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Fernando Alonso: Formel 1 zuletzt 2005 eine Herausforderung

McLarens Fernando Alonso ist die Formel 1 zu einfach geworden - Der Weltmeister von 2005 und 2006 wünscht sich die Regeln des vergangenen Jahrzehnts zurück

(Motorsport-Total.com) - 239 Formel-1-Starts hat Fernando Alonso mittlerweile auf dem Buckel. Von den aktiven Piloten hat lediglich McLaren-Teamkollege Jenson Button (270) noch mehr vorzuweisen. Als der Spanier 2001 erstmals in der Königsklasse antrat, war so einiges anders: Tankstopps und Reifenwechsel waren erlaubt, ein Testverbot gab es nicht und im Heck seines Minardi schlummerte ein V10-Motor. Zwar fand sich der Spanier in seinem Auto damals regelmäßig weit hinten in der Startaufstellung wieder, doch trotzdem wird er ein bisschen wehmütig, wenn er an diese Zeit zurückdenkt.

Fernando Alonso

Fernando Alonso ist mit der Entwicklung der Formel 1 überhaupt nicht glücklich Zoom

"Ich denke, wenn jetzt noch die Tests zurückkommen, dann werden wir wieder Regeln wie vor ungefähr sieben oder acht Jahren haben, was bedeutet, dass wir in den vergangenen vier oder fünf Jahren in die falsche Richtung gegangen sind", beurteilt Alonso die jüngsten Beschlüsse der Formel-1-Strategiegruppe. Unter anderem sollen Tankstopps wieder erlaubt und die Autos wieder schneller werden.

Alonso würde das begrüßen, denn in den vergangenen Jahren fühlte sich der Spanier im Cockpit nur selten gefordert. "Das war 2005", antwortet er auf die Frage, wann ein Formel-1-Rennen zum letzten Mal wirklich anstrengend gewesen sei, und erklärt: "2005 waren die Autos ungefähr acht Sekunden schneller. In Malaysia haben die Ingenieure kalkuliert, dass der Gewinner in diesem Jahr im Vergleich zum Sieger von 2006 sechs Runden langsamer war. Es wäre also sechsmal überrundet worden."

Acht Sekunden zu langsam

Fernando Alonso, Michael Schumacher

2005: Fernando Alonso duelliert sich in Suzuka mit Michael Schumacher Zoom

"Wenn du sechs oder sieben Minuten in einem Rennen oder acht Sekunden pro Runde schneller bist, dann heißt das, dass dieses Auto sehr anspruchsvoll ist. Man wurde physisch und mental ans Limit gebracht. Das ist jetzt zehn Jahre her", so der Spanier, der allerdings trotzdem betont, dass er nicht die Lust an der Formel 1 verloren hat: "Nein, denn ich denke, dass alle die gleichen Voraussetzungen haben."

"Man zieht sein Adrenalin aus dem Wettbewerb und es ist nicht frustrierend. Es ist eher die Pace der Autos, die nur ein oder zwei Sekunden schneller sind als ein GP2-Auto. Wir haben einige sehr komplexe Technologien in unseren Autos und müssen ab der ersten Runde Reifen und Benzin sparen. Das ist noch frustrierender als die Pace selbst", ärgert sich der Spanier.

"Wir müssen ab der ersten Runde Reifen und Benzin sparen." Fernando Alonso

Zum Vergleich: Beim vergangenen Rennen in Spanien absolvierte Lewis Hamilton die schnellste Rennrunde in 1:28.270 Minuten. Den Streckenrekord auf dem neuen Layout des Circuit de Barcelona-Catalunya stellte Kimi Räikkönen 2008 auf, als er eine 1:21.670 fuhr - also fast sieben Sekunden schneller war. Eine Entwicklung, die sich durch die Vorschläge der Strategiegruppe wieder umdrehen soll.

Mehr Spannung durch Sprit und Reifen?

Alonso glaubt, dass es der Spannung in der Königsklasse helfen würde, wenn die Teams in Qualifying und Rennen wieder unterschiedliche Spritmengen verwenden dürften: "Es könnte einem in manchen Rennen helfen, wenn man sich aussuchen kann, mit wie viel Benzin man startet oder den ersten Stint absolviert. In der Vergangenheit hat das geholfen. Ich erinnere mich, dass ich 2003 einige Pole-Positions holte, weil ich nur halb so viel Sprit an Bord hatte wie die anderen."

"In den ersten zehn Runden des Rennens führt man und dann könnte es regnen oder ein Safety-Car geben. Es gibt viele Dinge, die das ganze Wochenende ändern können. Wenn ihr mir jetzt ein Blatt Papier gebt, dann schreibe ich euch die Startreihenfolge hier, in Kanada und in Österreich auf. Ich werde wahrscheinlich höchstens um eine oder zwei Positionen daneben liegen", erklärt der Spanier im Hinblick auf die momentane Situation in der Formel 1.


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"Ein Reifenkrieg würde der Formel 1 helfen, denn alle würden ans Limit gehen", findet Alonso außerdem und erklärt: "Ich habe so etwas einige Jahre mit Michelin und Bridgestone mitgemacht und dann gab es die Einheitsreifen von Bridgestone. Dieser Umstieg war 2006 ziemlich groß. Die Reifen von beiden Herstellern waren großartig, denn sie haben sich gegenseitig ans Limit getrieben."

"Wir hatten einen sehr schnellen Reifen, der aber auch sehr stabil war. 2005 konnte man mit ihm sogar eine ganze Renndistanz absolvieren. 2007 waren die Einheitsreifen von Bridgestone ganz anders." Das würde seiner Meinung nach auch der Spannung helfen: "Vielleicht hat man einen Reifen, der gut im Qualifying aber schlecht im Rennen ist - oder umgekehrt. Manche Kurse liegen außerdem vielleicht einem Hersteller mehr. Dadurch würde man die Ergebnisse etwas durcheinanderwirbeln."

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