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  • 06.01.2017 · 12:03

  • von Dominik Sharaf

Medienbericht: Manor soll in Kürze Insolvenz anmelden

Die Gespräche des Hinterbänklers mit möglichen Investoren sind wohl gescheitert, weshalb die Zahlungsunfähigkeit droht - Fragezeichen hinter dem Tagesgeschäft

(Motorsport-Total.com) - Das Manor-Team droht erneut in die Insolvenz zu schlittern. Einem Bericht von 'Sky Sports F1' zufolge sind jüngste Gespräche mit möglichen Investoren gescheitert, weshalb den Briten gut zweieinhalb Monate vor dem Start der Formel-1-Saison 2017 das Geld ausgeht. Offenbar haben die Verantwortlichen bereits Kontakt mit der Londoner Unternehmensberatung FRP Advisory aufgenommen - sie ist auf Insolvenzverwaltung spezialisiert und könnte bald bei Manor das Ruder übernehmen.

Rio Haryanto

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Wie es in dem Artikel weiter heißt, käme nur ein Last-Minute-Deal dafür infrage, die Sache noch abzuwenden. Sonst würde die von Vorgänger Marussia installierte Mutterfirma Just Racing Services die Insolvenz beantragen. Das Tagesgeschäft bei Manor und das Schicksal der rund 200 Mitarbeiter sollen vorerst unberührt bleiben - auch um nach einem Geldgeber respektive Käufer zu suchen.

Eine Manor-Pleite käme nicht überraschend, nachdem der Hinterbänkler den millionenschweren zehnten Platz in der Konstrukteurs-WM 2016 im vorletzten Rennen an Sauber verloren hatte. Zudem sprachen Finanzier Stephen Fitzpatrick und Geschäftsführer Thomas Meyer schon in Abu Dhabi über Verhandlungen mit einer "dritten Partei", die der neue Mehrheitseigner werden wolle.


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Vieles deutete darauf hin, dass der US-Milliardär Tavo Hellmund und der indonesische Ableger der Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken (Jagonya Ayam) interessiert waren - letztere Partie wohl vor dem Hintergrund, dass Ex-Pilot Rio Haryanto wieder das Steuer übernehmen könnte. Sollten die Gespräche tatsächlich erfolglos beendet worden sein, müsste er sich einen anderen Job suchen.

Auch Pascal Wehrlein ginge auf der Suche nach einem Formel-1-Cockpit eine Alternative aus, sollte er nicht im Mercedes-Werksteam oder bei Sauber unterkommen, was aber als wahrscheinlich gilt.

Manor, damals noch als Marussia unterwegs, meldete bereits im Herbst 2014 Insolvenz an. Mit dem Geld des nordirischen Selfmademans und Energieunternehmers Fitzpatrick kam die Mannschaft unter dem neuen Namen im Winter wie Phoenix aus der Asche zurück. Nach dem Wechsel zu Mercedes-Power und dem Einkauf weiterer Technik der Silberpfeile gelang der Anschluss an das Feld.