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  • 06.09.2012 · 10:49

  • von Stefan Ziegler

Ferrari beim Heimrennen: "Entscheidende Phase beginnt"

Beim Europa-Finale der Formel 1 wollen Fernando Alonso und das Ferrari-Team vor italienischem Publikum ihre WM-Titelambitionen unterstreichen

(Motorsport-Total.com) - Ferrari in Monza. Wenn legendäre Namen aufeinander treffen. An diesem Wochenende ist es wieder einmal so weit. Und die Situation könnte kaum spannender sein: Nach dem "Nuller" von Spa steht der aktuelle WM-Spitzenreiter Fernando Alonso etwas mehr unter Druck. Beim Großen Preis von Italien braucht er ein gutes Ergebnis, um nicht erneut wichtige Punkte auf seine WM-Verfolger zu verlieren.

Fernando Alonso

Fernando Alonso und Ferrari nehmen Kurs auf einen Erfolg beim Heimrennen Zoom

Viel wichtiger ist aus der Sicht von Ferrari aber: Der spanische Rennfahrer hat den heftigen Unfall beim Start zum Belgien-Grand-Prix weggesteckt und kann in Monza völlig befreit ins Lenkrad greifen. Dies bestätigt Alonso nochmals gegenüber 'CNN': "Ich bin zu einhundert Prozent bereit für Monza. Das Auto ist ebenfalls zu einhundert Prozent bereit, auch wenn wir 90 Prozent reparieren mussten."

"Das wird aber keinen Einfluss auf das Rennen in Monza haben", versichert der WM-Spitzenreiter und merkt an: "Das ist wichtig. Hoffentlich können wir einige Punkte gutmachen." Und das vor historischer Kulisse, wie Alonso hinzufügt. Ein Formel-1-Rennen in Monza sei einfach "etwas Besonderes", weil es auch das Heimrennen für Ferrari sei. "Das bringt eine Extramotivation für die Mechaniker mit sich.

"In Monza wollen wir etwas zeigen und ein gutes Ergebnis einfahren", meint Alonso. Der Spanier ist sich der veränderten Lage in der Formel-1-Gesamtwertung bewusst, zeigt sich aber dennoch betont zuversichtlich: "Dank unserer Position in der Meisterschaft können wir uns einen Fehler oder ein schlechtes Rennen erlauben. Nicht so die Anderen. Deshalb denke ich, der Druck lastet auf ihnen."

Alonso sieht fünf Titelkonkurrenten

Gleichwohl muss Alonso laut eigener Auskunft gleich fünf Konkurrenten im Auge behalten. "Derzeit sind es die beiden McLaren-Piloten, die beiden Red-Bull-Fahrer sowie Kimi (Räikkönen; Anm. d. Red.) und ich", sagt der Ferrari-Pilot über die Titelanwärter 2012. "In den nächsten Rennen werden sich zwei, drei Favoriten herausstellen. Ich denke, jetzt beginnt die entscheidende Phase dieser Saison."

Und diese will Ferrari mit einem Erfolgserlebnis einläuten - im Königlichen Park von Monza. "Es ist ein besonderes Rennen für uns", sagt Teamchef Stefano Domenicali. "Der Heim-Grand-Prix vermittelt nun einmal ein ganz spezielles Gefühl. In Wahrheit werden aber genauso viele Punkte vergeben, wie bei jedem anderen Rennen. Wir werden auf jeden Fall die Unterstützung der vielen Fans genießen."

"Ich bin mir sicher: Ihre Emotionen werden sich auf das Team und die Fahrer übertragen. Je mehr PS uns die Fans bescheren, umso besser", meint der Italiener und merkt an: "Wir werden alles tun, um sie für ihre Unterstützung zu entlohnen. Ich treffe aber keine Vorhersagen, sondern hoffe einfach nur, dass wir in Monza gute Punkte holen." Allen voran natürlich mit WM-Spitzenreiter Alonso.

Domenicali setzt auch auf Massa

"Wir sind erleichtert, denn Fernando hätte sich ernsthafte Verletzungen zuziehen können, doch er ist völlig okay. Er hat keine Schmerzen und konzentriert sich vollkommen auf das Rennen", erklärt Domenicali vor dem Europa-Finale der Formel 1. "Außerdem haben wir Belgien in dem Bewusstsein verlassen, dass die Meisterschaft noch immer in unseren Händen liegt." Ferrari sei weiter am Zug.

"Die Meisterschaft liegt in den Händen aller Angestellten in Maranello, die unser Auto schneller machen müssen. Noch bewegen wir uns damit nicht auf dem Niveau, auf dem wir sein müssen", meint Domenicali. "Der Wettbewerb ist weiter offen. Das ist die Basis, von der wir nach vorn schauen." Deshalb zähle man im Endspurt der Formel-1-Saison auch verstärkt auf die Dienste von Felipe Massa.

Der Brasilianer hatte in Spa-Francorchamps sein zweitbestes Saisonergebnis realisiert - Platz fünf. "Ich freue mich für Felipe", sagt Domenicali. "Ein solches Rennen haben wir von ihm gebraucht. Wir als Team und er für sich. Im Rennen hat er ein starkes Tempo an den Tag gelegt. Das braucht es erneut. Nicht nur an diesem Wochenende in Monza, sondern in der gesamten restlichen Saison."