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  • 15.03.2015 · 16:26

  • von Dieter Rencken & Ryk Fechner

Renault: War das Entwicklungsprogramm zu aggressiv?

Seit dem Grand Prix von Melbourne ist klar: Renault muss auf Mercedes Boden gutmachen - Hat man sich mit der Entwicklungsstrategie vertan?

(Motorsport-Total.com) - Nachdem Daniil Kwjats Renault-Motor bereits bei der Fahrt in die Startaufstellung den Geist aufgab, die Konkurrenz von Mercedes Kreise um ihre Gegner zog und Ferrari über den Winter deutliche Fortschritte machte, herrscht Eiszeit bei Red Bull und Motoren-Partner Renault. Red-Bull-Teamchef Christian Horner geht sogar davon aus, dass Mercedes 100 PS mehr hat.

Cyril Abiteboul, Daniel Ricciardo

Cyril Abiteboul erlebte in Melbourne wohl nicht sein einfachstes Wochenende Zoom

Auch ihren Partner Renault haben die Bullen schon für das Debakel kritisiert. Doch obwohl Cyril Abiteboul, Geschäftsführer der Formel-1-Abteilung von Renault, nicht glücklich damit ist, wie sich der Motorenhersteller im Moment präsentiert, ist er vom Verlauf des Wochenendes nicht enttäuscht. Stattdessen macht sich der Franzose an die Ursachenforschung.

"Es gibt Fortschritt. Beim Programm gibt es tatsächlich Fortschritte. Das Problem ist, dass wir im Winter spät in ein sehr aggressives Entwicklungsprogramm gedrängt wurden. Das Wesentliche, was wir getan haben, war, dass wir einige der wichtigen Schritte bei der Motorenentwicklung überbrückt und verkürzt haben", sagt der Franzose gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Daher habe man einige Dinge hinten angestellt, die man hätte erledigen wollen. Doch das sei nicht die Philosophie von Renault.

Vielmehr gebe es unterschiedliche Philosophien bei Red Bull und seinem Motorenpartner. Dass Renault so vorgehe, sei eine Folge des "aggressiven Entwicklungsprogramms" von Red Bull: "Sie versuchen, uns dahin zu bekommen, dass wir das aus dem Chassis-Bau übernehmen. Wir können auf Motorenseite einen besseren Job machen, aber das ist nichts, das man während eines einzigen Winters erledigen kann."


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Wie viele Winter Renault dazu brauche, um aufzuholen, wollte Abiteboul nicht beantworten. So sei die knappe Entwicklungszeit eine Folge von 2014 gewesen, als man während der Saison nicht entwickeln durfte. Nach dem Grand Prix von Melbourne verbleiben Renault noch zwölf Token, um das Zuverlässigkeits- und Leistungsdefizit gegenüber Mercedes wettzumachen. Ursprünglich wollte man diese sparen, um während der Saison mehr Entwicklungsspielraum zu haben. Die Saison wird zeigen, ob der Plan von Renault und Red Bull noch aufgeht.

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