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Force India nimmt Hülkenberg und Perez in die Pflicht

Viertletzter Platz in der WM-Wertung: Otmar Szafnauer fordert von beiden Piloten bessere erste Runden - gelingt ab dem Barcelona-Grand-Prix die Trendwende?

(Motorsport-Total.com) - Erst acht WM-Punkte verbucht Force India nach den ersten vier Rennen der Formel-1-Saison 2016 auf der Habenseite. Im vergangenen Jahr waren es zum selben Zeitpunkt elf Zähler. Damit ist der Unterschied zwar nicht dramatisch, dennoch kann die Truppe von Nico Hülkenberg und Sergio Perez damit nicht zufrieden sein. In der Herstellerwertung befindet man sich aktuell auf dem viertletzten Platz, nur Renault und die bislang punktlosen Teams Sauber und Manor haben noch weniger Zähler gesammelt.

Nico Hülkenberg

Force-India-Pilot Nico Hülkenberg konnte seit drei Rennen nicht punkten Zoom

Nicht wenige Beobachter haben den Eindruck, dass Force India bisher deutlich zu wenig aus seinen Möglichkeiten macht. Betriebsleiter Otmar Szafnauer will das nicht bestreiten und hat zwei Gründe für die bislang magere Ausbeute erkannt: Zum einen wartet der VJM09 noch auf ein großes aerodynamisches Upgrade, zum anderen scheint auf beiden Fahrern eine Erste-Runde-Fluch zu liegen. In Russland waren sowohl Hülkenberg als auch Perez schon um zweiten Mal in den vergangenen drei Rennen in Kollisionen nach dem Start verwickelt. Zwar traf beide diesmal - im Gegensatz zum Bahrain-Grand-Prix - keine Schuld, die Chancen auf ein besseres Ergebnis waren aber dahin.

Hülkenberg wurde von Haas-Fahrer Esteban Gutierrez aus seinem 100. Grand Prix befördert, Kollege Perez wurde in die Kwjat-Vettel-Ricciardo-Kollision hineingezogen. Mit einem Plattfuß schleppte er sich an die Box, startete als 18. eine Aufholjagd und konnte im Ziel als Neunter immerhin noch seine ersten beiden WM-Punkte in diesem Jahr sichern. "Ohne den Vorfall wäre ich Sechster geworden", stöhnt der Mexikaner nach dem Rennen. Und auch Hülkenberg ist nach drei punktlosen Grands Prix bedient: "Wir hatten zuletzt einfach kein Glück, hoffentlich ändert sich das bald."

Klare Ansage: Keine Crashs mehr nach dem Start

Nico Hülkenberg

"Hulk" sollte von weiter vorn starten, meint Force-India-Betriebsleiter Szafnauer Zoom

Damit erntet "Hulk" aber den Widerspruch von Force-India-Betriebsleiter Otmar Szafnauer, der der Meinung ist: "Glück? Das gibt es in der Formel 1 nicht!" Szafnauer bedient sogar die alte Phrase "Jeder ist seines Glückes Schmied" und nimmt beide Piloten in die Pflicht: "Sie müssen einfach tun, was sie eigentlich gut können: Sauber durch die erste und zweite Runde kommen und danach ein starkes Rennen und eine gute Strategie haben."

Szafnauer weiß, dass es im Pulk zu Beginn immer eng zugeht und sieht in den mäßigen Startpositionen einen Grund für die "lächerlichen" Zwischenfälle: "Wenn wir von dort starten, wo wir zuletzt standen, ist die Chance für Unfälle relativ groß. Wenn sie weiter vorne stehen würden, wäre es einfacher, sauber wegzukommen." Hülkenberg nahm den Russland-Grand-Prix von Position 13 auf, Perez startete immerhin von Position sechs, war mit der Qualifying-Leistung seines Autos aber nicht wirklich zufrieden.

Neues Aero-Paket kommt in Spanien - doch wie gut ist es?

"Mit unserem Auto ist es ziemlich schwierig, eine gute Runde hinzulegen, wenn man sieht, wie viele Änderungen ich während einer Runde vorgenommen habe. Ich habe noch nie so viele Änderungen von Kurve zu Kurve durchgeführt. Wir haben derzeit kein einfaches Auto, arbeiten aber daran, es zu verbessern", meint "Checo". Die Hoffnungen des 26-Jährigen liegen auf den Upgrades, die schon zum nächsten Rennen in Barcelona ans Auto kommen sollen.


Fotos: Force India, Großer Preis von Russland, Sonntag


Szafnauer spricht von "umfangreichen aerodynamischen Updates", dämpft aber gleichzeitig die Erwartungen. Der Grund: die beträchtlichen Änderungen im technischen Reglement zur Saison 2017. "Unser Entwicklungsplan muss auch das Jahr 2017 im Blick haben. Letztes Jahr hatten wir das Glück, dass alle Änderungen, in die wir unsere Arbeit gesteckt haben, auch für diese Saison ihren Wert hatten. Nächstes Jahr wird das nicht so sein", so der US-Amerikaner. Mit radikalen Spezifikationen schaffte Force India in der vergangenen Saison eine Trendwende und fuhr ab dem Monaco-Grand-Prix in jedem der verbleibenden Rennen mit Ausnahme in Ungarn mit beiden Fahrern in die Punkte.

Ob dem Team mit dem neuen Aerodynamik-Update ab Barcelona in diesem Jahr Ähnliches gelingen kann, steht in den Sternen - alle Beteiligten verbreiten aber Optimismus: "Das Auto wird besser, ich erwarte mir viel von den Änderungen", sagt Perez. Hülkenberg gibt sich kämpferisch und meint: "Ab Spanien will ich mir die Punkte krallen, die wir verdienen." Und auch Szafnauer macht seinen Piloten Mut: "Die Grundgeschwindigkeit stimmt ja. Der Rest kommt schon - wir haben ja noch 17 Rennen Zeit", so der Betriebsleiter abschließend.

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