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  • 15.03.2015 · 11:10

  • von Dennis Hamann

Toro Rosso: Formel-1-Rookies als Veteranen

Die beiden Toro-Rosso-Neulinge fuhren in ihrem ersten Rennen ein gutes Ergebnis ein: Carlos Sainz kam in die Punkte, Max Verstappen schied unverschuldet aus

(Motorsport-Total.com) - Carlos Sainz und Max Verstappen wirkten bei ihrem ersten Start in der Formel 1 fast schon wie Routiniers. In der ersten Kurve zeigte Sainz in seinem Toro Rosso dann zwar doch etwas Nerven. Es blieb aber für ihn und alle Beteiligten zum Glück unbestraft. "Ich war am Start etwas zu spät und bin dann wohl etwas zu couragiert in die erste Kurve gefahren", erklärt der Spanier gegenüber 'Sky Sports F1'. "Dabei habe ich leider einen Ferrari getroffen. Das tut mir leid, aber ich habe jetzt daraus gelernt."

Sainz wollte sich an Kimi Räikkönen vorbeiquetschen, traf ihn aber und drängte dadurch Sauber-Pilot Nasr in Maldonado, der daraufhin mit gebrochenem Heckflügel in der Mauer aufgeben musste. Bis auf einen kleinen Schaden am Frontflügel von Sainz blieb aber alles am STR10. Und trotz des kaputten Flügels konnte der Spanier bis zu seinem Boxenstopp vorne mithalten. "Es war ein gutes Rennen, um ehrlich zu sein. Ich habe es heute wirklich sehr genossen. Obwohl ich den Schaden hatte, konnte ich in meinem ersten Rennen schon mit den Red Bull kämpfen. Das war wirklich toll."

Doch das Glück hielt beim Spanier nur bis zur 24. Runde, als er zum Stopp an die Box kam. Mit 55,786 Sekunden dauerte sein Halt beim Team mehr als doppelt so lange wie bei allen anderen. Schuld war das linke Hinterrad, das nicht runter ging. Erst nach dem Wechsel des Schlagschraubers konnte es getauscht werden. "Von da an wollte ich das gute Ergebnis nur noch heimfahren und absichern", erklärt Sainz. "Wir hatten auch einige Probleme mit dem Spritverbrauch. Hätte mir jemand vorher gesagt, dass ich im ersten Rennen Neunter werde, hätte ich das aber sofort unterschrieben."


Fotos: Toro Rosso, Großer Preis von Australien


Trotzdem zeigte sich Chef-Renningenieur Phil Charles enttäuscht vom Ausgang des Rennens: "Es ist ein frustrierender Tag für uns, denn wir wissen, dass wir es besser gekonnt hätten. Bei Carlos hatten wir ein Problem mit der Software. Deswegen hat er beim Neustart nach dem Safety-Car zwei Plätze verloren. Nochmal andere Probleme mit der Software haben ihn dann auch noch im Kampf mit dem Sauber am Ende des Rennens eingebremst."

"Es war zwar mehr Potenzial als Position neun da, aber wir müssen positiv denken und vorwärts schauen", so der 20-Jährige. Nicht ganz so gut lief es dagegen für seinen 17-jährigen Teamkollegen. Verstappen lag vor seinem Boxenstopp aussichtsreich auf Platz sechs. Als er die Box nach dem Reifenwechsel wieder verließ, meldete er aber bereits Rauch im Auto und stellte kurz darauf das Auto ab. "Bis zum Boxenstopp ging es wirklich gut. Leider sah ich danach den Rauch und funkte an die Boxenmauer und das Team sagte dann, dass ich das Auto abstellen soll", erklärt ein enttäuschter Verstappen.

Cedrik Staudohar von Renault erklärt den Schaden: "Wir hatten ein Problem mit dem Verbrennungsmotor. Das müssen wir jetzt untersuchen und bis zum nächsten Rennen behoben. Wir sind nicht da, wo wir hofften zu sein und müssen uns offensichtlich für die nächsten Rennen noch steigern. Wir werden alles analysieren und in Malaysia stärker zurückkommen."

Verstappen: "Wären bestimmt in die Punkte gekommen"

"Es ist wirklich schade, denn ich fühlte mich gut, das Auto funktionierte gut und wenn ich das Rennen beenden hätte können, wären wir bestimmt in die Punkte gekommen", so der Niederländer. "Ich denke, der erste Stint, den ich auf den Medium-Reifen hatte, war sehr gut. Ich konnte mit den vor mir fahrenden Gegnern, die auf der weicheren Mischung unterwegs waren, mithalten und hinter mir hatte ich keinen großen Druck. Jetzt müssen wir uns auf die positiven Sachen konzentrieren und auf das nächste Rennen in Malaysia schauen."

"Mit all den Problemen die wir hatten haben wir sehr viele Punkte liegen gelassen und somit eine gute Chance nicht genutzt. Wir wissen aber, wo wir uns steigern müssen und in welche Richtung wir gehen müssen, um einen solchen Tag nicht nochmal erleben zu müssen", meint Charles. Trotz der getrübten Stimmung lobte Red-Bull-Teamchef Christian Horner nach dem Rennen die Junioren: "Beide sind wie Veteranen gefahren."