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Ferrari für Red Bull Titelkandidat: "Vettel hatte so viel Pech"

Warum Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko Ferrari trotz der sieglosen Formel-1-Saison 2016 nun den Titel zutraut und wo er die Achillesferse der Roten ortet

(Motorsport-Total.com) - Kann Ferrari 2017 Weltmeister werden? Es gibt zahlreiche Zweifler, doch Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko hat die Scuderia voll auf der Rechnung. "Für mich ist Ferrari ein Titelaspirant", sagt der Österreicher gegenüber 'auto motor und sport'. Seiner Meinung nach wurde vor allem Sebastian Vettel im Vorjahr unter Wert geschlagen.

Christian Horner, Sebastian Vettel, Helmut Marko

Die Red-Bull-Granden haben Ferrari und Sebastian Vettel auf der Rechnung Zoom

"Er hat irrsinnig viel Pech gehabt, sowohl von der technischen Seite, als auch was Unfälle angeht. Dazu gab es strategische Fehlentscheidungen und Reifenschäden, die dadurch entstanden sind", hält er den vierten WM-Rang seines ehemaligen Schützlings nur bedingt für ein repräsentatives Ergebnis. "Der Vettel hätte ganz woanders sein können."

Ob Ferrari dieses Jahr nach der sieglosen Saison im Vorjahr wieder ganz vorne landen wird können, hängt laut Marko davon ab, wie man die Abgänge des Vorjahres in der Technikabteilung verkraftet hat. Der Rauswurf des ehemaligen Technikchefs James Allison, der sich mit seinen zwei Bossen Sergio Marchionne und Maurizio Arrivabene überworfen hatte, kam laut dem Red-Bull-Mastermind zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Zudem ging auch Aerodynamikchef Dirk de Beer über Bord.

Allison-Rauswurf als Schuss ins Knie?

Maurizio Arrivabene und James Allison

Verkraftet Ferrari den Rauswurf von Technikchef James Allison? Zoom

"Ich glaube, es war Sommer, als Allison gekündigt wurde, und das ist eigentlich die Phase, in der das Auto für die kommende Saison in Zeichnung geht und ins Detail geht", spielt Marko auf die Kündigung des inzwischen bei Mercedes unter Vertrag stehenden Briten Ende Juli an.

Allison wurde damals von Ex-Motorenchef Mattia Binotto ersetzt, der nicht gerade als Aerodynamikspezialist gilt - das könnte sich negativ auswirken. "Von außen ist niemand gekommen. Ich weiß nicht, ob sie innerhalb ihres Gefüges so gute Leute haben, die einen Allison ohne weiteres ersetzen können", ortet Marko ein Problem, auch wenn man das in Maranello anders sieht. "Wenn das dennoch gelungen ist und sie eine Chassis haben, das State of the Art ist, dann muss man mit ihnen rechnen."

Vettel hat Titel im Visier

Vettel selbst hat den WM-Titel trotz des mäßigen Vorjahres, als in der Konstrukteurs-WM hinter Mercedes und Red Bull nur auf Rang drei kam, auch 2017 im Visier. Auf die Frage, ob dieses Jahr Siege oder der ganz große Triumph das Ziel seien, meint er: "Ich fahre für Ferrari, und außerdem hatte ich die Gelegenheit, einige Titel zu holen. Das will man wieder schaffen. Also ist es unser Ziel, Weltmeister zu werden."

Ob sein Team das Potenzial dazu hat, kann aber auch er nicht sagen. "Es ist sehr schwer, vor dieser Saison Prognosen anzustellen oder ein Gefühl zu haben, denn alles ist so neu", sagt er gegenüber 'Channel 4'. Ferrari brachte im Vorjahr im Gegensatz zur Konkurrenz bis zum Saisonende Updates. Man wird sehen, ob sich dies negativ auf die Entwicklung des neuen Boliden ausgewirkt hat oder man womöglich sogar Erkenntnisse machte, die der Scuderia dieses Jahr weiterhelfen.

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