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Formel 1 Österreich 2015: Rosberg cruist Hamilton davon

Rosberg setzt sich beim Start in Spielberg gegen Hamilton durch - Ferrari verdirbt Vettel das Podium, das Massa erbt - Horrorcrash zwischen Räikkönen und Alonso

(Motorsport-Total.com) - Nächste Wendung im teaminternen Mercedes-Duell um den WM-Titel: Nico Rosberg schlug beim Österreich-Grand-Prix in Spielberg am Sonntag mit seinem dritten Saisonerfolg 2015 zurück und verkürzte den Rückstand auf Lewis Hamilton in der Gesamtwertung auf zehn Punkte. Der Deutsche fuhr den Sieg in souveräner Manier heraus, nachdem er direkt nach der grünen Ampel den von der Pole-Position gestarteten Briten kassiert und über 71 Runden das Geschehen von der Spitze aus kontrolliert hatte.

Rosberg wiederholte seinen Vorjahreserfolg auf dem Red-Bull-Ring: "Ein tolles Gefühl, wieder hier zu gewinnen", jubelt der 29-Jährige über den elften großen Pokal seiner Formel-1-Karriere. "Der Start hat es eigentlich schon gerichtet . Ich hatte einen großartigen Start und konnte mich in den ersten Kurven behaupten. 'Diesmal alles rausholen!' gegeben. Ich habe einfach Vollgas gegeben. Ich konnte dann glücklicherweise einen Vorsprung auf Lewis herausfahren. Heute hat bei mir alles gepasst."

In der Tat gab es für Rosberg wenig Grund zur Sorge: Aus dem DRS-Fenster war er im Duell mit Hamilton schnell verschwunden, dann durfte er zuerst von den superweichen auf die weichen Pirelli-Reifen wechseln. Eine schnellste Runde nach dem Boxenstopp war genug, um den zu diesem Zeitpunkt mit den Pneus kämpfenden Weltmeister zu distanzieren. Die Messe war endgültig gelesen, als Hamilton eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen des Überfahrens der weißen Linie am Boxenausgang kassierte.

Hamilton erkennt neidlos an: "Nico hat heute einen fantastischen Job gemacht und war im Rennen schneller. Ich hatte nicht den allerbesten Start, wodurch ich zurückgefallen bin. Ich habe dann alles gegeben, aber im zweiten Stint ging es nur darum, über die Runden zu kommen." Rosberg durfte derweil trotz eines Bremsdefekts vorne links, der ihm - im Funk deutlich hörbar - wegen der einhergehenden Vibrationen Sorgen bereitete, und körnenden Reifen bis zum Schluss Tempo machen. Hamilton steckte auf und erreichte das Ziel inklusive der Modifikation mit 8,800 Sekunden Rückstand.

Es hagelt Rosberg-Lob aus der Chefetage: "Nico hat ein wirklich gutes Rennen gehabt und verdient gewonnen", schwärmt Mercedes-Sportchef Toto Wolff. Das Malheur, das zur Strafe führte, verzeiht er Hamilton: "Er hat einen kleinen Rutscher gehabt und ist voll über die Linie gefahren. Die Strafe ist gerecht. Die beiden machen einander sehr viel Druck, und er wusste, dass er nur in der In- und in der Out-Lap den Rückstand aufholen kann. Da können solche Fehler passieren", zeigt sich der Österreicher nachsichtig.

Auf den dritten Rang fuhr Felipe Massa im Williams mit 17,573 Sekunden Rückstand und markierte das zweite Podium in Folge für die mannschaft aus Grove. Der Brasilianer profitierte davon, dass der sicher auf Podestkurs liegende Sebastian Vettel bei seinem Boxenstopp ein Problem mit einem klemmenden Rad hatte und rund zehn Sekunden einbüßte. Massa schlüpfte durch und verteidigte sich bis zur Zielflagge gekonnt gegen den heranstürmenden Heppenheimer, der trotz DRS keinen Weg vorbei am Williams fand. Am Ende trennten die beiden nur 0,608 Sekunden.

Massa freut sich über die erste Top-3-Platzierung der Saison: "Ich habe gar nicht mitbekommen, was passiert ist. Mir war aber klar, dass er (Vettel; Anm. d. Red.) am Ende dicht dran sein wird, denn sie waren vielleicht ein oder zwei Zehntelsekunden pro Runde schneller. Als er kam, habe ich es hinbekommen, die Linie zu halten, keine Fehler zu machen und von meiner Erfahrung zu profitieren." Co-Teamchefin Claire Williams war nicht so cool: "Ich zittere noch immer von den letzten Runden."

Von einer verpassten Chance will Vettel nicht sprechen, wenn es um das Duell mit Massa geht: "Wir waren keine drei Sekunden schneller. Es ist kein Kindergeburtstag, dass man einfach vorbeifährt. Williams ist auf der Geraden ziemlich flott", analysiert der Ferrari-Star. "Heute war ich in den schnellen Kurven deutlich besser unterwegs, aber in den langsamen Kurven habe ich mir schwer getan. Das war letztendlich der Schlüssel. Ich habe versucht, ihn in Fehler zu treiben, aber er hat leider nur kleine gemacht."

Auf dem fünften Rang landete deutlich abgeschlagen Valtteri Bottas (Williams), der sich in der Anfangsphase mit dem schnelleren Auto gegen Nico Hülkenberg (Force India) durchgesetzt hatte. Der Le-Mans-Sieger überquerte als Sechster den Zielstrich und holte damit das Maximum heraus: "Ich bin sehr zufrieden. Es war von Anfang an klar, dass es schwierig wird, den Williams zu schlagen und man hat auch gesehen: wenn er einmal vorbei ist, zieht er auch weg. Da haben wir keine Chance."

Es folgte mit Rundenrückstand Pastor Maldonado (Lotus), der Max Verstappen (8., Toro Rosso) in einem tollen Duell kurz vor Schluss niederrang. Die Top 10 komplettierten Sergio Perez (9., Force India) und Daniel Ricciardo (10.), den Red Bull trotz zusätzlicher Zeitstrafe wegen eines Umbaus am Antrieb mit raffinierter Strategie zum letzten WM-Punkt lotste. Der Australier begann auf Soft und holte sich für einen Schlusssprint den superweichen Pneu, mit dem er Felipe Nasr (11., Sauber) keine Chance ließ.

Eine Schrecksekunde gab es gleich nach dem Start: Im Hinterfeld kollidierten Ferrari-Star Kimi Räikkönen und Fernando Alonso im McLaren. Der Finne musste beim Herausbeschleunigen aus Kurve zwei aufgrund des Verkehrs vor ihm und wegen durchdrehender Räder vom Gas gehen, woraufhin der Spanier auffuhr. Alonsos Auto wurde mit 44 g verzögert, als sich beide Boliden verkeilten und zusammen in Richtung Leitplanke rutschten - glücklicherweise knapp an einem Notausgang vorbei.

Alonsos McLaren stieg am Ferrari auf und sein Konkurrent hatte das Glück, dass das Auto seinen Oberkörper verfehlte und auf der Nase des roten Renners und den Leitplanken stehen blieb. Beide entstiegen ihren Cockpits unverletzt, Alonso reichte sofort entschuldigend die Hand. "Alles okay, die Untersuchung im Medical-Center war Routine. Es war ein normaler Unfall, wir sind uns in die Quere gekommen", bewertet er den Zwischenfall, der einen Safety-Car-Einsatz provozierte. Auch Räikkönen meint: "Ich weiß nicht so recht, was passiert ist. Das ging alles ziemlich schnell."

Mit Jenson Button war auch der zweite McLaren-Honda nach wenigen Runden aus dem Rennen - eine Vorsichtsmaßnahme. Der Ex-Weltmeister ist bedient, obwohl er seine zusätzlichen Strafen gar nicht absitzen musste: "Es war noch nichts kaputtgegangen, aber irgendwas lief nicht richtig und hätte dazu führen können. Deshalb haben wir das Auto abgestellt", stöhnt Button. "Das war ein wirklich schlechtes Wochenende, aber wir werden uns nicht hängen lassen. Es ist nicht einfach, vor allem wenn ich Interviews darüber geben muss."

In der WM-Gesamtwertung liegt Hamilton weiter mit 169 Punkten vor Rosberg (159) und Vettel (120). Bei den Teams baute Mercedes seine Führung weiter aus und grüßte mit 328 Zählern als Spitzenreiter vor Ferrari (192) und Williams (129).

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