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Eine Formel 1 mit 15 Autos: "Langweilig" und "nicht schön"

Obwohl sich die Zeichen verdichtet haben, sorgt sich die Formel 1 um die Größe des Feldes: Australien der Grand Prix mit den wenigsten Startern seit 1982

(Motorsport-Total.com) - Das drohende Horrorszenario von zwölf startenden Autos in Australien hat sich glücklicherweise nicht bestätigt, doch fernab der Realität war diese Vorstellung am Ende nicht. Ganze 15 Fahrzeuge rollten heute zum Start der neuen Formel-1-Saison an die Ampel, zwei von ihnen (die beiden Lotus) schafften nicht einmal die erste Runde. Die Fans an der Strecke haben also gezahlt, um 13 Autos gegeneinander fahren zu sehen. Selbst in der GP2 ist das Starterfeld doppelt so groß.

Lewis Hamilton

Eins, zwei, drei, vier, fünf...: Mit dem Zählen ist man schnell fertig Zoom

Die Veranstalter in Australien dürften es nicht gerne gesehen haben, dass sie viel Geld dafür ausgeben, um ein Mini-Starterfeld präsentiert zu bekommen. Bernie Ecclestone, der eine bestimmte Teilnehmerzahl liefern muss (die die Beteiligten allerdings unter Verschluss halten), wird sicherlich argumentieren, dass offiziell 20 Fahrzeuge gemeldet waren. Doch nachdem Manor bereits keinen einzigen Kilometer gefahren ist, mussten auch Valtteri Bottas, Daniil Kwjat und Kevin Magnussen passen.

Was für die verbliebenen Autos vielleicht gut war, weil sie mehr TV-Präsenz und eine größere Chance auf Punkte bekamen, war für die Fans jedoch eine Enttäuschung. "Mir tut es leid für die Fans. Es war ein langweiliges Rennen", findet es Lokalheld Daniel Ricciardo schade, dass den begeisterten Besuchern ein Rumpffeld geboten wurde. "Es war echt frustrierend und nicht das aufregendste Rennen."

Nur unglückliche Umstände?

Jetzt gilt es zu analysieren, wie es zu der Schrumpfung von 22 auf 15 Starter innerhalb nur einer Saison kommen konnte. Im Grunde fehlte eigentlich nur das Caterham-Team in der Starterliste, die nach der Insolvenz nicht wieder in die Königsklasse zurückkehren und in der kommenden Saison zahlenmäßig durch das neue Team von Gene Haas ersetzt werden - natürlich nur, wenn kein weiteres Team wegbrechen sollte.

Manor-Marussia

Manor brachte seine beiden Autos nicht an den Start Zoom

Das zweite Sorgenkind, Manor, trat zumindest die Reise in den Albert Park an und brachte beide Autos durch die Abnahme. Doch ohne Software konnten Roberto Merhi und Will Stevens keine einzige Runde absolvieren, was sich allerdings schon in Malaysia ändern könnte, wie man beim Team hofft. Doch auch ohne die beiden Manor-Boliden hätten 18 Autos am Start stehen sollen.

Allerdings brachen mit Daniil Kwjats Red Bull und Kevin Magnussens McLaren noch zwei Piloten durch technische Probleme weg. "Es war ein bisschen seltsam, dass einige Probleme auf dem Weg in die Startaufstellung hatten", rätselt auch Sebastian Vettel, sieht allerdings den Grund in der Komplexität der Boliden und der noch unreifen Technik zu Saisonbeginn. "Durch diesen Prozess ist bis auf Mercedes bislang jeder gegangen."

Vettel: Alles zu kompliziert

"Das ist Teil des Spiels, aber natürlich ist das für die Leute nicht toll", sagt der Heppenheimer weiter. "Sie möchten die Autos sehen, und wenn diese bereits vor dem Start kaputtgehen, ist das nicht richtig." Der viermalige Weltmeister ist weiterhin kein Freund der neuen Formel 1, die in ihrer jetzigen Form seit dem vergangenen Jahr besteht. "Es ist ein bisschen zu kompliziert", unterstreicht er, sieht aber auch keine kurzfristige Lösung. "Die Leute haben trotzdem Spaß, von daher müssen wir unser Bestes geben, weiterzumachen."


Fotostrecke: GP Australien, Highlights 2015

Für die letzte Verkleinerung des Starterfeldes sorgte zudem Valtteri Bottas. Allerdings fiel der Williams-Pilot aufgrund von Rückenproblemen verletzungsbedingt aus und sollte beim nächsten Grand Prix wieder am Start sein. "Wir hoffen, dass er in Malaysia wieder im Starterfeld ist, denn dort gehört er hin", sagt Vettel, während sich Lewis Hamilton einen Seitenhieb nicht verkneifen kann: "Ich weiß nur, dass die Jungs in der MotoGP wirklich hardcore sind. Sie fahren mit gebrochenen Schlüsselbeinen, Knöcheln und solchen Sachen. Ich würde hoffentlich auch noch fahren, wenn ich mir etwas beschädigt hätte."

Doch Umstände hin oder her: Fakt ist, dass die Formel 1 mit ihren 15 Startern so wenige Fahrzeuge auf die Strecke schickte, wie seit fast 33 Jahren nicht mehr - sieht man einmal von dem Skandalrennen 2005 in Indianapolis ab, als zumindest 20 Fahrzeuge die Einführungsrunde bestritten. "Das ist nicht schön. Das ist nicht gut genug", schüttelt McLarens Rennleiter Eric Boullier mit dem Kopf.

Dünnt das Feld weiter aus?

Und es könnte auch noch schlimmer kommen. Denn auch weiterhin schwebt über vielen Teams das Damoklesschwert. Manor ist dabei stets ein möglicher Kandidat, wie auch Force India, Lotus oder Sauber. Zwölf Autos scheinen also durchaus im Bereich des Möglichen zu liegen. Spätestens dann wird der Vorschlag mit dem dritten Auto wieder ausgekramt, der zwar zumindest das Starterfeld wieder füllen würde, allerdings andere Probleme mit sich bringt.

Zumindest in einem sind sich nach heute (fast) alle einig: So klein sollte das Starterfeld der Formel 1 nicht sein. "Es wäre großartig, wenn wir ein paar mehr Autos bekommen könnten", stimmt auch Lewis Hamilton zu, der mit Nico Rosberg heute nur einen wirklichen Gegner hatte. Dieser macht sich im Übrigen weniger Gedanken um die Zahl der Autos: "Das ist normal. Es gibt Aufs und Abs. Wir müssen einfach auf der Welle reiten und die Show weiter verbessern."

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