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F1-Kalender 2021: Andreas Seidl für weniger, dafür alternierende Rennen

McLaren-Teamchef Andreas Seidl begrüßt den frühen Entwurfs eines Formel-1-Kalenders für 2021, sieht die Fülle der Rennen jedoch kritisch

(Motorsport-Total.com) - Für die Formel-1-Saison 2021 sind 23 Rennen angesetzt. Damit steigert man sich im Vergleich zur ursprünglich geplanten Renndichte für dieses Jahr noch einmal um einen Grand Prix. Ob das angesichts der Corona-Pandemie umsetzbar sein wird, bleibt abzuwarten. Einige Teams würden so oder so lieber weniger Rennen abhalten.

Andreas Seidl

Andreas Seidl sieht die Aufstockung des Rennkalenders kritisch Zoom

Zu ihnen zählt McLaren. "Es ist kein Geheimnis, dass wir, Zak (Brown; Anm. d. R.) und ich, mehrmals gesagt haben, dass wir mehr dafür sind, weniger Rennen zu fahren, vielleicht 20", hält Teamchef Andreas Seidl fest.

In seiner Vorstellung könnte man von Jahr zu Jahr abwechselnde Rennen veranstalten. "Um sicherzustellen, dass man immer noch verschiedene Orte besuchen kann und auch neue Strecken, etwa solche, auf denen wir in der Vergangenheit waren, aber eine Weile nicht gefahren sind, wie wir es dieses Jahr gesehen haben", erklärt er.

Seidl kann sich Zweitagesformat gut vorstellen

"Aber letztendlich ist das eine Entscheidung, für die Formel 1 verantwortlich ist. Sie weiß, was der beste Weg für sie ist, mit all den Analysen, die durchgeführt werden. Wir vertrauen darauf, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen."

Um die zusätzliche Anzahl an Rennen zu kompensieren, war zuletzt auch immer wieder über ein Zweitagesformat für Formel-1-Wochenenden diskutiert worden, wie es 2020 in Imola stattfand. Für Seidl sei das etwas, "das dazu beitragen könnte, die Arbeitsbelastung unserer Mitarbeiter zu reduzieren", sagt der McLaren-Teamchef.


Fotostrecke: Die Veränderungen im Formel-1-Kalender der vergangenen 20 Jahre

"Vor allem in der Zeit dieser Tripleheader könnte es helfen, mehr Zeit zu Hause zu verbringen, vor allem für die Mechaniker und Ingenieure. Besonders der Freitagabend ist immer sehr, sehr intensiv, auch was die Arbeit betrifft. Hier würde also das kompakte Wochenende, wie wir es am Nürburgring und in Imola gemacht haben, helfen."

Arbeitsbelastung so gering wie möglich halten

Tripleheader gibt es auch im vorläufigen Formel-1-Kalender für 2021 so einige. "Wenn man 23 Rennen in ein Zeitfenster zwischen März und Dezember packen will, mit einer guten Pause im August, führt daran kein Weg vorbei", weiß Seidl.

"Sie sind für uns alle, für jedes einzelne Teammitglied, aber vor allem für die Mechaniker und Ingenieure, definitiv das Anspruchsvollste. Aber ist es letztendlich die Herausforderung, die wir jetzt alle vor uns haben, jedes Team im Fahrerlager. Es liegt jetzt an uns, gemeinsam mit den Teammitgliedern zu definieren, wie wir sie künftig angehen wollen."

Diese Diskussion finde derzeit "auf eine rechte integrative Art und Weise" statt, "um einfach zu sehen, wie wir jeden im Team unterstützen können", verrät Seidl. Das gilt auch für die Bewältigung der Arbeitsbelastung des Personals über den Winter.

Kalenderentwurf 2021 "mit gewisser Positivität"

"Natürlich ist es eine große Aufgabe, die wir vor uns haben, denn bei dem Wechsel des Antriebsaggregats handelt es sich um eine Operation am offenen Herzen eines solchen Rennwagens." McLaren schwenkt von Renault- auf Mercedes-Motoren um. "Aber unabhängig davon versuchen wir bereits seit mehreren Jahren, die Arbeitsbelastung so weit wie möglich zu reduzieren."

Max Verstappen, Lewis Hamilton, Sebastian Vettel

Mehr Starts, kürzere Wochenenden? Die Formel 1 diskutiert diverse Konzepte Zoom

Generell bewertet der McLaren-Teamchef den Kalenderentwurf für das kommende Jahr positiv: "Es ist eine großartige Nachricht für alle in der Formel 1, für unsere Partner, Sponsoren, für uns Teams, aber vor allem für die Fans, dass wir eigentlich wieder einen tollen Kalender mit tollen Austragungsorten haben."

Freilich ist sich auch Seidl bewusst, dass nichts in Stein gemeißelt ist, solange die Pandemie andauert. "Aber gleichzeitig halte ich es für wichtig, dass wir auch mit einer gewissen Positivität an das nächste Jahr herangehen", sagt der Deutsche.

Formel 1 in der Lage, kurzfristig umzudisponieren

"Und wie wir auch in diesem Jahr gesehen haben, denke ich, dass wir als Formel 1 in der Lage sind, mit unserer Logistik schnell zu reagieren, wenn es notwendig ist, den Kalender zu ändern, die Orte zu wechseln, die Daten zu ändern und so weiter. Ich sehe also nicht, dass dies ein großes Problem ist", zeigt er sich zuversichtlich.

Auf die Frage, ob die Saison auch früher beginnen könne, um den Kalender etwas zu entzerren, bleibt Seidl jedoch zurückhaltend: "Ich denke immer noch, dass es auch gut ist, eine anständige Pause im Winter plus diese Pause im August zu haben."

Gleichzeitig bekräftigt er sein Vertrauen in die Organisation: "Wir vertrauen voll und ganz darauf, dass die Formel 1 die richtigen Entscheidungen trifft, wir haben dort einen guten Dialog. Und es gibt auch auf Seiten der Formel 1 ein gutes Verständnis dafür, was die Bedürfnisse der Teams sind. Am Ende ist es gut zu wissen, wie das vorläufige Programm für nächstes Jahr aussieht."

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