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Formel-1-Auftakt 2015 in Melbourne: Doppelsieg für Mercedes

Sebastian Vettel holt beim ersten Formel-1-Rennen 2015 in Melbourne sein erstes Ferrari-Podium, hat aber keine Chance gegen Sieger Lewis Hamilton und Rosberg

(Motorsport-Total.com) - Sebastian Vettel im ersten Ferrari-Grand-Prix auf dem Podium, aber gegen die Mercedes-Dominanz in der Formel 1 ist auch 2015 kein Kraut gewachsen: Mit einer souveränen Vorstellung sicherte sich Lewis Hamilton im Albert Park von Melbourne den Sieg beim Saisonauftakt - 1,360 Sekunden vor Vorjahressieger Nico Rosberg und mehr als eine halbe Minute vor Vettel. Und dabei hatte man phasenweise das Gefühl, dass Mercedes noch nicht einmal alle Karten aufdecken musste, um den Grand Prix von Australien zu gewinnen.

Für Hamilton war es der zweite Sieg in Melbourne nach seinem ersten Weltmeister-Jahr 2008. Damals sahen sieben von 22 gestarteten Autos die Zielflagge, diesmal waren es immerhin elf von 20. Der Titelverteidiger, von der Pole-Position losgefahren, feierte einen souveränen Start-Ziel-Sieg mit nur einem Boxenstopp. Rosberg rückte zwischendurch immer wieder mit schnellen Rundenzeiten näher, kam aber nie in die DRS-Sekunde - denn immer dann, wenn es gefährlich wurde, konnte Hamilton scheinbar mühelos das Tempo erhöhen.

"Lewis ist heute gefahren wie ein Weltmeister", muss Rosberg neidlos anerkennen. "Ich konnte ihn nicht schlagen, aber ich habe mein Bestes gegeben. Okay, jetzt steht es 1:0 für ihn, aber die Saison ist noch lang. Ich versuche, das umzudrehen." Hamilton ist indes voller Zuversicht, weil er wieder im besten Auto des Feldes sitzt: "Mein Team hat klasse Arbeit geleistet. Und es ist einfach klasse, mit diesem Sieg an das vergangene Jahr anzuknüpfen."

Der Schlüssel zum dritten Platz von Sebastian Vettel war dessen erster Boxenstopp, den er später absolvierte als Felipe Massa. Denn so kam er nach dem einzigen Reifenwechsel einige Sekunden vor dem Williams-Piloten auf die Strecke zurück - und gab diesen Vorsprung bis zum Schluss nicht mehr aus der Hand. "Das ist ein toller Saisonauftakt für uns. Grazie mille! Es liegt aber noch viel Arbeit vor uns, wenn wir Mercedes schlagen wollen", so Vettel auf dem Podium (interviewt von Arnold Schwarzenegger), übrigens in perfektem Italienisch.

Zu verdanken hat Vettel seinen dritten Platz zum Teil Kimi Räikkönen, denn der hätte in der ersten Kurve des Rennens durchaus seine Nase reinstecken können, zog aber zurück, um seinen Ferrari-Teamkollegen zu schützen. "Kimi hat dafür bezahlt, dass er so nett war am Start. Dass er so weit hinten war, lag nur daran. Hätte er durchgezogen, hätte er es vielleicht vor Vettel geschafft", vermutet Formel-1-Experte Marc Surer.

Was war passiert? Während die Mercedes vorne sehr gut wegkamen, bremste Räikkönen leicht ab, um nicht in Vettel zu rutschen. Dadurch schob dem Finnen aber Carlos Sainz (Toro Rosso) von hinten an. Plötzlich wurde der Platz eng, Felipe Nasr (Sauber) und Pastor Maldonado (Lotus) berührten sich. Sainz profitierte positionsmäßig, musste aber ohne Frontflügel-Endplatte weiterfahren, und für Maldonado endete der Arbeitstag in den Leitplanken.

Räikkönen mühte sich dann in der ersten größeren Verfolgergruppe ab, probierte es mit einem frühen ersten Boxenstopp, der ihm im Gegensatz zu den meisten direkten Konkurrenten eine Zweistoppstrategie aufzwang - und schied aus, als nach dem zweiten verpatzten Reifenwechsel das Hinterrad links hinten (wieder) nicht festgezogen wurde. Das könnte auch für den nächsten Grand Prix in Malaysia eine Strafe nach sich ziehen.

Felipe Nasr war bei seinem Formel-1-Debüt sicherlich die positive Überraschung, lieferte mit dem stark verbesserten Sauber eine tolle Performance ab und brachte Platz fünf ins Ziel. "Ich bin noch etwas außer Fassung", jubelt Teamchefin Monisha Kaltenborn nach einem turbulenten Australien-Auftakt vor Gericht. "Ausgezeichnetes Rennen, wirklich eine ganz tolle Leistung. Das ist wirklich die beste Antwort, die wir nach diesem Wochenende geben können."

Lokalmatador Daniel Ricciardo (Red Bull) erfüllte sein persönliches Ziel und verbesserte seinen siebten Startplatz, wurde Sechster - allerdings mit einer Runde Rückstand. Red Bull scheint nach dem Saisonauftakt kein WM-Kandidat zu sein. Für Teamkollege Daniil Kwjat war der Nachmittag schon vorbei, bevor er überhaupt begonnen hatte: Bereits auf dem Weg in die Startaufstellung musste er wegen eines Getriebeschadens die Segel streichen.

Platz sieben ging an Nico Hülkenberg (Force India), der ein unauffälliges Rennen fuhr und den positiven Saisonauftakt nicht überbewertet wissen möchte: "Wir sind noch immer nicht die Schnellsten, selbst im Rennen war es jetzt nicht so dufte. Wir haben von den vielen Ausfällen profitiert." Achter wurde Marcus Ericsson (Sauber) dank eines späten Überholmanövers mit frischeren Reifen gegen Sainz (verpatzter Boxenstopp); Sergio Perez (Force India) holte sich den letzten WM-Punkt.

In der Anfangsphase hatte sich Perez gegen seinen Ex-Teamkollegen Jenson Button (McLaren-Honda) ein herzerwärmendes Duell um den vorletzten Platz geliefert, bei dem es in Kurve 3 zu einer Berührung zwischen den beiden kam. Perez drehte sich, war auf die gesamte Distanz aber trotzdem der klar Schnellere von beiden. Button schaffte indes die Meisterleistung, als einziger gewerteter Fahrer ohne WM-Zähler nach Hause zu fahren.

Wer nach dem Qualifying dachte, dass es für McLaren-Honda nicht mehr schlimmer kommen könnte, der wurde heute eines Besseren belehrt: Der Motor von Kevin Magnussen verrauchte schon in der Runde auf die Startaufstellung, also noch vor der eigentlichen Aufwärmrunde. Und Button hatte das klar langsamste Auto im dezimierten Feld. Denn Manor-Marussia und Valtteri Bottas (Williams/Rückenschmerzen) konnten gar nicht erst zum Rennen antreten.

Pech hatte Max Verstappen (Toro Rosso), der 26 Runden vor Schluss mit technischem Defekt ausrollte. Romain Grosjean (Lotus) kam am Ende der ersten Runde gemeinsam mit Ericsson an die Box, konnte im Gegensatz zum Schweden aber nicht mehr rausfahren. Bereits am Start war Grosjean fast stehen geblieben und ans Ende des Feldes zurückgefallen. "Ich habe schon während der Aufwärmrunde Leistung verloren", so der Franzose.

Die Erkenntnisse des Formel-1-Saisonauftakts 2015 sind: Der Vorsprung von Mercedes ist eher größer als kleiner geworden, Lewis Hamilton schwebt auf dem Hoch des WM-Titels. "35 Sekunden sind eine Ansage, aber so etwas kann auch schnell wieder weg sein", sagt Sportchef Toto Wolff und relativiert: "Wir hatten ein völlig fehlerfreies Rennen. Da kommt so ein Abstand mal zustande. Das war so etwas wie 100 Prozent Trefferquote - und das gibt es nicht oft."

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