschied machen", bestätigt McQuilliam.


Fotos: Großer Preis von Russland


Kritik an der Anhebung des Spritlimits gibt es aus den Reihen Force Indias: "Die Hybridmotoren wurden mit dem Ziel oder der Absicht eingeführt, den Spritverbrauch zu reduzieren", beklagt der Betriebsleiter Otmar Szafnauer. "Wenn es mehr Abtrieb gibt aber die Obergrenze identisch bleibt, dann entspricht es auf Dauer gesehen einer Senkung des Verbrauchs und wir folgen weiter der Philosophie, wegen der alles überhaupt erst so beschlossen und begonnen wurde", meint er.

Toro Rossos Technikchef James Key gibt zu bedenken, dass eine Änderung der Vorschriften für das Chassis auch Anpassungen beim übrigen Reglement zur Folge haben müsste, wenn beides zuvor aufeinander abgestimmt war. "Um Kompatibilität zu gewährleisten", betont der Brite. "Wenn wir also etwas mehr einfüllen müssen, damit die Rennen nicht zum Spritspar-Event verkommen, dann ist das nur das Richtige für den Sport - trotzdem müssen wir langfristig Effizienz im Blick haben."

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