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Alonso: "Ob Fünfter oder Elfter interessiert mich nicht!"

Fernando Alonso tritt in Monaco das schwere Erbe des Erfolgsduos McLaren-Honda und Ayrton Senna an, doch wo er landet, ist ihm eigentlich ziemlich wurst

(Motorsport-Total.com) - Eine Legende kehrt nach Monaco zurück: Beim sechsten Lauf der Formel-1-Saison 2015 kommt erstmals die Kombination McLaren-Honda wieder ins Fürstentum, die in der Vergangenheit zahlreiche Erfolge hier einfahren konnte. Von 1988 bis 1992 gewann die britisch-japanische Kombo den prestigeträchtigen Grand Prix fünfmal in Folge - viermal in Reihe siegte dabei Ayrton Senna, der im Jahr darauf auch mit Ford-Aggregat gewinnen konnte und so zu seiner Legende beitrug.

Fernando Alonso

Fernando Alonso ist primär nicht an jedem Ergebnis interessiert Zoom

Ähnliches dürfte Fernando Alonso und Jenson Button am Sonntag wohl nicht gelingen, dennoch weiß der Spanier um die Bedeutung dieses Rennens: "Es ist eine Herausforderung, denn wenn man in einem McLaren-Honda nach der Ayrton-Dominanz hierherkommt, dann hat man eine gewisse Zusatzverantwortung und auch eine Extramotivation", erklärt er im Vorfeld des Wochenendes.

Sein Licht möchte er dabei aber ebenfalls nicht unter den Scheffel stellen, denn bislang ist seine McLaren-Bilanz im Fürstentum makellos: 2007 (in seinem bisher einzigen McLaren-Jahr) holte er sich die Pole-Position, die schnellste Rennrunde und den Rennsieg. "Von daher habe ich eine 100-prozentige Ausbeute", lacht Alonso, weiß aber: "Am Sonntagnachmittag wird sich das vermutlich auf 50 Prozent verändern, was trotzdem eine hohe Zahl ist."

Große Erwartungen hat er vor dem Wochenende nicht. Noch immer wartet das Team auf die ersten Punkte in dieser Saison. Kommen diese in Monaco endlich auf das Konto von McLaren? "Wer weiß?", zuckt Alonso mit den Schultern. "Ich glaube ja, aber wenn nicht, ist es auch kein Problem." Denn eigentlich ist es ihm egal, wie das Ergebnis am Sonntag ausfallen wird: "Ob ich hier Achter, Elfter oder Fünfter werde, interessiert mich nicht so sehr."

Den zweimaligen Weltmeister kümmert es nicht, wann er die ersten Punkte in dieser Saison einfahren wird, denn das sei sowieso nur eine Frage der Zeit. Er denkt schon viel weiter: "Unser Ziel war nicht, in Barcelona einen Punkt zu bekommen, sondern die Weltmeisterschaft zu gewinnen." Und dafür braucht es in erster Linie Verbesserungen, die er auch beobachtet haben will. Zwischenstufen wie erste Punkte erscheinen da eher nebensächlich.

Ayrton Senna

Die Senna-Dominanz wird sich für McLaren-Honda wohl nicht erfüllen Zoom

Trotz der losen Zielvorgabe für den Großen Preis von Monaco will der Asturier natürlich das Bestmögliche aus seinem Paket herausholen: "Wir werden versuchen, ein gutes Ergebnis abzuliefern", verspricht er und sieht sein Team im engen Leitplankenkanal gut gerüstet, denn die Leistungsdefizite seines Honda-Motor machen sich auf der langsamsten Strecke des gesamten Jahres nicht so stark bemerkbar.

Allerdings sei das noch kein Garant für ein gutes Ergebnis, betont er weiter: "Auf manchen Strecken, auf denen wir hohe Erwartungen haben, könnten wir ein hartes Wochenende erleben, während wir auf Strecken, bei denen wir vorher pessimistisch sind, unsere besten Resultate des Jahres einfahren können", gibt er sich weiter kryptisch und wagt eine Prognose: "Wir könnten so konkurrenzfähig sein, dass es gerade für Punkte reicht - oder auch nicht."