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  • 10.05.2016 · 23:03

  • von Daniel Halder

Force India mit großem Update: Runderneuert zum Erfolg

Mit "fast einer B-Version" des VJM09 wollen Nico Hülkenberg und Sergio Perez ab dem Spanien-Grand-Prix regelmäßig in die Punkte - Pech sollte aufgebraucht sein

(Motorsport-Total.com) - Alles neu macht der Mai. Auch in der Formel 1 trifft dieser altbekannte Spruch zu. Zum Europaauftakt der Saison in Barcelona bringen fast alle Teams traditionell ihr erstes großes Upgrade an die Boliden. Signifikante Neuerungen hat vor allem Force India angekündigt - die Mannschaft von Nico Hülkenberg und Sergio Perez benötigt nach dem mehr als durchwachsenen Saisonstart dringend ein Erfolgserlebnis. Und das soll mit den Spezifikationen in Barcelona gelingen. Das Upgrade sei "sehr umfangreich und das Auto wird auch ganz anders aussehen", kündigt Teamboss Vijay Mallya an.

Nico Hülkenberg

Nur in Melbourne beim Auftaktrennen der Saison holte Hülkenberg bislang Punkte Zoom

"Ja, wir werden ein signifikantes Aero-Update, von Umfang der neuen Teile her ähnlich wie dem letztjährigen B-Auto, in Barcelona haben", bestätigt auch Betriebsdirektor Otmar Szafnauer. "Im Windkanal und dem CFD sind die Performance-Fortschritte enorm, aber man kann nie wissen, wie sich das auf der Strecke auswirkt." Dennoch hegt man bei Force India große Hoffnungen, mit der Generalüberholung des VJM09 einen ähnlichen Riesenschritt nach vorn zu machen, wie es der Truppe im vergangenen Jahr gelungen war.

Mit den Spezifikationen und der B-Version des Autos, die ab dem Großbritannien-Grand-Prix im Einsatz war, fuhren Hülkenberg und Perez in jedem der restlichen Rennen mit Ausnahme von Ungarn in die Punkte. Die Belohnung: Mit dem starken fünften Platz in der Konstrukteurswertung gelang Force India 2015 die beste Platzierung in der Geschichte des Rennstalls. Eine ähnliche Wende zum Guten soll auch in dieser Saison wieder gelingen.

Hülkenberg lechzt nach einem Erfolgserlebnis

"Ich freue mich auf ein Wochenende, an dem alles nach Plan verläuft und wir unser wahres Potential zeigen können." Nico Hülkenberg

Darauf hofft auch Hülkenberg, der nach drei Rennen ohne Punkte endlich wieder einen Grund zum Strahlen haben will. "Was in Sotschi passiert ist, war schon sehr enttäuschend", so der Deutsche, der in seinem 100. Grand Prix kurz nach dem Start von Haas-Fahrer Esteban Gutierrez aus dem Rennen befördert wurde. "Es lief wirklich gegen uns in den letzten Rennen. Wir wissen, dass wir mehr Punkte hätten holen sollen, aber das Pech, das wir hatten, kann man nicht einplanen."

Nico Hülkenberg, Esteban Gutierrez

In Sotschi wurde "Hulk" nach dem Start von Haas-Pilot Esteban Gutierrez abgeräumt Zoom

Ab Barcelona soll es nun aufwärts gehen, so der 13. der Fahrerwertung. "Ich freue mich auf ein Wochenende, an dem alles nach Plan verläuft und wir unser wahres Potential zeigen können." Hülkenberg zählt dabei auch auf die Unterstützung der spanischen Fans: "Ich liebe Barcelona und die spanische Lebensart in der Sonne. Wir waren einige Wochen hier während der Wintertests, aber wenn du zum Rennen zurückkommst, ist alles anders: die Autos haben sich weiterentwickelt, es ist wärmer und du musst hart arbeiten, um die richtige Abstimmung zu finden."

Mallya will wissen, wie ein Rennen ohne Zwischenfälle aussieht

Der "Hulk" hofft, dass die umfangreichen aerodynamischen Änderungen gleich ans Auto passen und von allen verstanden werden. "Es ist ein schwieriger Kurs: Hier geht es viel um Selbstvertrauen - und wenn du dich nicht hundertprozentig wohlfühlst, dann leidet darunter deine Rundenzeit." Teamkollege Perez stimmt zu und ergänzt: "Barcelona ist die erste Chance, unser Auto mit den Updates zu fahren. Es wird eine große Aufgabe, alles schon am Freitag zu verstehen - aber es ist immer aufregend, neue Teile auszuprobieren."

Mit den Temperaturen im Mai und den neuen Spezifikationen scheint auch die Zuversicht im Force-India-Lager wieder zu wachsen. "Barcelona ist eine der tollsten Strecken im Jahr", meint "Checo" voller Vorfreude. "Die Atmosphäre ist ganz besonders und mir gefällt die Streckenführung, die für das Auto in vielerlei Hinsicht ein Test ist: es gibt lange, schnelle Kurven, die alle Fahrer lieben und es ist eine körperliche Herausforderung, vor allem für den Nacken - alles in allem ist es einfach ein toller Ort, um mit einem Formel-1-Auto zu fahren."

Der einzige Nachteil der Strecke sei, dass man kaum überholen könne, so Perez. "Auf der Zufahrt zu Kurve eins sollte es mit DRS-Unterstützung möglich sein - vor allem, wenn das Auto vor dir mit abbauenden Reifen kämpft", wagt der Mexikaner einen Ausblick. Seine Teambosse hoffen dagegen, dass ihre Fahrer im Kampf mit anderen Piloten diesmal endlich von Zwischenfällen verschont bleiben - insbesondere in den ersten Runden des Rennens.

"Ich hoffe, wir haben jetzt endlich all unser Pech aufgebraucht. Wir wissen ja noch gar nicht, wie wir in einem sauberen Rennen aussehen - ohne Ärger, Safety-Car, rote Flaggen und Unfälle. Aber: Es sind noch 17 Rennen und das Beste liegt noch vor uns. Es ist ein Marathon, kein Sprint", gibt Mallya die Richtung für seine Truppe vor.

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