powered by Motorsport.com

FIA-Anfrage: Manor will Saison mit 2016er-Auto starten

Warum das insolvente Manor-Team die Saison 2017 mit dem alten Auto starten will, wovon eine Erlaubnis durch die FIA abhängt und welche Hürden es gibt

(Motorsport-Total.com) - Die Situation um das Manor-Team spitzt sich zu: Das seit Anfang Januar insolvente Team hat nun laut Informationen von 'auto motor und sport' bei der FIA angefragt, ob man die ersten drei Rennen 2017 mit dem 2016er-Boliden beginnen darf. Da die Produktion des neuen Boliden seit Dezember stillsteht und die Testfahrten in etwas mehr als einem Monat beginnen, befindet man sich unter enormem Zeitdruck. Und kein Investor würde das Team übernehmen, wenn ein Antreten beim Saisonauftakt ohnehin nicht mehr realistisch ist.

Pascal Wehrlein

Kampf ums Überleben: Manor will die Saison mit dem alten Auto starten Zoom

Die FIA kann diese Entscheidung aber nicht alleine treffen: Dazu ist auch die Zustimmung der restlichen zehn Teams nötig. Zumindest sportlich wäre Manor mit dem alten Auto wohl keine Gefahr für die Konkurrenz, da das neue Reglement deutlich schnellere Boliden vorsieht. Da die Autos aber optisch und aerodynamisch grundlegend verändert werden, ist es aber fraglich, ob die FIA dieser Notlösung zustimmt. Außerdem könnte so die 107-Prozent-Regel, die besagt, dass alle Piloten im Qualifying innerhalb 107 Prozent der Pole-Position-Zeit liegen müssen, zum Hindernis werden.

Ein weiteres Problem ist, dass dem Team derzeit die Mitarbeiter davonlaufen, da die Kündigungsfrist wegen der Insolvenz erloschen ist. Man darf also gespannt sein, ob die Truppe rund um Sportdirektor Dave Ryan es erneut schaffen wird, in letzter Sekunde den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Manor hat angeblich ein Angebot auf dem Tisch liegen, das bis 20. Januar gilt. Je mehr Zeit verstreicht, desto niedriger wird der Wert des Teams, da durch die Zeitnot höhere Ausgaben nötig sein werden.

Wenn man nun aber mit dem alten Auto in die Saison gehen kann, sieht die Perspektive wieder freundlicher aus. Das neue Auto müsste dann nicht schon am 24. März in Melbourne einsatzbereit sein, sondern erst am 28. April in Sotschi. Man würde also einen Monat gewinnen.