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Horner nimmt Renault in die Pflicht: "Schlechter als 2014"

Der Renault-Antrieb ist Anfang 2015 schlechter als beim Saisonfinale 2014 in Abu Dhabi - Red-Bull-Teamchef Christian Horner verlangt von Renault Maßnahmen

(Motorsport-Total.com) - Wenn man "Neueinsteiger" McLaren-Honda außer Acht lässt, dann waren die großen Verlierer des Formel-1-Saisonauftakts 2015 Red Bull und Renault. Technische Probleme, Motordefekte und schlechte Fahrbarkeit machten Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat zu Statisten. Im Qualifying fehlten zwei Sekunden auf Mercedes. Kwjat konnte wegen eines Getriebeschadens in der Runde in die Startaufstellung gar nicht den Grand Prix von Australien starten.

Christian Horner

Red-Bull-Teamchef Christian Horner ist über die Renault-Vorstellung verärgert Zoom

"Bei Daniils Auto ist der fünfte Gang gebrochen", seufzt Teamchef Christian Horner. "Warum das passiert ist, wissen wir noch nicht. Es könnte an den Vibrationen vom Motor gelegen haben." Der Russe hatte sich sein Debüt in einem Topteam anders vorgestellt: "Es ist natürlich kein schönes Gefühl, wenn man zuschauen muss, wie die anderen fahren. Wir müssen aber positiv sein. Ich habe Vertrauen in das Team."

Nach dem Motorschaden am Freitag konnte wenigstens Ricciardo das komplette Rennen bestreiten. Die Leistung war ernüchternd. Mit einer Runde Rückstand kam der Australier als Sechster ins Ziel. Gegen Sauber-Pilot Felipe Nasr hatte er keine Chance. Wären Williams-Pilot Valtteri Bottas und Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen ins Ziel gekommen, wäre für Ricciardo vermutlich nicht Platz sechs möglich gewesen.

Renault muss reagieren

Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo musste sich vom Silberpfeil-Express überrunden lassen Zoom

Horner setzt Motorenpartner Renault unter Druck: "Renault muss rasch reagieren. Ferrari hat einen Fortschritt geschafft. Trotz Respekt vor Sauber glaube ich dennoch nicht, dass sie zwischen dem Vorjahr und dem aktuellen Auto so viel beim Chassis gefunden haben. Viel ist gleich, sie haben den gleichen Front- und Heckflügel. Ferrari hat den ganz klaren Fortschritt geschafft."

"Es war für Renault ein schwieriges Wochenende. Der Motor ist unfahrbar. Man kann das sehen und von den Fahrern hören." Ricciardo pflichtet seinem Chef bei. Das Auto war in Melbourne sehr schwierig zu fahren. "Das Hauptproblem ist die Fahrbarkeit und die Leistung", betont der dreimalige Grand-Prix-Sieger. "Deswegen ist es auch mit dem Chassis schwierig. Ich denke nicht, dass wir schon ans Limit gegangen sind, weil wir viele Probleme hatten."

Wie gut ist der RB11 wirklich?

Abgesehen von der mangelnden Leistung ist die Fahrbarkeit des Renault-Hybridsystems die größte Baustelle. "Es geht um so viele Dinge, wie den Kurvenein- und ausgang, das Reifenmanagement", geht Horner ins Detail. "Man kann das Auto nicht optimal fahren. Man stellt dann eine Balance als Kompromiss ein, ist aber überall vom Optimum weit entfernt. Man verliert auch Temperatur in den Reifen und Bremsen. Die Spirale dreht sich dann nach unten. Toro Rosso hat auch Probleme, aber bei unserem Auto wirkt sich das stärker aus."

"So einen Saisonstart kann sich Renault nicht leisten." Christian Horner

Die Abstimmung des RB11 war deswegen in Melbourne nur ein Kompromiss. Wenn die Reifen nicht im optimalen Arbeitsfenster sind, wird die Situation noch schwieriger. Wie viel Performance tatsächlich im Chassis steckt, ist deshalb noch völlig unklar. "Es ist frustrierend, dass wir bei der Motorleistung und der Fahrbarkeit schlechter als in Abu Dhabi sind", nimmt Horner den französischen Partner in die Pflicht. "Wir können Renault nur Unterstützung anbieten."

"Bevor Renault die Probleme nicht versteht, kann man nichts machen. Sie müssen viel am Prüfstand arbeiten. Wir hatten zwei Motorschäden an diesem Wochenende, einer davon nach fünf Runden. Dazu kommen die Probleme mit der Fahrbarkeit. So einen Saisonstart kann sich Renault nicht leisten." Und Red Bull auch nicht. Die Diskussionen mit Renault werden weitergehen.

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