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Formel 1 in Miami: Designer konnten "ein bisschen verrückt" werden

Dass Anwohner die 199. Straße in Miami aus dem Layout haben wollten, öffnete den Designern die Möglichkeit, "ein bisschen verrückt" zu werden

(Motorsport-Total.com) - Die Designer der neuen Formel-1-Strecke von Miami konnten beim Layout "ein klein bisschen verrückt" werden, nachdem eine wichtige öffentliche Straße aus dem ursprünglichen Vorschlag verschwand.

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Das aktuelle Layout ist zumindest nicht das erste, was in Miami gefahren werden sollte. Zunächst hatte man ein Rennen in Downtown im Auge, doch weil sich das auch aufgrund von Anwohnerprotesten nicht materialisieren ließ, wechselte man rund um das Hard Rock Stadium der Miami Dolphins.

Doch auch dort sah man sich Gegenwind ausgesetzt, weil im Layout die 199. Straße vorgesehen war, was nach Ansicht der Anwohner eine zu große Störung mit sich gebracht hätte. Daher ließ man diese im neuen Vorschlag einfach weg.

Statt die große Straße zu nutzen, wurde das Streckenlayout an der jetzigen Kurve 8 enger gestaltet. Kurve 8 führt dann über 1,4 Kilometer in Richtung Kurve 11, vorbei am Komplex, wo bis Anfang April noch das Tennisturnier Miami Open stattgefunden hat.

"Wir mussten viel ändern, als die 199. Straße nicht mehr als Option in Frage kam", sagt Clive Bowen, der Gründer von Apex Circuit Design, das die Strecke entworfen hat. "Aber das bot uns die Möglichkeit, ein bisschen verrückt zu werden. Anstatt also über den westlichen Parkplatz und auf die 199. Straße zu fahren, bogen wir etwas enger ab und navigierten um die westliche Gondelstation herum."


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"Dann fahren wir mitten durch den Tenniskomplex der Miami Open, womit wir uns, wie Sie sich vorstellen können, etwas unbeliebt gemacht haben", so Bowen. "Wir mussten also herausfinden, wie wir das technisch hinbekommen, wie wir die Entwässerung hinbekommen, wie wir die Beziehungen zwischen den Plätzen hinbekommen, wie wir die Strecke bauen, bevor das Tennis-Open selbst beginnen konnte."

"Nach dem Ende des Tennisturniers mussten wir ihre Anlagen sehr schnell aufräumen und in die Strecke einbauen."

Inspiration von anderen Strecken

Das Design der Strecke orientiert sich dabei teilweise an einigen bestehenden Kursen im Formel-1-Kalender. Bowen vergleicht Kurve 8 etwa mit der Beausset-Kurve in Le Castellet und sieht den folgenden Highspeed-Abschnitt in Richtung Kurve 11 ähnlich wie den letzten Abschnitt in Baku.


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Der Stadionbereich nach Kurve 11 soll ein wenig an das Foro Sol in Mexiko-Stadt erinnern. Und der enge Abschnitt, der von der Schikane bergab in die Kurve 16 führt, ist ebenfalls dazu gedacht, Fehler von Fahrern zu bestrafen, die zu weit rauskommen, ähnlich wie bei der Wall of Champions in Montreal.

Eine kurzfristige Veränderung war das Entfernen der Randsteine in den Kurven 6 und 7, was eine Reaktion auf den Unfall von Mick Schumacher in Saudi-Arabien war. "Stattdessen haben wir einen flachen Randstein, der so lackiert ist, dass er wie ein echter Randstein aussieht, sodass wir nicht das gleiche Problem haben, wenn jemand darüberfährt", erklärt Bowen.

Strecke mit Autokonzept im Hinterkopf

Er ist auch zuversichtlich, dass sich die neuen Autos in den schnellen Kurven zwischen 4 und 7 gut folgen können. Die Strecke von Miami ist die erste, die mit der Fahrzeuggeneration 2022 im Hinterkopf designt wurde.


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"Dieser Abschnitt ist wirklich eine Herausforderung für das Auto", sagt Bowen. "Bei der vorherigen Generation der Formel-1-Autos hätte das auch dazu geführt, dass sich die Autos auseinandergezogen hätten. Aber bei der 22er-Generation haben wir einen Ground-Effect und weniger Turbulenzen über dem Chassis, was bedeutet, dass sich die Autos nah folgen können sollten."

"Wir haben intensiv mit der Formel 1 und ihrem technischen Personal zusammengearbeitet, um zu verstehen, wie die Dynamik dieser Autos sein wird, und wir haben die Strecke so gestaltet, dass sie den erwarteten Ground-Effect berücksichtigt", betont Bowen. "Wir hoffen, dass die Autos bis zum Ausgang von Kurve 8 eng beieinander bleiben und sich dann einen Kampf bis Kurve 11 liefern."

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